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Jeden Tag an seine Grenzen gehen und diese nach Oben verschieben

Traunsteiner Langläufer Jonas Dobler träumt von seinen ersten Olympischen Spielen

Foto: Wukits


Für den Langläufer Jonas Dobler vom SC Traunstein heißt es dieser Tage „Vollgas“. Mit der Tour de Ski steht der erste Saisonhöhepunkt bevor. Neben einer guten Platzierung will der 26-jährige auch die Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2018 schaffen.

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Diese finden im Februar in Südkorea statt und wären die ersten für Dobler. Für dieses Ziel opfert er viel, während andere in seinem Alter das Leben genießen, geht der ehrgeizige Sportler dafür jeden Tag an seine Grenze und will diese noch weiter nach oben verschieben. „Ich orientiere mich an den Besten und das sind die Skandinavier“, verrät er. Mit 12 Jahren hat er den Langlaufsport entdeckt. Er nennt es das lautlose Gleiten durch die verschneite Natur in der heimischen Bergwelt. Zeit für diese Idylle bleibt beim Training mit der Ruhpoldinger Gruppe wenig. Im Vordergrund stehen Kilometer machen, auf dem Schnee, Laufband oder Roller. „Olympische Spiele sind das Größte was ein Sportler erleben kann, das spukt täglich im Kopf herum“, gibt er zu. Wie es bei Olympia ablaufen wird, davon hat er keine konkreten Vorstellungen. Er hat es sich aber von anderen olympiaerprobten Athleten sagen lassen, dass dies in allen Bereichen alles in den Schatten stellt. Deshalb hätte er die Qualifikationsnormen für Olympia schon gerne frühzeitig erfüllt. Das würde für Ruhe sorgen. Gefordert sind zwei Platzierungen unter den Top15 oder eine unter den besten acht im Weltcup. So stand die Vorbereitung in diesem Sommer unter dem Motto: „Jedes Jahr einen Schritt nach Vorne!“ „Wegen Olympia erfindet man sich aber nicht neu“, sagt Dobler. Obwohl es im Vorfeld intensivere Einheiten und mehr Schnee-Training gegeben hat. Neben Jonas Dobler wollen auch andere Sportler vom heimischen Stützpunkt zu Olympia. Andi Katz, Lucas Bögl und Thomas Wick gehören zum engen Kreis.

Foto: Wukits

Die besten Langlaufjahre kommen noch

Mut zugesprochen bekommt Dobler vom ehemaligen Weltklasse-Langläufer Tobias Angerer. „Er hat immer zuletzt einen Schritt nach vorne gemacht. Er ist zielstrebig und fleißig und hat sich technisch immer verbessert“, sieht der zweifache Gesamtweltcupsieger die Entwicklung. Angerer hat aber auch die Rückschläge bei Dobler durch seine Krankheit in der vergangenen Saison gesehen. „Er muss jetzt den Glauben an seine Stärken wiederfinden. Dann kommt er wieder dorthin, wo er schon mal gewesen ist. Er kann sogar noch besser werden. Vor allem, weil die besten Langläuferjahre bei ihm erst kommen.“ Gerne erinnert sich Angerer an die WM 2015 in Falun in der Dobler in der Staffel mit den großen Nationen Norwegen, Schweden und Russland auf Augenhöhe agiert hat. Bis zu drei Stunden dauert eine Trainingseinheit und da wird es um den Sportler manchmal einsam. Man kann zwar mit dem Trainingspartner sprechen, sollte mit ihm aber nicht über Gott und die Welt reden. „Es sollte schon alles auf den Sport fokussiert sein“, bemerkt Dobler. Wenn der Traunsteiner mal nicht gerade auf Langlaufskier unterwegs ist, dann ist er beim Beachvolleyball oder beim Squash zu finden. „Alles was mit einem Ball zu tun hat. Ich bin keiner für die Couch, ich brauche immer Bewegung“, sagt er lachend. Seine ganz engen Freunde kommen aber nicht aus dem Leistungssport, das macht für ihn das >Abschalten< leichter. „Dieses Umfeld ist sehr wichtig, weil sie mich als Mensch respektieren und nicht den Leistungssportler in mir sehen.“ Angesprochen auf seine Stärken und Schwächen verrät er, dass er sehr zielstrebig und immer klar im Kopf ist und sich nicht von Nebengeräuschen ablenken lässt. Zu seiner Schwäche meint er: „Meine Freundin würde sagen, dass ich einen Hang zur Unordentlichkeit habe.“ Kleiner Tipp von mir, auch bei diesem Thema kann man über seine Grenzen gehen.

Text: Siegi Huber
Bilder: Ernst Wukits