weather-image
21°
Schmeichelhafter 2:1-Derby-Erfolg des ASV Piding gegen mehr als gleichwertige Berchtesgadener

TSV Berchtesgaden mit deutlichem Chancenplus

Richard Hartmann war die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben. Der Berchtesgadener Trainer konnte mit dem Auftritt seiner Truppe im Kreisklassen-Derby beim ASV Piding eigentlich zufrieden sein...

Das Leder fest im Blick, bei diesem Duell »Routine gegen Jugend« mit TSV-Kämpfer Christian Lindner (30 Jahre/l.) und ASV-Mittelfeldmann Michael Flatscher (19). (Foto: Bittner)

Eigentlich; denn hätten Lindner, Reichlmeier & Co. nicht eine haarsträubende Chancenverwertung auf den gut bespielbaren Rasen gelegt, hätten die Gäste mit Sicherheit Zählbares mit in die Marktgemeinde nehmen können. So aber muteten die drei Zähler für die ungewohnt in Schwarz und Weiß aufgelaufenen Platzherren von Coach Michi Wegscheider am Ende schmeichelhaft an.

Anzeige

Der ASV begann gut und stieß in den Anfangsminuten mehrfach gefährlich in die Spitze vor: Der schnelle Martin Reichenberger von rechts, der technisch versierte Hansi Freimanner von links und der abgebrühte Peter Freimanner in der Mitte bereiteten dem Inhaber der roten KK4-Laterne zunächst arge Probleme. Doch Berchtesgaden fing sich rasch und agierte spielerisch einwandfrei. Die Violetten hielten mit großem Kampf dagegen – und so entwickelte sich eine muntere Partie an einem fast schon heißen Sommernachmittag. Als fast 20 Minuten rum waren, erhielt Peter Freimanner die Kugel tief, TSV-Außenverteidiger Talha Gokbayrak kam einen Schritt zu spät, der ASV-Torjäger hatte freie Bahn und wuchtete das Spielgerät nach einigen Metern Laufarbeit wuchtig und zentral ins Netz – 1:0 (19.). Der Rückstand mutete für Berchtesgaden bitter an, hatte doch Augenblicke zuvor Matthias Althaus nach Zuspiel von Martin Förg einen guten Schuss Richtung Pidinger Kasten vom Stapel gelassen (18.).

Nach dem absolut sehenswerten Treffer bestimmte der unerschrockene Gast das Geschehen, Piding blieben lediglich Entlastungsangriffe. Mit dem Hinterkopf bugsierte Berchtesgadens Florian Popp das Leder über Keeper Daniel Miethsam hinweg aufs Tor, der ASV-Retter auf der Linie hieß Hannes Reichenberger (27.). Gleich drauf probierte es Martin Förg mit einem Schuss (29./vorbei), in der Pidinger Abwehr gefiel vor allem Markus Möstl mit etlichen starken Klärungstaten. Der Ausgleich hätte schließlich vier Minuten vor der Pause fallen müssen: Top-Zuspiel von rechts von Routinier Christian Lindner, doch in der Mitte säbelt der völlig allein gelassene TSV-Kapitän Robert Reichlmeier die Super-Chance in den blauen Himmel (41.).

Mit Wiederanpfiff von Matthias Rothe aus Traunstein nahm die Berchtesgadener Dominanz weiter zu. Ein Angriff nach dem anderen Richtig gefährlich wurde es aber auch selten, weil sich die TSV-Schützen an Harmlosigkeit übertrafen. Robert Reichlmeier und seine Leute brachten einfach keine Wucht hinter ihre Abschlüsse, und so musste Miethsam bis auf einen Schuss von Matthias Althaus nicht wirklich eingreifen. Michael Unterreiner verletzte sich dann bei einem Pressball am rechten Sprunggelenk, für ihn kam Tobias Löhnert (55.) in die Partie.

Piding kam schließlich ein Lapsus von Philipp Beil zu Hilfe: Er kreuzte zu spät den Weg des durchgebrochenen Martin Reichenberger, Elfmeter. Peter Freimanner trat ohne Furcht an und überwand Stefan Schwach gerade so. Der Gäste-Keeper hatte die Fäuste am Leder, und dennoch rutschte es ihm durch: »Glück gehabt« zeigte der 2:0-Torschütze mit einer unmissverständlichen Geste an (63.) – es war sein 21. Treffer und das 53. Tor im 17. Spiel für die Wegscheider-Crew: die Liga-Topwerte. Berchtesgaden blieb dennoch weiter am Drücker, gab nicht auf. Florian Popp scheiterte mit zwei starken Kopfbällen innerhalb weniger Augenblicke: Den ersten Versuch bugsierte Miethsam mit einem Top-Reflex zur Ecke. Diese drehte Reichlmeier effetstark auf den Elfmeterpunkt, jetzt köpfte Popp haarscharf am Ziel vorbei (73.).

Als schließlich Martin Förg (86.) nach feinem Zuspiel von Stefan Sontheimer doch noch der hochverdiente Anschluss gelang, blieben nur wenige Minuten, um zumindest das Remis zu realisieren. Berchtesgaden probierte alles, Keeper Schach ging mit vor ins Zentrum und köpfte sogar einmal aussichtsreich, aber wieder rettete Piding in höchster Not auf der Linie und erkämpfte sich somit vor rund 60 Zuschauern den knappen 2:1-Erfolg. Der ASV bleibt mit diesem neunten Saisondreier oben dran, während für das Schlusslicht um Coach Richard Hartmann kaum noch Hoffnung besteht.

TSV Berchtesgaden: Stefan Schach; Talha Gökbayrak, Philipp Beil, Christoph Heindl, Florian Popp, Martin Förg, Christian Lindner, Robert Reichlmeier, Andreas Hartmann, Christian Winkler (46. Stefan Sontheimer), Matthias Althaus. Hans-Joachim Bittner