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Tötete Großvater seinen Enkel wegen Behinderung?

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In dieser Wohnsiedlung passierte am Morgen des 5. Juli 2017 eine schreckliche Bluttat: Ein Großvater soll auf seinen 8-jährigen Enkel geschossen haben, er ist dringend tatverdächtig. Foto: Josef Reisner/dpa
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Polizisten stehen am 5. Juli 2017 in Vogtareuth vor dem Haus, wo am Morgen ein Achtjähriger erschossen worden ist – dringend tatverdächtig ist sein Großvater. Foto: Josef Reisner/dpa
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In dieser Wohnsiedlung passierte am Morgen des 5. Juli 2017 eine schreckliche Bluttat: Ein Großvater soll auf seinen 8-jährigen Enkel geschossen haben, er ist dringend tatverdächtig. Foto: Josef Reisner/dpa

Vogtareuth – Auch der Großvater, der gestern Vormittag seinen acht Jahre alten Enkel vor den Augen seiner Mutter erschossen haben soll, ist nun im Krankenhaus verstorben.


Update, 15.10 Uhr:

Die Polizei bestätigte mittlerweile, dass der Bub zeitweise im Rollstuhl saß. Es ist davon auszugehen, dass er deshalb zuhause bei seinen Eltern und nicht in der Schule war. Medien haben gestern mehrfach bei der Polizei angefragt, warum der Bub im Grundschulalter am Vormittag zuhause war.

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Weitere Informationen wird die Polizei bekannt geben, wenn erste Ergebnisse aus den Ermittlungen hervorgehen.

Update, 11.20 Uhr: Enkel wegen Behinderung getötet?

In einer knappen Erklärung spricht die Ermittlungsbehörde heute bei dem Mann vom "Tatverdächtigen". Dies lässt darauf schließen, dass die Polizei sich sicher ist, dass der Großvater am Mittwochmorgen seinen Enkel getötet hat.

Die Kripo geht davon aus, dass der Mann sich mit derselben Waffe, mit der er seinen Enkel erschoss, selbst richten wollte. Ermittelt werden muss ebenso, ob der 79-Jährige die von der Polizei sichergestellte Waffe legal besaß.

Zum Motiv der Tat spekulierten mehrere Medien, der Großvater habe das Leiden seines angeblich auch geistig behinderten Enkels nicht mehr ertragen können und sich deshalb entschlossen, den Buben zu töten. Anschließend ging der Rentner in den nahen Wald, um sich selbst zu erschießen. Dabei verletzte er sich lebensgefährlich. Die Ärzte konnten die beiden nicht mehr retten. dpa

Update, 10 Uhr: Großvater verstorben

Auch der Großvater des erschossenen Buben ist gestern Nachmittag an seinen lebensgefährlichen Verletzungen gestorben. Dies teilte Oberstaatsanwalt Jürgen Branz am Donnerstag unserer Redaktion mit. Weitere Auskünfte zum Tathergang wollte der Ermittler nicht geben. Die Umstände des Familiendramas werden nun "in Ruhe ausermittelt", erklärte Branz.

Der 79-Jährige soll gestern seinen acht Jahre alten Enkel vor den Augen seiner Mutter erschossen haben. "Es lag eine Behinderung bei dem Kind vor", sagte Branz und bestätigte damit Berichte, wonach das Opfer im Rollstuhl saß. Der Großvater war nach den Schüssen auf den Buben schwer verletzt in einem nahen Wald gefunden und in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er nun starb. (dpa/th)

Update, Donnerstagmorgen:

Die Polizei wollte die Zeugenaussagen, wonach der Junge körperlich behindert gewesen sein soll und im Rollstuhl saß, gestern nicht mehr bestätigen. Bei den Ermittlungen werde diesen Hinweisen aber nachgegangen, erläuterte der Sprecher.

Auch Bürgermeister Leitmannstetter äußert sich: "Ich bin geschockt", sagte er. "Über sowas liest man sonst in der Zeitung. Jetzt ist es auf einmal so nah."

Der dreifache Familienvater stammt selbst aus Zaisering. Dort lebten rund 300 Leute, so der Bürgereister. Viele Familien. "Das ist besonders hart. Da kennt man sich", so Leitmannstetter. Für Pläne für eine Trauerfeier für das getötete Kind sei es noch zu früh.

