weather-image
19°

Totes Jungwild am Königssee: Nationalpark prüft rechtliche Schritte gegen Vorwürfe

4.2
4.2
Bildtext einblenden
Foto: Wildes Bayern e.V.
Schönau am Königssee: Verhungerte Hirschkälber erzürnen Wildbiologin | Berchtesgadener Land
Bildtext einblenden
Warum mussten gleich mehrere Hirschkälber rund um den Königssee verhungern? Der Verein Wildes Bayern e.V. vermutet, dass die Nationalparkjäger die Muttertiere erschossen haben. (Foto: Wildes Bayern e.V.)

Berchtesgaden – Die Nationalparkverwaltung und der ökologische Jagdverein wehren sich gegen die Vorwürfe des Vereins »Wildes Bayern« um die Wildbiologin Dr. Christine Miller. Den Vorwurf, die Jagdpraxis im Nationalpark hätte im Winter zur Verendung mehrer Jungtiere geführt, bezeichnet der Verein als »konstruiert« und »diffamierend«. Die Nationalparkverwaltung prüft derweil rechtliche Schritte gegen die Unterstellung einer Straftat.


In einer Pressemitteilung betont der Jagdverein, dass Fallwild im Winter zu den natürlichen Abläufen gehöre und eine wichtige Bedeutung im ökologischen Gesamtprozess habe. »Gegenüber den wenigen, durch die Natur bedingten Fällen von Fallwild am Königssee spielen die etwa 50.000 Stück in bayerischen Revieren offensichtlich keine Rolle«, heißt es.

Anzeige

Der Verein lobt das Wildtiermanagement der Nationalparkverwaltung. »Es werden zum Beispiel die Streckenlisten der letzten Jahre online im Wildtierportal Bayern veröffentlicht«, heißt es im Pressestatement. Und weiter: »Nachweislich wurden bei der Regulierung des Rotwildbestandes keine führenden Alttiere erlegt.«

Es sei zwar richtig, dass am Königssee und am Obersee tatsächlich Rotwildkälber verendet gefunden wurden. Auch verendetes Gamswild wurde gefunden. Das sei aber, gerade nach dem strengen, schneereichen Winter nicht ungewöhnlich. Dass im Winter einzelne Tiere sterben, sei nicht nur völlig natürlich, sondern sogar wichtig: Es diene der Gesunderhaltung der Gesamtpopulation, denn es treffe in erster Linie Tiere in schlechterer Verfassung.

Verhungerte Hirschkälber erzürnen Wildbiologin

Zum Artikel »»

Der ökologische Jagdverein wundere sich deshalb, wenn ein Verband, der sogar den Begriff Wildnis in seinem Namen trägt, solche »grundlegenden Wesenszüge von Wildnis und Natur plötzlich negiert und sich auf die Ebene des Tierschutzgesetzes stellt, dem es um das Individuum geht«. Weiter heißt es: »Natur aber hält sich nicht an das Tierschutzgesetz, sondern folgt ihren eigen Gesetzen.« cfs