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TRBK-Verwaltung bekommt neue Heimat im AlpenCongress

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Berchtesgaden: TRBK-Verwaltung bekommt neue Heimat im AlpenCongress
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Noch befindet sich die Verwaltung der TRBK im Gebäude der ehemaligen Kurdirektion. Nach dem Umzug in den AlpenCongress soll das Haus verkauft werden. (Fotos: Ulli Kastner)

Berchtesgaden – Der Wirtschaftsplan 2020 des Zweckverbands Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK) enthält Gesamtinvestitionen von rund 1,9 Millionen Euro. Der größte Batzen davon, nämlich 1,2 Millionen Euro, entfällt auf Umbauarbeiten im AlpenCongress für Büros der TRBK-Verwaltung. Denn die soll von der ehemaligen Kurdirektion am Bahnhof komplett in den AlpenCongress umziehen.


Das alte Gebäude am Bahnhofskreisverkehr, in dem sich aktuell auch die Tourist-Info befindet, wird verkauft. Den Wirtschaftsplan segneten die Verbandsräte auf ihrer Sitzung am Donnerstag einstimmig ab.

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Aufwand und Entgelte im Wirtschaftsplan 2020 steigen gegenüber dem Vorjahr beträchtlich auf rund 17,2 Millionen Euro. Das liegt an der Integration der Watzmann Therme in den Verband. Der voraussichtliche Jahresverlust wird 20.400 Euro betragen. Die Gemeinden leisten zur Deckung des Finanzbedarfs eine Zahlung von 1,6 Millionen Euro. Vorgesehen ist auch eine Darlehenstilgung in Höhe von 420.000 Euro, sodass sich der voraussichtliche Schuldenstand zum Ende nächsten Jahres auf rund 4 Millionen Euro reduzieren wird.

Personalkosten steigen auf 4,3 Millionen Euro

Einige Eckdaten aus dem Wirtschaftsplan nannte Josef Moser, Leiter Finanzen und Rechnungswesen, bei der Präsentation des Wirtschaftsplans. So rechnet man beispielsweise mit Kurbeitragseinnahmen in Höhe von 4,2 Millionen Euro. Die Personalausgaben steigen beträchtlich von 2,6 auf knapp 4,3 Millionen Euro. Das liegt zum einen an den Tariferhöhungen, im Wesentlichen aber an der Übernahme der Watzmann Therme, deren Erlöse künftig ebenfalls in die TRBK fließen. Bei der Therme geht man wegen der Neueröffnung der Bäder in Salzburg und Freilassing von einem fünfprozentigen Besucherrückgang aus und plant nun mit 216.000 Besuchern. Die Umsätze sind mit 3 Millionen Euro angesetzt.

Der Materialaufwand in der TRBK beträgt rund 9,4 Millionen Euro, die Fahrpreisentschädigung für Kurkarteninhaber an die RVO liegt bei 890.000 Euro. Am Kehlstein rechnet man mit 390 000 Fahrgästen. Für Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten, unter anderem für die Instandhaltung der Steinschlagschutzzäune, sind im sogenannten Erfolgsplan 350.000 Euro eingeplant.

1,2 Millionen Euro für Umbau im AlpenCongress

Weitere Investitionen am Kehlstein, wie auch alle anderen TRBK-Investitionen, enthält der Vermögensplan. Der listet beispielsweise 100.000 Euro für ein Evakuierungskonzept und 215.000 Euro für die Anschaffung eines Traktors einschließlich Anbaugeräten auf. Der größte Batzen von den 1,9 Millionen Euro Gesamtinvestitionen entfällt mit 1,2 Millionen Euro auf die Umbauarbeiten im AlpenCongress, wo im Untergeschoss Büros für die gesamte TRBK-Verwaltung entstehen sollen.

Nach dem Umzug der TRBK-Mitarbeiter von der ehemaligen Kurdirektion am Bahnhof in den AlpenCongress soll das Gebäude am Kreisverkehr verkauft werden. Unklar ist bislang, was mit der dortigen Tourist-Info geschehen soll. Hier sind noch verschiedene Fragen zu klären: Wo könnte in Bahnhofsnähe eine neue Tourist-Info entstehen oder braucht man dort zusätzlich zur Tourist-Info im AlpenCongress überhaupt eine weitere Informationsstelle?

150.000 Euro sind im Vermögensplan auch für die Errichtung von digitalen Infotafeln an den Ortseingängen der TRBK-Gemeinden enthalten. Diese sind, wie Hannes Grill (Ramsau) auf Anfrage von TRBK-Vorsitzendem Franz Rasp erfuhr, zwar im Wirtschaftsplan eingeplant, aber noch nicht beschlossen. »Da müssen wir erst schauen, ob das so kommt«, betonte Rasp. Geplant sind digitale Infotafeln, ähnlich wie die vor dem AlpenCongress. In Kooperation mit der BGLT sollen darauf gemeindliche Veranstaltungen genauso angekündigt werden wie Veranstaltungen im AlpenCongress.

Weiterhin hohes Betriebskostendefizit

Dr. Bartl Wimmer (Berchtesgaden) begrüßte die angestrebte »Einhäusigkeit« der Verwaltungen von TRBK und BGLT. Mehr Engagement wünschte er sich bei der Erarbeitung eines neuen Kehlsteinvertrags und bei der Erstellung eines Konzeptes für die Tourist-Infos. Außerdem sollte man allmählich Klarheit bekommen, wie es mit der Sanierung der Watzmann Therme weitergeht.

Am kritischsten aber sieht Dr. Wimmer, dass es bislang immer noch keine Aussagen darüber gibt, wie man die Situation im AlpenCongress verbessern will. Wimmer erinnerte daran, dass man mit der großen Sanierung für rund 6 Millionen Euro eigentlich auch das jährliche Betriebskostendefizit senken wollte. Zwar sind im prognostizierten Defizit von über 1 Million für das kommende Jahr laut Josef Moser außergewöhnliche Instandhaltungskosten von fast 250.000 Euro enthalten, doch Bartl Wimmer beruhigte das keineswegs. Der Verbandsrat: »Das damals formulierte Ziel hat sich in nichts aufgelöst. Wir brauchen endlich ein Konzept, wie wir aus der Situation herauskommen. Mit dem operativen Ergebnis dürfen wir uns dauerhaft nicht zufrieden geben.«

Das sah auch Franz Renoth (Schönau am Königssee) so. Der erinnerte daran, dass man das Minus von rund 800.000 Euro vor dem Umbau auf etwa die Hälfte reduzieren wollte. Im laufenden Jahr komme man nun auf ein Minus von 984.000 Euro und im Haushaltsjahr 2020 auf rund 1,05 Millionen Euro. »Das ist happig.« Verbandsvorsitzender Franz Rasp teilte mit, dass in der BGLT aktuell der Bestand gesichtet werde. Man prüfe, wie die BGLT die Verwaltung des AlpenCongresses künftig bei der Vermarktung des Hauses unterstützen könne.

Ulli Kastner