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Touristisches Wunschkonzert

Berchtesgaden - Ein klares Bekenntnis zur Tourismusregion - das ist eines der Ergebnisse des Flächennutzungsplans, der derzeit in den Talkesselgemeinden auf den Weg gebracht wird. Neue Hotels - ja, bitte. Der Bedarf ist groß. Von sechs neuen Häusern ist die Rede - zumindest auf dem Papier. Und auch in anderer Hinsicht sind die Vorschläge der Touristiker ambitioniert. Eine Vorschlagsliste, die der Redaktion vorliegt, zeigt, was denkbar wäre.

Am Bahnhof könnte ein Skaterplatz entstehen. Gespräche laufen - seit vielen Monaten. Foto: Archiv/kp

Der Hotel-Masterplan gibt Klarheit: sechs neue Hotels mit insgesamt rund 600 Zimmern. Das sei notwendig, um den Bedarf im Berchtesgadener Talkessel zu decken. So sieht das zumindest die Firma »Kohl & Partner Tourismusberatung«, die den Masterplan erstellt hat. Angesiedelt sein müssten die Hotels in den Bereichen drei, vier und fünf Sterne. Auch vorstellbar: eine Art Almhütten-Dorf, entweder in einer Hotel- oder aber einer Selbstversorgervariante.

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»Dass wir neue Häuser brauchen, ist klar«, sagt Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp. Vor allem im günstigen Bereich fehlen die Betten. Hinzu kommt, dass die Zahl der Kleinstvermieter rückläufig ist, die Bettengesamtzahl schwindet. Dem müsse entgegengewirkt werden, meint Rasp. Neben dem Almhütten-Dorf, das im Masterplan erwähnt wird, fällt auch der Begriff des Baumhotels, wobei nähere Details bislang nicht bekannt sind.

Abseits der Hotels sind es die Sportanlagen, für die jede Menge Vorschläge der Touristiker vorliegen. Ob das nun die Jennerbahn betrifft, die grunderneuert werden soll, oder das Hochschwarzeck. Auch dort gibt es ambitionierte Pläne, dieses zu einem Rodelzentrum mit mehreren beleuchteten Rodelabfahrten auszubauen. Hinsichtlich der Langlaufloipen am Aschauerweiher, auf der Scharitzkehl oder in Schönau am Königssee sind Pläne gediehen, die Loipen zum einen deutlich auszubauen, zum anderen für die nächtliche Nutzung zu beleuchten. Ein Snow-Funpark könnte am Götschen oder am Skigebiet Obersalzberg verwirklicht werden. »Klar ist, dass das alles nur Möglichkeiten sind. Ob irgendetwas davon, in welcher Form auch immer, umgesetzt wird, steht in den Sternen«, sagt Bürgermeister Rasp. So beschreibt die Ideensammlung auch einen Mountainbike-Downhillpark, der am Götschen oder am Hochschwarzeck realisiert werden könnte.

Die Verbindung von Götschen und Hochschwarzeck? Theoretisch durchführbar und laut Vorschlagsliste ein durchaus wünschenswertes Ziel. Neue Tourenaufstiegsmöglichkeiten könnten am Jenner, am Götschen oder am Rossfeld entstehen. So seien auch zusätzliche Parkplätze für winterliche Tourengeher notwendig - etwa in Bischofswiesen oder in der Oberau. Bislang rühmt sich Berchtesgaden mit einem 9-Loch-Golfplatz auf dem Obersalzberg. Doch immer wieder gibt es Stimmen, einen 18-Loch-Golfplatz zu bauen. Vor allem wegen der Zielgruppe, die darauf aufmerksam gemacht werden könnte. Eine Verwirklichungschance scheint derzeit aber im Promillebereich zu liegen. Kein Geld, kein Platz. »Wir müssen alles in Erwägung ziehen«, sagt Rasp.

Gewalzte Winterwanderwege in schneesicheren Mittellagen? Denkbar. Reitwege, deutlich getrennt von den Wanderwegen? Erreichbar. Ein offizieller Klettergarten? Warum nicht? Bislang aber nur eine von vielen Ideen. Die Touristiker denken derzeit über weitere Klettersteige nach, etwa in der Göll-Westwand, ein überdachter Outdoor-Kletterpark befindet sich unter der Vielzahl an Vorschlägen. Radfreunde dürften entzückt sein, wenn sie von der Verbindung der fünf Talkeselgemeinden durch familienfreundliche, vom Straßenverkehr getrennte Radwege hören. Von einer Aussichtsplattform am Kehlstein ist die Rede, von einem Naturspielplatz etwa im Klausbachtal. Plötzlich kommt auch wieder die unter erheblichem Widerstand abgeschmetterte und auf Eis gelegte Fußballgolfanlage ins Gespräch.

Interaktive Themenwanderwege - vom Naturlernpfad bis zum Schmetterlingsweg - sind auf dem Papier gelistet. Ein Bowling- und Kegelcenter ebenso. Der Skaterplatz, der sich ja schon seit Längerem auf der »to do«-Liste der Gemeinde befindet, hat da kaum Neuigkeitswert. Interessant wird es wiederum bei Punkt 24. Etwas, was es bislang am Triftplatz gab, was dann aber einem Sondergebiet bestehend aus Lebensmitteleinzelhändler und Discounter weichen musste - der Festplatz, etwa für Frühlings- und Herbstfest. Dass ein solcher irgendwann, irgendwo wieder Realität wird, hält so mancher für wahrscheinlich. Die Frage bleibt, wo sich ausreichend Platz dafür finden wird. kp