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Tina Hermann und Ramona Hofmeister »Sportlerinnen des Jahres«

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Moderator Willi Willmann mit den »Sportlerinnen des Jahres«: Skeleton-Weltmeisterin Tina Hermann (l.) und Snowboard-WM-Bronzemedaillengewinnerin Ramona Hofmeister.
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DOSB-Präsident Alfons Hörmann (l.) überreicht Helmut Weinbuch den Preis für das Lebenswerk. (Fotos: Bittner)

Berchtesgaden – Eine ausgelassene, fröhliche und doch elegante Atmosphäre herrschte bei der 3. Berchtesgadener Sport Gala im »AlpenCongress« am Freitagabend. Der Sport stand im Mittelpunkt, »so, wie es sein soll«, sagte Jury-Präsident Wasti Rasp.


In elf Kategorien wurden Sportlerinnen und Sportler, Funktionäre und Ehrenamtliche ausgezeichnet. Alle Preisträger freuten sich riesig über ihre Auszeichnung und mit ihnen die rund 400 Gäste im Großen Saal. Ein Bericht über den gesellschaftlichen Aspekt des Abends folgt in der Dienstagsausgabe.

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Nachwuchssportler des Jahres

Biathletin Franziska Pfnür erhielt am Freitagabend die Auszeichnung »Nachwuchssportlerin des Jahres«. Mit zwei Medaillen kehrte Biathletin Franziska Pfnür Anfang Februar zurück. Die Ramsauerin brachte von der Junioren-WM im slowakischen Brezno-Osrblie Silber und Bronze mit nach Hause. Den Vize-Titel sicherte sich die 19-Jährige als Startläuferin der deutschen Teamstaffel – mit Null Fehlern beim Schießen. Die zweite JWM-Medaille gewann Franzi Pfnür im Einzel, als sie ebenfalls fehlerfrei vom Schießstand ging und Rang 3 herausholte.

Über den Titel »Nachwuchssportler des Jahres« konnten sich Snowboarder Elias Huber und Skeletoni Felix Keisinger freuen. Elias Huber, Sohn des Extremkletterers Thomas Huber, machte in der vergangenen Saison auf sich aufmerksam. Bei der Junioren-WM im slowenischen Rogla gewann der 20-Jährige vom SC Schellenberg Silber im Parallelriesenslalom und somit die erste »weltmeisterliche« Medaille seiner Karriere. Dem nicht genug: Elias, der den Juniorenbereich jetzt verlässt, mischte sogar schon bei der WM der Großen in Park City mit und zeigte dabei mit Rang 15 ebenfalls auf. In FIS-Rennen raste Huber zweimal an die Spitze und belegte in der Europacup-Gesamtwertung Rang 3.

Der 21-jährige Felix Keisinger bewies bei der Heim-Junioren-WM am Königssee Nerven aus Stahl und holte sich nach Platz 3 im ersten Lauf noch den Titel – mit fünf Hundertstel Vorsprung. Der Athlet des WSV Königssee überzeugte sogar bei der WM der Großen in Whistler, wo er Platz 13 erreichte.

Stützpunkttrainer

Gerd Schelble heißt der Preisträger der Kategorie »Stützpunkttrainer«. Der gebürtige Schwarzwälder kam 1978 nach Berchtesgaden, als Soldat der 2. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 232. Im Alter von 53 Jahren ging Schelble 2012 im Dienstgrad Stabsfeldwebel in den Ruhestand. Bereits während seiner aktiven Zeit als Soldat engagierte er sich als Biathlontrainer des »Sport-Talents«. Mit seiner Trainingsgruppe ist Gerd Schelble in den Wintermonaten beinahe jedes Wochenende bei Wettkämpfen unterwegs. Seine Sportler vertrauen ihm bedingungslos am Schießstand. Zahlreiche aufstrebende Athleten wie Michael Willeitner, Niklas Homberg, Matthias Dorfer und Franziska Pfnür sind durch Schelbles »hohe Schule« des Biathlonsports gegangen.

Botschafter des Berchtesgadener Sports

Die »Huber Buam« gehören zu den besten Alpin- und Extremkletterern der Welt und stellen regelmäßig neue Bestmarken im Fels auf. Sie haben am Freitagabend die Auszeichnung »Botschafter des Berchtesgadener Sports« erhalten. Bei den beiden scheinen sich Gegensätze nicht nur anzuziehen, sondern zu Höchstleistungen zu führen: Während der jüngere Alexander als diplomierter Physiker eher rational und analytisch zu Werke gehen soll, scheint sein älterer Bruder Thomas als der neugierige und gelassene Gegenpart auf. Beide leben heute wieder in Berchtesgaden.

Mannschaft

Das erfolgreichste Rodel-Doppel der Geschichte heißt: Tobias Wendl und Tobias Arlt. Die beiden durften den Preis für die »Mannschaft des Jahres« mit nach Hause nehmen. Das Duo befindet sich seit über zehn Jahren in der Weltspitze und ist mit vier olympischen Goldmedaillen unerreicht. Acht Weltmeister- und vier Vizeweltmeister-Titel sowie vier Gesamtweltcupsiege gehören ebenfalls zum beeindruckenden Erfolgsrepertoire des 31-jährigen Pidingers (Arlt) und des zwei Wochen »jüngeren« Berchtesgadeners (Wendl). Im vergangenen Winter war die WM in Winterberg der Saisonhöhepunkt – zweimal Silber ist für beide ein glänzendes Ergebnis. »Das hat gezeigt, dass wir auch nur Menschen sind. Mit unseren bisherigen Erfolgen müssen wir niemandem beweisen, dass wir es draufhaben«, sagte Wendl.

