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An der Kriegergedächtniskapelle fand die Gedenkfeier für die Opfer von Krieg und Gewalt in eindrucksvoller Weise statt. (Foto: Burghartswieser)

Tote als »Mahnung im Hinterkopf«

Ruhpolding – Die Gemeinde Ruhpolding und die und die Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) gedachten am Volkstrauertag der Gefallenen und Vermissten der Kriege sowie der Opfer von Gewaltherrschaft und Vertreibung. Vom Parkplatz am Café Chiemgau zog der Kirchenzug mit vielen Ortsvereinen und deren Fahnenabordnungen sowie einer Abordnung der Bad Reichenhaller Patenkompanie der Gebirgsjäger und Vertretern der Kameradschaft Bad Reichenhall hinauf zur Pfarrkirche St. Georg.


Den Gedenkgottesdienst zelebrierte Pfarrer Otto Stangl, die musikalische Gestaltung übernahm die Rauschberger Trachtenkapelle. Mit am Altar standen Pastoralreferent Georg Gruber und der evangelische Pfarrer Bernd Reuther. Gruber erinnerte in seiner aufrüttelnden Predigt, dass gedroht habe, dass sich der Sinn des Volkstrauertags in der Gesellschaft verliert. »Am 25. Februar dieses Jahres hat sich das aber geändert«, sagte er. Angesichts der Situation in der Ukraine sei der Krieg wieder realistischer geworden und so würden die Worte aus dem Tagesevangelium zutreffen: »Volk wird sich gegen Volk, Reich gegen Reich erheben«. Auch mahnte er: »Lasst euch nicht irreführen, lasst euch nicht erschrecken«.

Es werde hier nicht fremder Toter gedacht, die Namen am Ehrenmal seien schließlich auch die Namen der Ruhpoldinger Familien, erinnerte Major Simon Belke, Kompaniechef der 5. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231. »Die Toten, derer gedacht wird, sind als Mahnung im Hinterkopf«, sagte er und ergänzte: »Sie alle mahnen an die Verführung eines Volkes und die sinnlose Opferung einer Generation im Krieg«. Abschließend betonte er: »Wir als Bundeswehr stehen gemeinsam mit unseren Partnern zur Abschreckung an der Ostgrenzen der NATO. Auch die Soldaten meiner Kompanie«.

Am Kriegerdenkmal, an dem sechs Gebirgsjäger mit Fackeln Ehrenwache hielten und die Kränze von Bundeswehr, Gemeinde, Soldatenkameradschaft und VdK-Ortsverband lagen, fand das Totengedenken durch Pfarrer Bernd Reuther statt. Mit einem Ehrensalut und dem Lied vom »guten Kameraden« wurde die Feierstunde beendet.

hab