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Traunsteiner Geschäftsführer wurde Opfer von Millionenbetrug mit Masken: Hintermänner verhaftet

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Staatsanwaltschaft Traunstein mit Erfolg: Täter und Hintermänner nach Millionenbetrug mit Schutzmasken festgenommen
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Foto: Rene Traut/dpa

Traunstein – Der im April bekannt gewordene Millionenbetrug mit Schutzmasken, bei dem ein Geschäftsführer aus Traunstein zum Opfer einer internationalen Bande wurde, ist aufgeklärt. Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat in Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden aus den Niederlanden und aus Nigeria, wo die Hintermänner der Tat festgenommen wurden, alle Verdächtigen ermittelt. Zwei der Täter wurden bereits verurteilt.


Der Traunsteiner Geschäftsführer der betrogenen Unternehmen, der im Auftrag für Gesundheitsbehörden des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen zehn Millionen Masken für 15 Millionen Euro besorgen sollte, hatte am 30. März Strafanzeige bei der örtlichen Polizei erstattet, da er sich mit dem Coronavirus infiziert hatte und sich zu dieser Zeit im Landkreis Traunstein in häuslicher Quarantäne befand (zu unserem damaligen Bericht). Von dort aus hatte er auch Anzahlungen in Höhe von 1,5 Millionen Euro an die angeblichen Lieferfirmen im Ausland veranlasst.

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Als die Masken mit rund 50 Lastwagen in den Niederlanden abgeholt werden sollten, flog der Betrug auf. Die Täter behaupteten, dass Geld sei nicht eingetroffen und forderten eine weitere Anzahlung über 880.000 Euro, die ebenfalls überwiesen wurde. Doch die Lieferung der Masken blieb aus.

Die Spezialabteilung für transnationale Kriminalität der Staatsanwaltschaft Traunstein (»Traunsteiner Modell«) übernahm die Ermittlungen in Deutschland. Mit der Hilfe von Eurojust, der Behörde für die Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaften in der EU sowie von Interpol, der bayerischen, niederländischen und irischen Polizei konnten mehr als 2,1 Millionen Euro der Beute gesichert werden. Staatsanwälte in Nigeria, wo die Hintermänner der Tat vermutet wurden, und in den Niederlanden begannen ihre eigenen Ermittlungen.

Täter und Hintermänner festgenommen

Durch die bestmögliche Kooperation der beteiligten Stellen und monatelanger Ermittlungen konnten die Behörden des Generalstaatsanwalts des Bundes Nigeria, die nationale Staatsanwaltschaft für schweren Betrug der Niederlande und die Staatsanwaltschaft Traunstein die Täter identifizieren. Zwei männliche Verdächtige aus den Niederlanden wurden im April 2020 festgenommen und im Juli vom Gericht in Zwolle wegen Geldwäsche zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

In Nigeria konnte das National Crime Bureau im August dann die zwei mutmaßlichen Hinterleute und Organisatoren festnehmen. Ihnen droht nun noch ein Prozess. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Traunstein zeigen insbesondere diese Ermittlungen, dass auch in einer modernen Welt, in der Kriminelle durch die Globalisierung ihre Taten in anderen Ländern verschleiern können, »eine gute und auf gegenseitigen Respekt und Vertrauen basierende Zusammenarbeit« eine gute Basis für den Erfolg darstellt. So verfügen die Strafverfolgungsbehörden über effektive und schlagkräftige Mittel, um gegen international agierende Täter vorzugehen.

Unsere bisherige Berichterstattung: