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Bahn frei für Tuchel?

Trainer Emery verlässt Paris Saint-Germain

Weltmeister Draxler und Nationaltorwart Trapp bekommen in Paris einen neuen Trainer. Der Spanier Emery ist ab Sommer weg. Tuchel als möglicher Nachfolger muss zum Start schlechte Nachrichten fürchten.

Unai Emery
Hat seinen Abschied von Paris Saint-Germain angekündigt: Trainer Unai Emery. Foto: Francisco Seco/AP/dpa Foto: dpa

Paris (dpa) - Thomas Tuchel rückt der französischen Hauptstadt noch ein Stückchen näher. Der bisherige Trainer von Paris Saint-Germain, der Spanier Unai Emery, hat am Freitag seinen Weggang zum Saisonende bekanntgegeben und somit Platz für den früheren Coach von Mainz und Dortmund gemacht.

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Nach Berichten französischer Medien ist die Verpflichtung des 44-Jährigen in Paris seit Wochen praktisch unter Dach und Fach. Er werde für zwei Jahre unterschreiben, heißt es. Die katarischen Investoren, die beim neuen Ligue-1-Meister seit 2011 das Sagen haben, hätten den Deal lediglich aus Respekt vor Emery bisher nicht bekanntgegeben.

Nach einem Bericht der Hauptstadt-Zeitung «Le Parisien» sind die Verhandlungen mit Tuchel derart fortgeschritten, dass der Coach bereits über Verstärkungen nachdenke. Er wolle vor allem in der ihm gut bekannten Bundesliga «angeln» und habe unter anderem die Profis Philipp Max vom FC Augsburg, Ömer Toprak und Julian Weigl von Borussia Dortmund sowie den ablösefreien Max Meyer von Schalke 04 im Visier.

Mitteilungen zum Nachfolger von Emery gab es vom französischen Meister nicht. Rücksicht auf den Spanier muss Clubchef Nasser al-Khelaifi nun nicht mehr nehmen. Der Coach informierte zunächst seine Profis um Weltmeister Julian Draxler, Nationaltorwart Kevin Trapp und den brasilianischen Weltstar Neymar. Vor Medienvertretern betonte er anschließend, er scheide nicht im Streit. Er bedankte sich bei al-Khelaifi, den Spielern und den Fans und erklärte. «Ich bin ruhig, ich bin zufrieden.»

«Mein Weggang ist für alle das Beste», sagte Emery. Ob er bereits Angebote vorliegen habe, wollte der scheidende Coach nicht verraten. «Ich werde später überlegen, was das Beste für meine Zukunft ist», sagte der 46-Jährige nur. Er konzentriere sich jetzt aber nur auf das Spiel am Sonntag gegen Guingamp und auch auf das Pokalfinale, das am 8. Mai gegen Les Herbiers stattfindet.

Der Weggang von Emery, dessen Vertrag nach zwei Amtsjahren ohnehin im Sommer ausläuft, stand nach dem enttäuschenden Aus der Pariser im Achtelfinale der Champions League gegen Titelverteidiger Real Madrid fest, wenn auch bislang nur inoffiziell. Da half es wenig, dass sich das Team den französischen Meistertitel Mitte April vorzeitig sicherte. Es hatte im Laufe der letzten knapp zwei Jahre zu viele Misserfolge, besser: zu viele nicht erfüllte Erwartungen gegeben.

Da Emery den FC Sevilla in der Europa League zuletzt zu drei Titeln in Serie geführt hatte, hatte er in Paris wohl zu große Hoffnungen geweckt. Im ersten Amtsjahr konnten seine Schützlinge in der Ligue 1 nicht einmal den fünften Triumph am Stück feiern. Meister wurde überraschend AS Monaco. Schlimmer noch: In der Königsklasse war im Frühjahr 2017 schon das Achtelfinale Endstation. Das Aus war zudem ziemlich peinlich: Gegen den FC Barcelona konnte Paris damals als erstes Team überhaupt einen 4:0-Sieg aus dem Hinspiel nicht über die Runden bringen. 1:6 ging man im Camp Nou unter und schied aus.

Der brasilianische Nationalspieler Thiago Silva kommentierte als einer der ersten PSG-Profis den Weggang von Emery: «Er hat sehr gute Arbeit geleistet und es ist schade, dass er weggeht. Ich will aber in Paris auch unter einem neuen Trainer bleiben.»

Wer nach Medienberichten sicher gehen möchte, ist Superstar Neymar. Tuchel könnte, wenn er als Trainer bestätigt werden sollte, mit der Hiobsbotschaft des Verlustes des 26 Jahre alten Wunderstürmers seine Arbeit aufnehmen müssen. Neymar, der sich in der Heimat von einer Verletzung erholt, wolle, so heißt es, unbedingt zu Real Madrid wechseln, um endlich zum Weltfußballer gekürt zu werden.

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