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Traunstorf, Daxerau und »Bahnhof West«: Von Abwassergebühr bis Zufahrtsmöglichkeit

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Traunsteiner Areal Bahnhof West: Einmündungsbereich von der Güterhallenstraße in die Jahnstraße. Foto: Peter

Traunstein – Die Diskussionspunkte bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Sailer-Keller reichten von A wie Abwassergebühr, über K wie Kostenkontrolle beim Kunst- und Kulturzentrum Klosterkirche bis hin zu Z wie künftige Zufahrtsmöglichkeiten zum neu gestaltenden Bereich Bahnhof West.


Johann Kainz monierte, dass im Ansiedlungsmodell Traunstorf keine Doppelhäuser und Mehrgenerationen- oder Mehrfamilienhäuser vorgesehen sind. Somit wird aus seiner Sicht dem Flächenverbrauch nicht entgegengewirkt. Ihn störe auch, dass keine Tiefgaragen vorgesehen sind, um die Versiegelung zu verringern.

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»In Traunstein besteht großer Wohnungsdruck«, sagte Kegel. In Traunstorf handle es sich um sogenannte platzsparende Kettenhäuser und dadurch werde mit den Flächen in Traunstorf sehr sparsam umgegangen. Sollte mal ein Grundstück größer sein, sei das dem Zuschnitt geschuldet, der eine andere Flächengestaltung nicht ermöglichte, schob Kegel nach. Die Errichtung von Tiefgaragen sei sehr teuer und es müsse geschaut werden, dass für die jungen Familien die Baukosten gering gehalten würden.

Stadt hat es sich nicht leicht gemacht

In dem geplanten Wohngebiet in der Daxerau sind nach den Worten von Kegel Tiefgaragen vorgesehen. Mit dem Projekt Daxerau habe es sich der Stadtrat nicht leicht gemacht, sagte das Stadtoberhaupt. Es gebe zahlreiche Gutachten und man müsse den Gutachten auch mal glauben, meinte Kegel. Er fügte noch an, dass es sich in der Daxerau um kein Hochwassergebiet handelt.

Wie weit die Machbarkeitsstudie für den Verkehr für das Industriegebiet Kotzig fortgeschritten ist, wollte Rosmarie Berger wissen und stellte auch die Frage, ob es im Gewerbegebiet Süd in Haslach noch freie Gewerbeflächen gibt. Die Machbarkeitsstudie und die artenschutzrechtliche Prüfung werden laut Kegel noch bis in den Sommer hinein andauern. Die Flächen in Haslach hätten nach Auskunft der Eigentümer mehrfach verkauft werden können, und es seien keine Flächen mehr frei, sagte Kegel.

In Sachen Industriegebiet Kotzing und dessen Erweiterung erinnerte der Oberbürgermeister daran, dass den dort ansässigen Unternehmen bereits vor sieben Jahren zugesagt worden ist, dass eine Erweiterung für die Betriebe in Richtung Norden möglich ist. Der betroffene Wald liege westlich der Wasserburger Straße; die Waldflächen östlich der Wasserburger Straße in der Verlängerung des Waldfriedhofs seien davon nicht betroffen. »Wollen wir es in Kauf nehmen, dass dort Firmen abwanderten, weil sie sich nicht mehr entwickeln könnten und dadurch Arbeits- und Ausbildungsplätze verloren gingen?«, fragte Kegel. Dies hätte weiter zur Folge, dass der Stadt wichtige Einnahmen fehlen würden, und somit stünde für freiwillige Leistungen weniger Geld zur Verfügung. Kegel gab auch zu bedenken, wenn die Firmen abwanderten, müssten sicher woanders Bäume gefällt werden.

Verkehrsgutachten für Güterhallen- und Jahnstraße

Bis jetzt seien ja nur vage Planungen vorhanden, wie der Bereich »Bahnhof West« neugestaltet werden solle, sagte Adolf Spitzer. Antworten, wie es mit der künftigen Verkehrsführung in dem Gebiet und speziell an der Güterhallenstraße und der Einmündung in die Jahnstraße aussehen wird, wollte Spitzer von den Verantwortlichen bekommen. Denn wie Spitzer meinte, habe sich in den umliegenden Straßen verstärkt ein Wohngebiet entwickelt. Eine künftige Bebauung würde sicher mehr Straßenverkehr zur Folge haben, räumte Kegel ein. Um hier Anhaltspunkte für verträgliche Lösungen zu bekommen, werde ein Lärm- und Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben.

Der Amtsleiter für Baurecht, Bernhard Glaßl, meinte, dass bei der künftigen Regelung die Güterhallenstraße und die Einmündungsmöglichkeit in die Jahnstraße sicher ein Thema sein werde. Hier verwies er darauf, dass es schon früher Diskussionen um einen möglichen Kreisverkehr an der Wegscheid Brücke gab. Doch sei es zum jetzigen Zeitpunkt zu früh, konkrete Aussagen machen zu können. Man erwarte aber eher eine Verkehrsminimierung, da die Bewohner durch die günstige Wohnlage vieles zu Fuß erledigen könnten, so Glaßl.

Konrad Baur meinte, dass der Informationsflyer zur »Getrennten Abwassergebühr« etwas missverständlich und nicht ganz nachvollziehbar sei, wie die Abwassergebühr zustande komme. Weiter äußerte Baur Bedenken, dass bei den Bauarbeiter am Kunst- und Kulturzentrum Klosterkirche die Kosten ständig steigen. Darum wollte er wissen, wie die Kostenkontrolle aussehe und ob es eine Zielvorgabe für die Kosten gebe. Wie Kegel versicherte, liegt momentan die echte Kostensteigerung bei sieben Prozent. Die Verantwortlichen würden jeden Beleg genauestens überprüfen. Da nun fast alle Ausschreibungen vergeben seien, könne er sagen, dass sich die Kosten im Rahmen bewegen würden, so der Oberbürgermeister.

Zur gesplitteten Abwassergebühr gab der Stadtkämmerer Reinhold Dendorfer Auskunft. Beim angesprochenen Flyer wurde schematisch mit Balken gearbeitet, um das Thema vereinfacht darstellen zu können. Im Flyer wurde nach den Worten des Kämmers noch von 50 Cent Gebühr je Quadratmeter der betroffenen Flächen ausgegangen. Der Betrag hat sich nach den abschließenden Berechnungen auf 33 Cent verringert. Nach Ostern werden die rund 5000 Bescheide zur Berechnung der künftigen Abwassergebühr rausgehen.

Ob sich die Stadt nicht mehr hinter die Anliegen der Traditionsgaststätte »Festung« stellen könne, wollte Florian Kick erfahren. Dazu meinte der Leiter des Ordnungsamts, Manfred Bulka, dass es sich bei der Festung um eine Schank- und Speisengaststätte handle und es gebe hier durchaus Spielraum, wenn die Vorgaben eingehalten würden, die von beiden Seiten – dem Wirt und dem Anlieger – akzeptiert würden.

Wer ist für Sicherheit am Bahnhof zuständig?

Ob es sich bei den Sicherheitskräften am Bahnhof auch teilweise um die Kräfte der Sicherheitswacht Traunstein handelt, fragte Hildegard Straub nach. Wie Bulka ausführte beschäftigt die Bahn verschiedene Security Unternehmen. Weiter sorgen die Bundespolizei sowie nach Absprache mit der PI Traunstein deren Beamte für die Sicherheit. Die Kräfte der Sicherheitswacht seien dafür nicht verantwortlich, so Bulka. mp