Gefunden wurde der 79-jährige Großvater durch einen eingesetzten Polizeihubschrauber, der kurz nach dem Eintreffen der unzähligen Streifenwagen am Tatort zur Fahndung eingesetzt wurde. (dpa/th)

Update, Mittwoch, 16.30 Uhr:

Laut Augenzeugenberichten und Zeugenaussagen der Nachbarn soll der 8-jährige Bub im Rollstuhl gesessen haben. Das hat ein Reporter der Bild-Zeitung am Nachmittag in Erfahrung gebracht. 

Als Mutter und Sohn am Morgen nach Hause kamen, sollen wenig später zwei Schüsse im Haus gefallen sein, so die Zeugen. Auch seien Schreie der Mutter zu hören gewesen: "Geh weg, geh weg!"

Update, Mittwoch, 15.40 Uhr: Hintergrundbericht – Was ist passiert?

Nach Angaben eines Polizeisprechers ist der 79-jährige Großvater bisher nicht vernehmungsfähig. Staatsanwaltschaft und Kripo ermitteln gegen den Mann. "Wenn sowas passiert, ist das ein Riesenschock", sagte Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter.

Offiziell bestätigen wollte der Polizeisprecher den in Medienberichten erwähnten Kopfschuss nicht. Er machte zunächst auch keine Angaben darüber, wo der Bub getroffen worden war und mit welcher Waffe geschossen wurde. Beim Eintreffen der Rettungskräfte lebte der Achtjährige noch. Er kam in ein Krankenhaus, wo er wenig später jedoch starb.

Der verdächtigte Großvater sei in ein nahes Walstück geflüchtet, das zu Fuß nur wenige Minuten entfernt ist. Dort fanden die Einsatzkräfte den 79-Jährigen. Die Art seiner Verletzungen und ob der Mann sich umbringen wollte, ließ der Sprecher offen. Bestätigt bleibt bislang nur, dass er lebensbedrohlich verletzt aufgefunden wurde.

Die Einsatzkräfte sperrten das Haus, in dem der Achtjährige niedergeschossen wurde, weiträumig mit rot-weißem Flatterband ab. Die Spurensicherung war an beiden Tatorten – in dem weißen Wohnhaus mit breiten Giebeln und hölzernen Fensterläden sowie in dem Waldstück – und sammelte potenzielles Beweismaterial. "Damit wir die Tat möglicherweise rekonstruieren können", erläuterte der Sprecher.

Polizisten befragten Angehörige und Nachbarn im Ortsteil Zaisering. "Das wird heute und morgen sicherlich noch andauern", sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums. Weiteren Erkenntnisse wird es wohl erst in den nächsten Tagen geben. (dpa/th)

Update, Mittwoch, 14.45 Uhr:

Wie ein Sprecher der Polizei gegenüber der Bild-Zeitung bestätigt haben soll, fanden die Ermittler schnell Hinweise, die darauf deuten, dass tatsächlich der Großvater den 8-jährigen Buben getötet haben soll.

Nach der schrecklichen Bluttat sei der 79-Jährige in ein nahe gelegenes Waldstück geflüchtet, um sich dort selbst zu töten, so der Bericht weiter.

Erstmeldung, Mittwoch, 11.55 Uhr:

Der 8-jährige Sohn einer Familie aus dem Landkreis Rosenheim starb heute Vormittag an schweren Schussverletzungen in einer Klinik – sein Großvater soll laut Polizei auf ihn geschossen haben; er selbst wurde schwerst verletzt.

Angehörige meldeten am Mittwochvormittag über Notruf, dass auf den acht Jahre alte Sohn der Familie geschossen wurde und er eine schwere Schussverletzung davongetragen hatte. Im Rahmen des sofort eingeleiteten Einsatzes fanden Einsatzkräfte den tatverdächtigen 79-jährigen Großvater des Opfers ebenfalls schwer verletzt in einem nahegelegenen Waldstück.

Der Bub wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Klinikum gebracht, aber für den 8-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Er starb noch im Laufe des Vormittags. Der Tatverdächtige kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik. Staatsanwaltschaft und Kripo ermitteln gegen den 79-Jährigen wegen eines Tötungsdelikts.