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Trotz Trainer-Sperre und Elfer-Posse: Juve siegt

Turin (dpa) - Die einzigartige Erfolgsserie von Juventus Turin geht weiter. Mit einem 2:0-Sieg zum Auftakt der italienischen Fußballmeisterschaft gegen den FC Parma legte der Titelverteidiger am Samstag eine glänzende Saisonpremiere hin. Damit ist der Rekordmeister seit 40 Ligaspielen unbesiegt.

Auftaktsieg
Die Juve-Spieler feiern den Sieg gegen Parma. Foto: Alessandro Di Marco Foto: dpa

«Grande Juve wie eh und je», titelte der Corriere dello Sport am Sonntag. Juve ließ sich weder von der Sperre für Cheftrainer Antonio Conte noch von einer selbst fabrizierten Elfmeter-Posse irritieren. Dabei hatte Arturo Vidal Juves Interimstrainer Massimo Carrera und die Fans in der ersten Halbzeit fast zur Verzweiflung gebracht. Als Mirko Vucinic mit dem Ball zum Elfmeterpunkt schritt, um einen fälligen Strafstoß für Juve zu schießen, stürmte der Ex-Leverkusener Vidal heran, entriss seinem Mitspieler den Ball - und verschoss!

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Wie im vergangenen Jahr gelang Verteidiger Stephan Lichtsteiner in der 54. Minute das erste Saisontor für die Turiner. Regisseur Andrea Pirlo machte vier Minuten später alles klar. Seinen Freistoß erwischte Parmas Keeper Antonio Mirante erst knapp hinter der Torlinie. Der erstmals in dieser Saison in der Serie A eingesetzte Torrichter erkannte zurecht auf Treffer.

Heftig diskutiert wurde jedoch die Frage, ob der wegen einer nicht angezeigten Ergebnismanipulation bei seinem Ex-Club AS Siena für zehn Monate gesperrte Juve-Trainer Conte nur brav zugeschaut oder doch gecoacht hat. Der 44-Jährige kam im Mannschaftsbus ins Stadion und verfolgte die Partie aus einer Kabine über der VIP-Tribüne. Ein Spezialglasscheibe verwehrte den Blick nach innen.

Das sorgte für wilde Spekulationen: Hat Conte während des Spiels Anweisungen an die Bank gegeben und in der Pause vielleicht per Video-Schaltung zur Mannschaft gesprochen? Interimscoach Carrera bestritt dies: «Ich treffe währende des Spiels die Entscheidungen und habe in der Pause zu den Spielern gesprochen», betonte er.

Nicht zum Team wird voraussichtlich rund vier Monate lang Verteidiger Lucio gehören. Der ehemalige Bundesliga-Profi hat sich beim Training am Freitag einen Bänderriss im rechten Sprunggelenk zugezogen. Dies gab Juve nach den abschließenden Untersuchungen des Brasilianers am Sonntag bekannt. Der 34-Jährige war vor der Saison von Inter Mailand nach Turin gewechselt. In der Bundesliga hatte Lucio für Bayern München und Bayer Leverkusen gespielt.