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Tote Jungtiere im Nationalpark: Muttertierschutz hat oberste Priorität

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Auf dem Bild zu sehen sind (v.l.): Thomas Schreder, Biologe und Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes, Hans Berger, Vorsitzender der Kreisgruppe BGL, und Hans Niederberger, Ehrenvorsitzender der Kreisgruppe. (Foto: privat)

Schönau am Königssee – Vor dem Hintergrund der gefundenen toten Jungtiere im Nationalpark Berchtesgaden betonen die Vertreter der Kreisgruppe Berchtesgadener Land und des Bayerischen Jagdverbands die hohe Bedeutung von Muttertierschutz und der waidgerechten Ausübung der Jagd.


Der letzte Winter sei mit überraschend schnellen, hohen Schneelagen für viele Wildtiere eine harte Zeit gewesen. Die Jägerschaft habe aber rechtzeitig vorgesorgt und in vielen Teilen der Region Notzeitfütterungen vorgenommen und in den Rotwildgebieten für ausreichend Futter gesorgt. Vielerorts konnte so dem Wild über den Winter geholfen werden.

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Neben der Winterfütterung sei eine ausreichende Ruhe, die jagdliche Strategie und der respektvolle Umgang mit den Wildtieren von entscheidender Bedeutung, um dem Wild über die harte Zeit des alpinen Winters zu helfen. Eine der wichtigsten Grundlagen bei der Bejagung stelle der Muttertierschutz dar. Gams, Rotwild, aber auch das Rehwild würde in den extremen Lagen der Region die Muttertiere brauchen, um unbeschadet über den Winter zu kommen. Daher sei es für die Jäger des Bayerischen Jagdverbandes und der Kreisgruppe Berchtesgadener Land einer der wichtigsten Grundsätze bei der Ausübung der Jagd, ein Muttertier nicht zu erlegen, wenn dadurch das Jungtier verweist durch den Winter kommen müsse. »Oft lässt es sich nicht genau bestimmen, ob ein Muttertier ein Jungtier führt. Dann lassen wir das Wild ziehen, denn die Gefahr ist zu groß, ein verwaistes Jungtier zurück zu lassen«, so der Vorsitzende der Kreisgruppe Berchtesgadener Land, Hans Berger.

»Das ist oft nicht ganz leicht, denn wir sind durch den im Waldgesetz festgeschriebenen Grundsatz Wald vor Wild oft unter enormem Druck, die uns auferlegten Abschusspläne zu erfüllen.« Thomas Schreder, Biologe und Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes, unterstützt diese Forderung, die schon seit Längerem vonseiten des BJV kommuniziert wird. »In vielen Teilen Bayerns sehen wir, dass der Umgang mit unseren heimischen Wildtieren nicht mehr von dem nötigen Respekt geprägt ist.

Oft wird das Wild als Störenfried oder Schädling gesehen. Es wird Zeit, dass wir diesem Trend etwas entgegen setzen.« Die private Jägerschaft im BJV und seinen Kreisvereinen stehe für eine ordnungsgemäße rechtskonforme und waidgerechte Jagd, die den Respekt vor den Wildtieren als unverzichtbaren Teil unserer Heimat jederzeit hoch halte. Natürlich müsse der Schutzwald in der Bergregion, der Schutz vor Lawinen und Steinschlag bietet, durch eine zielgerichtete Jagd unterstützt werden. Der Abschuss alleine sei aber nur ein Teil der möglichen Maßnahmen, um die Bevölkerung zu schützen. Vor dem Hintergrund der im Nationalpark tot aufgefunden Jungtiere und der in diesem Zusammenhang gestellten Strafanzeigen beobachte die Kreisgruppe die Vorgänge genau.

Berger und Schreder fordern höchstmögliche Transparenz aller Vorgänge und Aufklärung. fb