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Traunreuter Stadtrat segnet Entwurfsplan und Kostenberechnung für neuen Kindergarten ab

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Foto: Symbolbild

Traunreut – Der Stadtrat hat in seiner Sitzung die Entwurfsplanung und Kostenberechnung für eine neue Kindertagesstätte an der Kolpingstraße einstimmig abgesegnet.


Die Planung, die Architektin Ina Veit von der Stadtverwaltung vorstellte, fand allgemein großen Gefallen. Alfred Wildmann (FW) sprach von einem »Paradies für Kinder«. Wie berichtet, hatte der Bauausschuss das 4,5-Millionen-Euro-Projekt ebenfalls ohne Gegenstimmen dem Stadtrat empfohlen. Im September nächsten Jahres soll der neue Kindergarten, der Platz für 125 Kinder bieten wird, in Betrieb gehen.

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Den Räten brannten aber doch noch kleinere und größere Anliegen auf den Nägeln. Paul Obermeier (FW) hatte bereits im Bauausschuss das Gründach angesprochen. Deshalb ging die Architektin darauf noch einmal näher ein. Laut Veit handle es sich um eine sogenannte extensive Dachbegrünung mit pflegeleichten Pflanzen, die gleichzeitig das Regenwasser in den natürlichen Kreislauf zurückführen. Die Bepflanzung biete auch den Insekten Lebensraum, und die Pflege des mit Kunststoffkassetten abgedichteten Dachs sei zudem sehr wartungsarm.

Martin Czepan (Grüne) begrüßte es, dass man sich für ein Gründach entschieden habe und auch die Fassaden mit viel Grün ausgestattet sein sollen. »Das wirkt sich positiv auf die Kinder aus«, so Czepan. Zur Bauausführung – das Gebäude wird in Ziegelbauweise errichtet – wollte er wissen, ob denn auch über eine Holzbauweise nachgedacht worden sei, wo doch Holz viel klimafreundlicher sei. Laut Veit sei die Vorplanung auch aufgrund des knappen Zeitplans auf ein Mauerwerk ausgelegt gewesen.

Reinhold Schroll (CSU) gab zu: »Eine Dachbegrünung gefällt mir nicht. Ich bin skeptisch, ob das so nachhaltig ist.« Auf Nachfrage von Hans Kneffel (CSU), der wissen wollte, wie es um die Belastbarkeit des Gründachs bei besonders starkem Schneefall bestellt sei, teilte Veit mit, dass die Schneelast von einem Statiker exakt berechnet werde. Das Oberlicht auf dem Dach sei fest verglast, wobei sich einige Elemente auch öffnen ließen.

In eine ganz andere Kerbe schlug Günther Dzial (SPD). Ihm brennt vor allem die Verkehrssituation auf den Nägeln. Dzial befürchtet, dass der Stadtteil im Westen den Verkehr nicht verkraften wird. »Es kommt ja nicht nur der Kindergarten hin, sondern auch noch das neue Wohngebiet »Stocket«, und die Polizei will dort auch noch in absehbarer Zeit bauen. Wir müssen uns Gedanken machen, wie komme ich da hinter?« Mit Blick auf die Zukunft meinte er: »Wenn gebaut wird, muss auch der Verkehr darauf ausgelegt sein.«

Auch Verkehrsreferent Roger Gorzel (Bürgerliste) befürchtet Probleme mit dem Verkehr. Es müsse unbedingt eine Verkehrszählung vorgenommen werden, forderte er. Nach Angaben von Bürgermeister Klaus Ritter bestehe eventuell die Möglichkeit eines Wendehammers. »Ich habe schon versucht, ein Grundstück zu kriegen«, sagte Ritter. Näheres dazu soll dem Stadtrat in einer der nächsten Sitzungen vorgestellt werden.

Im Mai 2017 hatte der Stadtrat einen ersten Entwurf und ein Raumprogramm abgesegnet, auf dessen Grundlage jetzt weitergearbeitet wurde. Damals wurden die Kosten auf knapp vier Millionen Euro geschätzt. Der Stadtrat entschied sich für ein kompaktes Gebäude mit Erd- und Obergeschoß.

Das Haus soll als teiloffenes Konzept nach der sogenannten zukunftsorientierten Elementarpädagogik geführt werden, bei der sich die Kinder relativ frei bewegen können. Zentrales Element wird eine großzügige Spieltreppe im Zentrum des zweigeschoßigen Baus sein. Um diese Treppe sind im Untergeschoß die Sozial-, Lager-, Technik und Personalräume angeordnet. Ebenso befinden sich im Untergeschoß ein großer Bewegungsraum und eine Kinderküche mit Essbereich.

Im Obergeschoß rahmen fünf raumübergreifende Gruppenräume die zentrale Spieltreppe mit Kletterturm ein. Die Kinder können vom Gebäude aus direkt in einen großzügig angelegten Garten laufen. ga