Persönlicher Preis der Bürgermeister

Das Sport-Gen wurde Marie Horn in die Wiege gelegt. Sie stammt aus einer Triathlon-Familie. Ihren ersten Wettkampf bestritt Marie mit vier Jahren, heute zählt die 18-Jährige zu den besten deutschen Nachwuchs-Triathletinnen. 2017 qualifizierte sie sich für die Junioren-EM, bei der sie als jüngste Starterin Platz 14 belegte. 2018 nahm Marie Horn zudem bei den Youth Olympic Games in Buenos Aires teil und schwamm, radelte und lief im Einzelwettkampf auf Rang 8. Im Mixed Team Relay sicherte sie sich mit »Europe 3« Bronze. Bei der Sport Gala erhielt sie den »Persönlichen Preis der Bürgermeister«.

Sportlerinnen des Jahres

Die große Auszeichnung »Sportlerin des Jahres« ging an Skeletonfahrerin Tina Hermann und an Snowboarderin Ramona Hofmeister. Bei der Skeleton-WM in Whistler ließ die 27-jährige Tina Hermann vom ersten Lauf an nichts anbrennen und stand am Ende ganz oben. Das deutsche Damen-Team schrieb Geschichte und sicherte sich sensationell das Triple. Auf der Hochgeschwindigkeitsbahn in Whistler – 140 km/h erreichen die Sportler dort – egalisierte die jetzt vierfache Weltmeisterin den Bahnrekord und setzte mit 53,17 Sekunden eine neue Bestmarke.

Snowboarderin Ramona Hofmeister hat sich in diesem Winter erfolgreich zurück an die Weltspitze gekämpft. Nach einem Bandscheibenvorfall, zugezogen im Sommer 2018 während eines Lehrgangs in Italien, musste die 23-Jährige zunächst pausieren und verpasste den Saisonstart. Mit einem Traum-Comeback meldete sich die Bischofswieserin im Dezember 2018 mit dem starken 3. Rang im Parallelriesenslalom in Carezza (Italien) zurück. Die Saison krönte Hofmeister mit WM-Bronze in Park City sowie Gesamt-Weltcuprang 3. Die sympathische Athletin sagt: »Für mich ist Snowboarden wie Klavierspielen oder Backen. Eine Leidenschaft.«

Sportler des Jahres

»Rennrodler. Bundespolizist. Papa.« – so wird Felix Loch im Sport Gala-Flyer beschrieben. Er konnte die begehrte Trophäe für den »Sportler des Jahres« ergattern. Knapp über ein Jahr dauerte die Durststrecke von Deutschlands Weltklasse-Rennrodler Felix Loch, bis der Knoten wieder platzte – bei der WM in Winterberg: Gold im Einsitzer, der sechste Einzeltitel der 13. bei einer WM insgesamt. »Ich habe am Ende alles richtig gemacht«, so der dreimalige Olympiasieger. »Der WM-Titel hat für mich einen hohen Stellenwert.« Für den 29-Jährigen ist die Familie mit Ehefrau Lisa und den beiden Söhnen Lorenz und Ludwig neben dem Sport das Wichtigste.

Ehrenpreis für das Lebenswerk

»Unermüdliches Engagement im Unruhestand«, lautet der Titel des Preisträgers in dieser Sparte, Helmut Weinbuch. »Mir hat der Sport so viel im Leben gegeben, daher gebe ich nun immer noch Vieles zurück«, erklärte Weinbuch seinen unermüdlichen Enthusiasmus für den Sport. Der 82-Jährige ist mit voller Kraft für den Nachwuchs im Berchtesgadener Talkessel – vor allem im 2002 von ihm gegründeten Talentzentrum »Sport Talent« – im Einsatz. Nach 33 Jahren hauptberuflichen Einsatzes für den Deutschen Ski-Verband zunächst als Technischer Leiter, dann als Generalsekretär und Sportdirektor, kehrte er zu seinen Wurzeln zurück und fokussierte sich auf die Nachwuchsförderung in Berchtesgaden. Weinbuch wollte den Preis zunächst nicht annehmen: »Es gibt so viele, die diesen Preis verdient haben.« Mit seinen Reformen und Ideen, unter anderem der Einführung des Gelben Trikots für die Weltcup-Führenden, der Schaffung von Nachwuchswettkämpfen oder der Einführung der Staffel- und Teamsprint-Rennen, prägte der gelernte Speditionskaufmann den internationalen nordischen Skisport. Sein Appell während der Gala: »Den Kindern Zeit schenken.«

Herausragender Förderer des Berchtesgadener Sports

Als »Herausragender Förderer des Berchtesgadener Sports« wurde die Sparkasse Berchtesgadener Land geehrt, die sich für die Förderung des Sports mit 100 000 Euro jährlich im Berchtesgadener Land einsetzt. Zudem ist die Sparkasse langjähriger Partner des Fördervereins »Sport-Talent«. Den Preis nahmen Direktor Christian Maltan und Marketing-Mitarbeiter Tobias Kastner entgegen. Hans-Joachim Bittner