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Tourismus kostet die Gemeinde 177 000 Euro

Grassau. Die Übernachtungs- und Gästezahlen waren im vergangenen Jahr erneut rückläufig, informierte Bürgermeister Rudi Jantke in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung. Den Grund hierfür sah er in der Schließung eines Hotels wie auch in der nur teilweise möglichen Belegung des Sporthotels aufgrund der enormen Modernisierung.

Turbulentes Jahr in der Tourist-Info

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Ein turbulentes Jahr liege hinter der Tourist-Info, erklärte die neue Leiterin Christiane Lindlacher. Nachdem die ehemalige Leiterin in der Hochsaison die Tourist-Information verlassen hatte, war die Belegschaft ohne Führung auf sich gestellt, habe aber sehr gut gearbeitet. Auch für sie sei der Anfang ohne Übergabe nicht leicht gewesen.

Sie informierte über die Arbeit der vier Tourismusverbände, die für Grassau werben, sowie über den Ticketverkauf. Umgestellt werde auf ein elektronisches Meldesystem, das die Anmeldung der Gäste über das Internet vereinfache und beschleunige. Froh seien die Kolleginnen über das Ende des Umbaus im Gebäude. Das Archiv sei vom Dachboden in den Schachraum gezogen, die Schachspieler hätten im Medienraum ein neues Zuhause gefunden. Der Leseraum werde neu möbliert.

987 Veranstaltungen wurden angeboten. Überarbeiten wolle man das »Genial Vital« Programm und in den Sommermonaten jeden Tag mindestens ein kostenloses Angebot präsentieren. Gut angenommen würden auch die historischen, kostenlosen Winterpostkarten. Die Auflage einer Sommerpostkarte mit historischem Motiv werde folgen. In Vorbereitung sei zudem eine Broschüre in Englisch, Französisch und Italienisch.

Das Internet werde immer wichtiger, entsprechend umfangreicher die Datenpflege. Jantke sagte, die Zahl der Übernachtungen sei mit 142 600 um 6,8 Prozent gesunken. Die Gästezahl nahm um 4,9 Prozent ab und liege bei knapp 29 500. Hotels ausgenommen, ergebe sich aber ein Plus von 4,2 Prozent an Übernachtungen und 3,9 Prozent an Gästen.

Große Hoffnung setze man nun auf das vollkommen modernisierte »Sporthotel Achental«. Ob der insolvente »Grassauer Hof« in der Ortsmitte jedoch weiterhin als Hotel geführt werde, sei ungewiss. Zusätzliche Hoffnung setze man auf den geplanten »Caravan-Park«, der mit 50 Stellplätzen einem kleinen Hotel gleichkomme.

Hohes Defizit im Tourismushaushalt

Auch machte Jantke deutlich, dass die Unzufriedenheit über die Auflösung des Chiemseeverbands weiter vorherrsche. Es gebe aber Bemühungen, die Zusammenarbeit rund um den Chiemsee zu verbessern. Für den Gast sei es nicht einsehbar, dass das gleiche Gebiet von zwei Verbänden beworben werde.

Einnahmen von rund 297 000 Euro stehen im Tourismushaushalt Ausgaben von knapp 474 000 Euro gegenüber. Das Defizit beträgt somit 177 000 Euro gegenüber 109 000 Euro im Vorjahr. Insgesamt gab es rund 90 000 Euro weniger Einnahmen. Auch der Ausgaberückgang um 20 000 Euro konnte dies nicht abfedern.

An Kurbeitrag erhofft sich die Gemeinde rund 100 000 Euro, an Fremdenverkehrsbeitrag 130 000 Euro (Vorjahr 157 000 Euro). Für Werbung steht ein Etat von 75 000 Euro zur Verfügung, die Mitgliedsbeiträge werden auf 23 000 Euro geschätzt. Ohne Diskussion stimmte der Marktgemeinderat dem Haushaltsplanentwurf zu. tb