Topspiel gegen Freiburg: BVB will Bayern-Druck erhöhen

Marco Rose
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Dortmunds Cheftrainer Marco Rose fordert von seiner Mannschaft das Starten einer Siegesserie ein. Foto: Arne Dedert/dpa Foto: dpa

Nach dem packenden und erfolgreichen Rückrundenstart empfängt Borussia Dortmund den SC Freiburg zum Top-Duell. Die zu erwartende Atmosphäre löst bei Trainer Marco Rose keine große Vorfreude aus.


Dortmund (dpa) - Noch einmal ernsthafte Bayern-Jäger oder doch nur die Besten vom Rest? Mit dem Top-Spiel gegen den Sensationsvierten aus Freiburg beginnen für Borussia Dortmund richtungsweisende Fußballwochen.

Der Sieg gegen Eintracht Frankfurt und die Verkürzung des Rückstands auf den Branchenprimus aus München auf sechs Punkte haben dem BVB zum Rückrundenstart Mut gemacht. Um den Dauermeister wirklich zu gefährden, muss jedoch endlich die von Trainer Marco Rose geforderte »Nachhaltigkeit« her. Der BVB braucht eine Siegesserie.

Rose: »Erling definiert sich über Tore«

Eine wichtige Rolle soll dabei Superstürmer Erling Haaland zukommen. Der 21-Jährige, dessen Zukunft beim BVB nach dieser Saison weiter unklar ist, trat zuletzt vor allem als Assistgeber und emotionaler Motivator auf. Zwei Spiele ist der Norweger nun schon torlos, was für seine Verhältnisse tatsächlich viel ist. »Grundsätzlich nagt das an Erling«, sagte Rose. »Er definiert sich über Tore.«

Bei Haaland sei es wichtig, dass er seine »Lockerheit« nicht verliert. Rose gibt sich allerdings entspannt. »Es ist für mich keine Drama, wenn Erling mal zwei, drei, vier Spiele nicht trifft. Er wird irgendwann wieder treffen, und er wird irgendwann auch wieder viel treffen.« Nach dem Kräftemessen mit Freiburg an diesem Freitag (20.30 Uhr/DAZN) geht es für den BVB gegen den aktuellen Tabellendritten Hoffenheim und anschließend gegen den Fünften aus Leverkusen.

Auch wenn Haaland nicht nach Belieben Tore schießt, hat Dortmund eine der besten und druckvollsten Angriffsreihen der Liga. »Sie können ständig diesen Stress ausüben«, sagte Freiburgs Trainer Christian Streich anerkennend. Der 56-Jährige hat mit seinem Verein noch nie beim BVB gewonnen.

Dortmund muss Defensive stabilisieren

Größere Sorgen als um seine Offensive muss sich Rose um die Abwehrarbeit seiner Spieler machen. 28 Gegentore in 18 Spielen sind für einen Meisterschaftskandidaten eindeutig zu viel. Das weiß auch Rose. »Fakt ist eins: Wir müssen dort besser werden«, sagte er. »Es gibt eine einfache Regel: Spiele gewinnst du immer über die Offensive, aber die Titel holst du vor allen Dingen auch über eine sehr stabile und verlässliche Defensive.«

Auch beim späten 3:2-Sieg in Frankfurt am vergangenen Samstag offenbarte die Dortmunder Verteidigung Schwächen - und das unter anderem zum wiederholten Mal bei Standardsituationen. Gerade dort ist der SCF besonders stark. 16 Tore erzielten die Breisgauer in dieser Bundesliga-Saison bereits nach ruhenden Bällen und damit so viele wie keine andere Mannschaft im Oberhaus.

Nur 750 Zuschauer im Signal Iduna Park

Freiburg muss weiter auf Stammkeeper Mark Flekken und Top-Verteidiger Nico Schlotterbeck verzichten. Schlotterbeck ist nach seiner Corona-Infektion zwar freigetestet, aber noch nicht fit. Der BVB kann sich beim Versuch, zumindest vorübergehend bis auf drei Punkte an die Bayern heranzukommen, auf zwei Rückkehrer freuen.

Verteidiger Manuel Akanji ist nach seiner Knie-Operation wieder eine Option, der zuletzt wegen eines positiven Corona-Tests fehlende Marius Wolf ist ebenfalls dabei. Für Dan-Axel Zagadou und Giovanni Reyna kommt ein Einsatz noch zu früh. Raphaël Guerreiro habe laut Rose unter der Woche »wenig bis gar nicht trainieren können«.

Atmosphärisch erwartet beide Mannschaften im Duell Zweiter gegen Vierter erneut kein Festtag. Lediglich 750 Zuschauer dürfen die Partie im riesigen Dortmunder Stadion live verfolgen. »Ich sehe es eher mit zwei weinenden Augen«, sagte Rose auf die Frage, ob er die Rückkehr der wenigen Fans mit einem lachenden oder einem weinenden Auge betrachte.

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