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Traunreuter Extremsportler lässt Video vom Watzmann-Sprung online und startet Spendenaktion

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Berchtesgaden: Extremsportler Niklas Winter lässt Video vom Watzmann-Wingsuit-Sprung online – Spendenaktion | Traunreut/Königsse
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Dieses Bild ist ein Auszug aus dem Video des Wingsuit-Sprungs vom Watzmann. (Foto: Screenshot YouTube)

Berchtesgadener Land/Traunreut – Nach dem größeren Wirbel um ein Video, das seinen Wingsuit-Sprung vom Watzmann zeigt, hat sich der Traunreuter Extremsportler Niklas Winter auf seiner eigenen Homepage ausführlich zu seinen Videos im Allgemeinen geäußert – und zugleich eine Spendenaktion für die Umwelt gestartet.


Der 31-jährige Extremsportler ist, wie berichtet, vergangenes Jahr mit einem sogenannten Wingsuit von der Watzmann-Mittelspitze in die Ostwand gesprungen. Ein Video davon hat Winter auf der Plattform YouTube veröffentlicht. Das hatte unter anderem viel mediale Aufmerksamkeit und das Androhen einer Geldstrafe seitens des Landratsamts Berchtesgadener Land zur Folge. Nun hat der Extremsportler auf seiner Homepage niklas-winter.de zu einer Spendenaktion für Moorgebiete aufgerufen. Denn einer der Vorwürfe lautete: Er ist im Nationalpark Berchtesgaden gesprungen, was illegal ist.

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Nicht löschen will Winter aber das Video, das seinen Sprung vom Watzmann zeigt – trotz Aufforderung der zuständigen Behörde im Landratsamt (zur Vorgeschichte). Da diese Form von sportlicher Betätigung im Nationalpark Berchtesgaden verboten ist, zieht er damit seit einigen Tagen nicht nur die Aufmerksamkeit der Behörden, sondern auch der Medien auf sich.

Wie Winter in einem neuen Eintrag auf seiner Internetseite schreibt, verstehe er die Anliegen und Argumente des Landratsamts. Eine genaue Erklärung, »inwiefern mein Sprung die Umwelt geschädigt habe« gab es allerdings nicht, so der Blog-Eintrag weiter. »Es ist verboten, weil es verboten ist.« An seiner Entscheidung, dieses und ein weiteres Video aus dem Nationalpark dennoch nicht aus dem Netz zu löschen, hält er dennoch fest: »Es überzeugt mich nicht, um deshalb die Videos aus dem Internet zu nehmen.«

Alle anderen Videos, die Winters Sprünge aus anderen Regionen Deutschlands zeigen, hat er allerdings entfernt. Der Grund: Der Traunreuter befürchtet weitere Klagen – auch in Zusammenhang mit dem Luftverkehrsgesetz. Die beiden Aktionen im Nationalpark schlagen allerdings mittlerweile zu hohe Wellen. Sie »sind bereits bekannt und werden vermutlich ohnehin geahndet werden« – es lohne sich also nicht, sie jetzt doch zu löschen.

Video vom Watzmann-Sprung:

 

Weitere Videos werde es im Übrigen auch nicht geben: »Zukünftig werde ich solche Aktionen für mich behalten.« Klarstellen will der Traunreuter in diesem Zuge auch, dass er sich zu keiner Zeit über die Konsequenzen beklagt hat oder beklagen werde. »Ich erwarte kein Mitleid, da ich mir der Sache bewusst war«, schreibt er in seinem Blog.

Video-Debatte führt zu Spendenaufruf

Im seiner Stellungnahme bezieht Niklas Winter zu seinem Sprung und allerlei Vorwürfen Stellung. Der Extremsportler betont unter anderem, dass der Nationalpark von großer Bedeutung ist. »Sonst hätten wir dort mittlerweile schon eine Gondel zum Watzmann.« Sein Sprung soll nicht als »Blaupause« für andere dienen. »Einige Leute stecken ihr Herzblut in den Erhalt der Natur und sollten dafür Anerkennung und nicht Kritik ernten«, ergreift Winter Partei für alle, die sich für den Nationalpark und seinen Erhalt einsetzen.

Ein Wingsuit-Sprung hat seiner Meinung nach einen verschwindend geringen Einfluss auf die Natur. Seiner Meinung nach mache der Massentourismus dem Nationalpark zu schaffen, »Stichwort: Königsbach Wasserfall«, und er probiere, mit ihm ein Exempel zu statuieren. Das sei »schade, aber nachvollziehbar«.

Der Fokus solle daher nach Winters Worten weniger auf seinem Wingsuit-Sprung als vielmehr auf die allgemeine Debatte über das Umweltbewusstsein unserer Zivilisation gerichtet werden. Als ihm Spenden angeboten wurden, die ihn bei der Zahlung des anstehenden Bußgeldes unterstützen sollten, ergriff er die Initiative, eine Crowdfunding-Kampagne für die Umwelt zu starten. »Damit könnte die Aktion im Nachhinein zumindest noch für etwas gut gewesen sein und die aufgebrachten Kommentatoren können ihre Energien auf etwas Positives lenken«, entgegnet Winter allen Menschen, die ihm auf seine Aktion Beleidigungen oder gar Drohungen entgegengebracht haben. »Diejenigen, die mir angeboten hatten zu spenden, falls es zu einer Strafe kommt, können mir einen größeren Gefallen tun, wenn sie für eine Umweltinitiative spenden«, schreibt er.

Gesammelt wird bei der Kampagne für die »Renaturierung von Mooren«. Konkret will Winter das Geld, das dabei zusammenkommt, an den Bund Naturschutz in Bayern weiterreichen und damit ein Moorprojekt unterstützen. Mindestens 2500 Euro sollen zusammengekommen – als symbolische Zahl, um mit dieser »Geldsumme doch auch etwas Positives bewirken« zu können. »Moore sind Klima-, Arten- und Hochwasserschutz in einem«, so Winter. In einem intakten Moor ist Kohlenstoff gespeichert und wird aktiv aus der Atmosphäre gezogen.

Wer mehr über das Projekt erfahren will, findet unter folgendem Link alle Informationen: https://www.leetchi.com/c/fliegen-fuer-die-nachhaltigkeit.

red