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Torfpresse ist das neue Prunkstück

Grassau. Eine besondere Premiere hat die Besucher des Museums Torfbahnhof am internationalen Museumstag in Rottau erwartet. Die imposante Torfpresse bewegte sich zum ersten Mal seit 50 Jahren wieder. Nach vielen Stunden Arbeit und Tüfteln war es gelungen, die 100 Jahre alte Maschine, ein Zeugnis früher Mechanisierung, wieder in Gang zu setzen.

Rainer Stark schaffte es, der Torfballenpresse neues Leben einzuhauchen. (Foto: T. Eder)

Die Torfpresse ist bereits über 100 Jahre alt und die einzig vollständig erhaltene Torfpresse Europas. Rainer Stark schaffte es, die alte Maschine wieder zum Leben zu erwecken. Mit der Maschine waren früher 80 mal 50 Zentimeter große Torfballen gepresst worden, ein Pressvorgang dauerte knapp zehn Sekunden. Obwohl die einzelnen Ballen immer noch zwischen 20 und 30 Kilogramm wogen, ließ sich das Volumen des trockenen Torfs mit Hilfe der Presse auf ein Drittel verringern. Früher trieb ein Dieselmotor die Maschine an, heute ist ein Elektromotor eingebaut.

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Im Museum Torfbahnhof in Rottau läuft nicht nur die alte Torfpresse wieder; auch die Ausstellungsräume in der ehemaligen Schreinerei des Torfbahnhof-Anwesens wurden umgestaltet. Vereinsvorsitzender Ekkehard Barchewitz führte die Besucher durch die Räume, informierte über neue Exponate, die beim Aufräumen entdeckt wurden, darunter verschiedene Messgeräte zur Bestimmung der Torfdicke im Gelände, und alte Schilder, die auf die Arbeit der Gefangenen verwiesen. Ergänzt wurde die Ausstellung durch eine weitere Abteilung, die über die Verwendung des Torfs aufmerksam macht. »Torf im Garten als Erde ist völlig ungeeignet«, informierte der Vorsitzende, denn sie sei nährstoffarm und lasse Wurzeln verfaulen. Sinnvoller sei es, Torf als Moorband, Seife und Creme zu verwenden. Als neues Ausstellungsstück ist nun auch eine große Pumpe für ein medizinisches Moorbad zu sehen.

Und der Museumsverein hat noch mehr vor. So soll auch der Becheraufzug wieder zum Laufen gebracht werden. Geplant ist außerdem, die Kraftstation des Torfbahnhofs, den großen Dieselmotor, der die Presse und den Aufzug früher antrieb, wieder in Betrieb zu setzen. Wie der Vorsitzende informierte, seien auch Renovierungsarbeiten am Gebäude erforderlich: Man wolle das ursprüngliche Balkengerüst wiederherstellen und auch einige Dächer in Schuss bringen.

Neu ist zudem der »Skyway«: Im Obergeschoß führt nun ein Stahlweg nach außen, der den Blick auf die wunderschöne Landschaft der Kendlmühlfilzen freigibt. tb