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Toni Palzer erfolgreich in Italien und Frankreich

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Kraftvoller Start von Toni Palzer beim Sella-Ronda-Skimarathon. Foto: privat

Areches-Beaufort (J.S.) – Toni Palzer, das skibergsteigerische Aushängeschild der DAV-Sektion Berchtesgaden, ließ die letzten Wochen bei zwei der größten und prestigeträchtigsten Skitourenrennen in Italien und Frankreich aufhorchen. Zusammen mit dem Italiener Damiono Lenzi lief er beim Sella-Ronda-Skimarathon in den Dolomiten auf einen dritten Platz. Bei der viertägigen Pierra Menta im französischen Areches-Beaufort kam er mit seinem französischen Weltcupstarter Alexis Sevennec auf den vierten Rang.


Nach drei Stunden und sechs Minuten erreichten Palzer und Lenzi das Ziel beim Sella-Ronda-Skimarathon. Mit dieser Zeit unterboten sie den alten Streckenrekord um neun Minuten. Dennoch reichte es nur für den dritten Platz. »Bergauf waren wir drei Anstiege lang die Stärksten. Leider kannten wir die Strecke nicht. Deshalb konnten die anderen bergab immer aufholen«, resümierte Palzer nach seiner Rückkehr.

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Die 42 Kilometer lange und mit 2 800 Höhenmetern anspruchsvolle Strecke führte in der Abenddämmerung auf Skipisten einmal um den Sellastock. Besonders gute Stimmung herrschte in den vier Ortschaften Wolkenstein, Corvara, Arraba und Canazei, die von den mehr als 900 Teilnehmern passiert wurden.

»Da war was los. Die Italiener flippen da völlig aus. Leider war ich so erschöpft, dass ich nur in den ersten beiden Orten was von der Stimmung mitbekommen habe«, erinnerte sich Palzer.

Im vierten Anstieg verließen den jungen Ramsauer die Kräfte. »Auf den letzten 300 Höhenmetern haben wir noch mehr als drei Minuten auf die Sieger verloren. Ich bin fast gestanden. Da ging gar nichts mehr«, erinnert sich der seit vielen Jahren für die DAV-Sektion Berchtesgaden startende Skibergsteiger an die qualvollen letzten Meter. Dennoch reichte es im mit Weltklasse-Athleten gespickten Teilnehmerfeld am Ende für einen herausragenden dritten Platz, über den sich Lenzi und Palzer freuten. »Das Besondere an dem Rennen ist, dass man in den drei Stunden immer im Grenzbereich läuft. Das ist der Unterschied zu alpinen Rennen, wo man doch hin und wieder verschnaufen kann«, fasste Palzer seine Erfahrungen zusammen.

Wie es ist, am Seil zu hängen und gezogen zu werden, musste Palzer an den ersten beiden Tagen der Pierra Menta erfahren. »Alexis hat mich am ersten und zweiten Tag jeweils 2 000 Höhenmeter gezogen. Ich war noch total müde von der Sella Ronda«, blickte Palzer schmunzelnd zurück. »Am dritten Tag ging es mir dann wieder besser. Da habe ich ihn dann gezogen«, sagte er lachend nach seiner Rückkehr aus Frankreich.

Mit vier Renntagen und insgesamt 10 000 Höhenmetern im Aufstieg ist die Pierra Menta das härteste Rennen der Skitourenszene. »Man muss sich das vorstellen wie die Tour de France und zeitgleich das Oktoberfest. Das ist für die Franzosen das Größte, dort zu starten oder als Zuschauer dabei zu sein«, beschrieb Palzer die Stimmung am Wettkampfort. »Um diesen Klassiker zu gewinnen, gehört einiges dazu. Man darf sich vier Tage lang keinen körperlichen Einbruch leisten, das Material muss halten und man muss richtig gut Skifahren können. Die Tragepassagen sind auch nicht ganz ohne. Stürzen darf man da nicht, sonst liegt man ein paar hundert Meter weiter unten«, beschrieb Palzer die Anforderungen an die Athleten.

Nach den vier Etappen hatten Palzer und Sevennec mit einer Zeit von neun Stunden und 55 Minuten, 19 Minuten Rückstand auf das italienische Siegerteam Matteo Eydallin und Damiono Lenzi. Auf dem zweiten Platz landeten die Franzosen William Bon Mardion und Matheo Jaquemon. Dritte wurden die Franzosen Xavier Gachet und Valentin Favre, die nach 10 000 Höhenmetern nur 75 Sekunden vor Palzer und Sevennec lagen.

Toni Palzer geht am 12. und 13. April beim letzten Weltcup der Saison im norwegischen Tromsö an den Start. Der Athlet der DAV-Sektion Berchtesgaden hat noch Chancen auf das Podest in den Disziplinen Single und Sprint.

Palzers Erholungsurlaub für den Sommer ist bereits geplant. Zusammen mit seinem Vater und einem Freund zieht es ihn ab dem 17. Mai für drei Wochen zum Höhenbergsteigen auf den 6 194 Meter hohen Mount McKinley. »Des wird bestimmt a guade Sach. A bissal kalt könnt' es werden«, sagte Palzer über die geplante Besteigung eines der kältesten Gipfel der Welt.