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Joachim Althammer voller Vorfreude auf den Edelweiß-Bergpreis am Roßfeld

Tolle Boliden und mobile Kunstwerke

Berchtesgaden – Schön langsam wird Joachim Althammer ruhiger: »Die Aufregung geht zurück, der Adrenalinspiegel sinkt«, sagt der »Edelweiß-Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden«-Initiator und -Organisator. »Natürlich ist vorab immer noch viel zu tun und es kommen noch tausend unvorhergesehene Dinge daher, die kurzfristig zu regeln sind: »In Sachen Krisenmanagement bin ich jedoch gewappnet, darin fühle ich mich sogar wohl«, lacht der 55-jährige Ainringer kurz vor der zweiten Neuauflage des Motorsport-Klassikers.

Bergpreis-Initiator und -Organisator Joachim Althammer freut sich auf die 2. Neuauflage am Roßfeld: »Das Adrenalin der Anspannung sinkt langsam.« Fotos: Anzeiger/Bittner
Im Porsche 718 W-RS Spyder: Jürgen Barth, selbst ehemaliger und erfolgreicher Porsche-Werksfahrer, ist der Sohn von Edgar Barth, der mit genau diesem Auto 1964 Berg-Europameister wurde.

Als »Goodwood der Alpen« bezeichnet Althammer den Edelweiß-Bergpreis unter der erneuten Schirmherrschaft von MdB Dr. Peter Ramsauer gern. Tausende strömten im vergangenen Jahr an die zahlreichen Veranstaltungsorte in und um den Markt Berchtesgaden, in die damals noch zwei historischen Fahrerlager oder an die Bergstrecke Richtung Ahornkaser. Unten gab es eine dicke Nebelsuppe, oben schien die Sonne. »Wenn es heuer wieder so käme, wäre ich zufrieden«, so der Veranstalter, der alle Zuschauer bittet, rechtzeitig anzureisen. »Wir haben zwar diesmal noch mehr Shuttlebusse, 20 große und fünf kleine, Wartezeiten sind aber dennoch nie auszuschließen.« Althammer hofft im Sinne des Benefizgedankens des Edelweiß-Bergpreises zugunsten der Lebenshilfe Berchtesgadener Land auch auf die Fairness der Zuschauer, »keine Hintertürchen«, die es bei einer Veranstaltung in der freien Natur immer gibt, zu nutzen.

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Passend dazu stand im alten Programmheft von 1927: »Begeben Sie sich auf einen abgesperrten Zuschauerplatz und bezahlen Sie Eintritt.« Mit einem Augenzwinkern baut Althammer auf »anständige Besucher«, da er im vergangenen Jahr am Ende einen großen Betrag privat ausgleichen musste. Wie schon im Vorjahr hat es sich Joachim Althammer zum Ziel gesetzt, ein hochkarätiges Starterfeld auf die Beine zu stellen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: knapp 120 Fahrzeuge aller Kategorien , eingeteilt in die Epochen I (bis 1959), II (1960 bis 1965) und III (ab 1966). Das Salz in der Suppe einer derart hochwertig besetzten Oldtimer-Veranstaltung sind natürlich die Stars in ihren Werksboliden. Sie sind es, die das Identifikationsmoment bilden. Die Zuschauer kommen mitunter deshalb an die Strecke, weil sie wissen, wer die Fahrzeuge führt.

An erster Stelle steht einmal mehr der Botschafter des Roßfeld-Rennens, das letztlich kein Wettkampf ist: Walter Röhrl. Vergangenes Jahr noch im Pikes Peak-Audi Quattro S1 aus dem Ingolstädter Audi-Museum unterwegs, nimmt »der Lange« am Wochenende in einem Porsche 718/8 W-RS Spyder von 1962 Platz, 210 PS stark. Ein »automobiles Kunstwerk« samt legendärem Fahrer bilden Rudi Lins und ein Porsche 356 B 1600 GS Carrera GTL Abarth von 1960.

Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung finden auch zwei Sonderausstellungen statt: Zum einen die BMW-Rennsport-Präsentierung im historischen Fahrerlager, die nicht nur zahlreiche Highlights aus der erfolgreichen weiß-blauen Motorsportgeschichte vereint, sondern auch vier Original-Fahrzeuge von Schnitzer-Motorsport aus Freilassing.

Um den Zuschauern den unvergleichlichen Anblick der Zielankunft der Boliden aus mehreren Epochen zusätzlich zu versüßen, zeigt die Kleinwagen-Schau unter anderem wirkliche Raritäten wie den Goliath F 400 von 1938, Victoria Spatz, Zündapp Janus oder einen Kleinschnittger.

Fahrzeuge, die heutzutage Seltenheitswert haben. Hans Bittner