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Er musste sich zuletzt zu häufig über individuelle Fehler seiner Mannschaft ärgern: Der bisherige TuS-Trainer Tom Stutz. Jetzt haben er und der Verein ihre Zusammenarbeitbeendet. (Foto: Weitz)

Trainerwechsel in Traunreut vor dem Saisonendspurt

Vier Spiele in denen es um viel geht und dazu ein Trainerwechsel beim abstiegsbedrohten TuS Traunreut: So präsentiert sich die Fußball-Kreisliga 2 vor dem vorletzten Spieltag, an dem der bereits feststehende Meister TSV Peterskirchen spielfrei ist. Fast alle Begegnungen der 29. Runde werden am morgigen Samstag um 15 Uhr angepfiffen: Die einzige Ausnahme ist das Altöttinger Landkreisderby zwischen der SG Tüßling/Teising und dem SV Mehring, das bereits heute um 18.30 Uhr in Tüßling beginnt. In diesem Spiel geht es in erster Linie ums Prestige, denn beide Teams sind auch in der Saison 2022/23 definitiv wieder in der Kreisliga vertreten.


Dagegen gab es beim TuS Traunreut vor dem Gastspiel beim Platz-zwei-Kandidaten TSV Teisendorf einen Paukenschlag: Der Verein und Trainer Thomas Stutz gehen seit Montag getrennte Wege. »Nach dem Reischach-Spiel haben wir uns zusammengesetzt und sind zu der Entscheidung gekommen, dass wir für die letzten Spiele noch einmal einen neuen Reiz setzen wollen, um den Abstieg zu verhindern«, sagt Abteilungsleiter Christoph Raue. Die Entscheidung basiere auf rein sportlichen Gründen, ergänzt er – »wohl wissend, dass die Spieler ihr vorhandenes Potenzial kaum abgerufen haben und auch die Vorstandschaft schlechte Entscheidungen getroffen hat.«

»Da der Verein dem Tom sehr am Herzen liegt, geht er diese Entscheidung mit«, betont Raue. Ebenso gelte: »Der Vorstandschaft ist diese Entscheidung sehr schwer gefallen. Zum einen hatten wir uns vor ein paar Wochen schon auf eine weitere Saison geeinigt, zum anderen ist der Tom viel mehr als nur ein Trainer – er ist ein guter Freund.«

Für den Rest der Saison – also auch fürs Heimspiel gegen Kay zum Saisonfinale am 21. Mai sowie eine mögliche Relegation – wird Ottmar Schreiber die Mannschaft übernehmen – mit Unterstützung durch Sebastian »Seppo« Koschwan und Alex Harsch. »Wegen der neuen Saison werden wir uns umgehend Gedanken machen«, so Raue, »diese Konstellation könnten wir uns, unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit, auch sehr gut für 2022/23 vorstellen – bis auf 'Seppo', der ja aufhört.«

Schreiber war jahrelang erfolgreich im TuS-Jugendbereich tätig und hat bereits einige aktuelle Spieler (Sohn Nick Schreiber, Erik Schesler, Jones Ajal) in den Herrenbereich gebracht. »Außerdem kennt er die Spieler sehr gut, ist bei jedem Spiel dabei und im regionalen Fußball bestens vernetzt«, erklärt Raue.

Stutz selbst war vor allem ob der Vielzahl individueller Fehler frustriert, die seine Truppe in den vergangenen Wochen gemacht hatte. »Da bist zu als Trainer irgendwie auch machtlos«, sagt er. Doch er spart auch nicht mit weiteren kritischen Worten: »Die Einstellung, die du in unserer Situation brauchst, war einfach nicht da«, klagt der 56-jährige B-Lizenz-Inhaber.

»Die Jungs haben den Abstiegskampf einfach nicht so angenommen, wie ich mir das vorstelle.« Grundsätzlich sei er offen, falls Anfragen kommen von anderen Vereinen: »Für Gespräche bin ich immer zu haben, dann muss man halt schauen, ob etwas Interessantes dabei ist.«

Gastgeber Teisendorf hat nur noch minimale Chancen auf die Vizemeisterschaft: »Auch unsere größten Optimisten wissen seit dem letzten Wochenende, dass es wahrscheinlich nicht mehr reichen wird«, meint »Rothosen«-Trainer Andi Brandl in Anbetracht des Fünf-Punkte-Rückstands auf die SG Schönau.

Apropos Schönau: Die Königsseer gastieren beim BSC Surheim – für den es um nichts mehr geht – und gehen als Favorit ins Spiel. Der Tom-Meissner-Truppe reicht schon ein Punkt, um die Bezirksliga-Relegation zu fixieren, da sie im Direktvergleich mit Teisendorf (5:2, 1:2) vorne liegt.

Um jede Menge geht es für den TSV Waging, der beim jenseits von Gut und Böse liegenden SV Kay aufkreuzt. Seit Mittwoch (nach dem Sieg des SC Anger in Inzell) steht fest, dass die »Seerosen« nicht mehr den Klassenerhalt ohne Relegation schaffen können. Da auch die beiden Direktabstiegsränge nur einen beziehungsweise zwei Punkte entfernt sind, benötigen die Waginger mit aller Macht einen Dreier gegen die Grün-Weißen. Dann könnten sie aus eigener Kraft mit einem Heimdreier in der Schlussrunde gegen Hammerau die Relegation absichern.

Der Abstiegskracher der Runde steigt morgen in Winhöring, wo Schlusslicht SG Perach/Winhöring den auf einem Relegationsplatz liegenden FC Töging II begrüßt.

Nur noch ums Prestige geht es in den Duellen FC Hammerau contra SC Anger, TSV Reischach gegen SC Inzell sowie SG Tüßling - SV Mehring. Diese Teams gehören auch 2022/23 der 8. Liga an. In Mehring ist noch offen, wer das Team in der neuen Saison coachen wird. Wie berichtet, wird man die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Trainer Nick Brandstätter nicht fortsetzen.

cs