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Toni Palzer verpasst Podest zweimal nur knapp

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Toni Palzer (2.v.l.) bei der EM der Skibergsteiger, »eingekesselt« von den starken Italienern. Foto: privat

Font Blanca/Ramsau – Toni Palzer holte am Wochenende zwei Goldmedaillen bei der Europameisterschaft der Skibergsteiger in Andorra bei den Espoir (U23). Mit nur wenigen Sekunden Rückstand auf den 3. Platz wurde der Ramsauer bei den Herren in beiden Rennen Vierter.


In Font Blanca in Andorra fanden von Freitag bis Sonntag die Europameisterschaften der Skibergsteiger in den Disziplinen Vertical und Individual Race statt. Toni Palzer unterstrich, dass die herausragenden Leistungen bei den letzten Weltcuprennen nicht durch Zufall zustande kamen. Auch in den Pyrenäen stellte er unter Beweis, dass er in seinem ersten Wettkampfjahr bei den Herren in der Lage ist, Rennen zu gewinnen.

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Mit nur 19 Sekunden Rückstand auf den in dieser Saison bärenstarken Italiener Damiona Lenzi sicherte sich Toni Palzer am Freitag den 4. Platz im Vertical Rennen. Den italienischen Dreifachsieg komplettierte der Sieger Robert Antonioli in 27:14,09 Minuten vor seinem Landsmann Manfred Reichegger.

»Die Strecke am Sonntag war knüppelhart. Fast 2 000 Höhenmeter. Die Abfahrten waren wegen Neuschnee und Nebel richtig schwierig«, fasste Toni Palzer nach seiner Rückkehr aus Andorra zusammen. Am Ende belegte er nach einem Herzschlagfinale auf einem langen Flachstück vor dem Ziel den 4. Platz – 28 Sekunden Rückstand auf den 36-jährigen Italiener Manfred Reichegger. Es siegte der Franzose und derzeit Weltcupführende William Bon Mardion (1:55,29 Stunde) vor dem Italiener Matteo Eydallin.

»Bei der Besichtigung war uns nicht ganz klar, wo am nächsten Tag das Ziel genau sein wird. Nach der letzten Kuppe dachte ich, da muss das Ziel sein. Als ich sah, dass es noch 600 Meter flach nach links wegging, da ging vom Kopf und Körper her gar nix mehr«, sagte ein trotzdem sichtlich zufriedener Toni Palzer. »Die anderen Athleten vor mir, vor allem die Italiener, sind ausgebildete Langläufer. Die sind im Flachen besser als ich. Daran muss ich noch arbeiten«, sagte Toni am Dienstagabend selbstkritisch. Mit fünf Anstiegen und vier Tragepassagen sowie einer kräftezehrenden Abfahrt im Neuschnee gehörte der Individual Wettkampf zu den technisch schwierigsten Rennen der Saison.

»Das Besondere an den Wettkämpfen in Andorra ist, dass der Start bereits auf fast 2 000 Metern liegt und die Wechsel auf zum Teil 2 800 Metern sind. Da geht vielen die Luft aus. Ich war im November und Dezember viel auf dem Gletscher, deshalb komme ich damit gut zurecht«, so Palzer über die äußeren Bedingungen beim Rennen. »Es waren unglaublich viele Zuschauer an der Strecke. In der Gegend sind alle verrückt nach Skibergsteigen. Bei denen ist das einfach Volkssport«, fasste Toni Palzer zusammen.

Mit seinen Leistungen holte der bescheidene junge Mann aus Ramsau zwei Europameistertitel bei den Espoir (U23). Beim Individual Rennen kam er mit einem Vorsprung von zehn Minuten vor dem Zweiten ins Ziel. Im Gesamtweltcup belegt Toni Palzer derzeit einen hervorragenden 5. Platz mit Blick Richtung Podiumsplätze.

Bereits diesen Samstag, 22. Februar, geht Toni Palzer bei der Deutschen Meisterschaft am Jenner an den Start. JoS