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Totilas und Rath nicht im Championatskader

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Totilas und sein Reiter Matthias Rath gehören nicht mehr dem deutschen Championatskader an. Foto: Uwe Anspach Foto: dpa

Warendorf (dpa) - Abstieg oder nur ein gewöhnlicher Vorgang? Wegen fehlender Perspektive ist das Millionen-Pferd Totilas und sein Dressurreiter Matthias Alexander Rath aus sämtlichen deutschen Kadern gestrichen worden.


«Das ist eine normale Sache», sagte die neue Bundestrainerin Monica Theodorescu der Nachrichtenagentur dpa. «Wenn Ergebnisse fehlen, ist man mal raus. Wenn Ergebnisse wieder da sind, kommt man auch schnell wieder rein», erklärte sie.

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Schon seit über einem halben Jahr haben der zwölfjährige Hengst und sein Reiter keinen Wettkampf mehr bestritten. Zuletzt zeigten sie sich bei den deutschen Meisterschaften Anfang Juni und verloren ihre Titel an Helen Langehanenberg (Havixbeck) mit Damon Hill. Danach erkrankte Rath am Pfeifferschen Drüsenfieber, verpasste das CHIO in Aachen und die Olympischen Spiele in London. Erst seit Anfang Oktober kann der 25-Jährige aus Kronberg wieder trainieren, unter anderem bei dem wegen seiner Methoden umstrittenen Niederländer Sjef Janssen.

Bislang gehörten Rath und der einst als Wunderpferd gepriesene Totilas dem Championatskader des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) an. Die Entscheidung, das Duo aus allen Kadern zu entfernen, fällte der DOKR-Dressurausschuss.

«Natürlich bedauern wir dies sehr, müssen aber alle Kaderreiter gleich behandeln», wurde der Ausschuss-Vorsitzende Klaus Roeser in einer Mitteilung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zitiert. «Selbstverständlich wird das Paar wieder Mitglied des Championatskaders, sobald die ersten Starts eine Perspektive, konkret für die Europameisterschaft 2013 in Dänemark, erkennen lassen.»

Doch was Rath und dessen Umfeld mit Totilas vorhaben und wann sie wieder bei Wettkämpfen dabei sind, weiß scheinbar niemand so genau. «Dem DOKR liegen keine Informationen vor, wann mit einer Rückkehr in den internationalen Turniersport zu rechnen sei», hieß es in der Mitteilung. Sicher ist laut Theodorescu, dass Totilas nicht in der Hallensaison im Weltcup startet.

Auch wenn die Streichung des Paares den Kaderbestimmungen des DOKR entspricht und nicht sonderlich dramatisch ist, passt der Vorgang in das Gesamtbild der bisher unglücklichen Liaison. «Mit Totilas ist alles schief gelaufen, was schief laufen konnte», gestand Paul Schockemöhle vor kurzem bei «Spiegel Online». Der Unternehmer aus dem oldenburgischen Mühlen hatte vor zwei Jahren für geschätzte zehn Millionen Euro Totilas gekauft. Mitbesitzerin ist Raths Stiefmutter Ann Kathrin Linsenhoff.

Als Konsequenz aus den bislang nur mäßigen Erfolgen - neben EM-Silber mit der Mannschaft gewann das Duo die Titel bei den deutschen Meisterschaften 2011 - hat Schockemöhle angekündigt, den Hengst 2013 erst einmal aus dem Zuchteinsatz zu nehmen.

Wirtschaftlich kann sich Rath aufgrund des familiären Hintergrunds den Verlust des Status als Championatskader-Mitglied leisten. Neben der Unterstützung unter anderem bei der Ausrüstung gehören auch fachliche Hilfe im Training oder psychologische und physiologische Maßnahmen zum Angebot. Außerdem werden die Reiter vom Verband zu den gut dotierten Weltcup-Turnieren geschickt und haben automatisch die Startberechtigung bei den deutschen Meisterschaften.

Derzeit zählen die Olympia-Starterinnen Helen Langehanenberg mit Damon Hill, Kristina Spreche (Dinklage) mit Desperados und Anabel Balkenhol (Rosendahl) mit Dablino sowie Isabell Werth (Rheinberg) mit El Santo und Don Johnson und Fabienne Lütkemeier (Paderborn) mit D'Agostino zum Championatskader.

FN-Mitteilung