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Türen zu und Rauchmelder an

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Es dauert nicht lange, bis das Feuerwehrkommando »Wasser marsch« ertönt. Doch zur Verhinderung von Bränden ist auch vorbeugender Brandschutz jedes Einzelnen nötig. Wer von den Zuhörern noch keine Rauchmelder besitzt, der wird sie sich sicher bald kaufen. Rauchmelder sind die besten Lebensversicherer bei Hausbränden. Foto: Anzeiger/cw

Berchtesgaden - Der Kommandant der Feuerwehr Berchtesgaden, Toni Brandner, hielt im Seminarraum des Feuerwehrhauses Berchtesgaden einen informativen Vortrag über die Situation bei einem Brand. Dabei richtete er sich insbesondere an die Bürger, die außerhalb der Gemeinde-Peripherie wohnen und deren Anwesen von der Feuerwehr nicht nach dreieinhalb Minuten Fahrzeit vom Ausrücken aus dem Feuerwehrhaus erreicht werden.


Von den persönlich eingeladenen Hausbesitzern waren 15 zum Feuerwehrhaus gekommen, um den Ausführungen des Feuerwehrexperten zu folgen. Alle waren am Ende von Brandners Filmmaterial und seinen Erklärungen beeindruckt.

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Nach den Veranstaltungen und praktischen Einweisungen in Maria Gern und Berchtesgaden folgt nun noch ein Vortrag im neuen Auer Feuerwehrhaus.

Der Vortrag von Kommandant Toni Brandner stand unter der Überschrift »Hilfsfrist«, zu der alle Kommunen einen behördlichen Auftrag zu erfüllen haben. Brandner machte an einem eindrucksvollen Kurzfilm aus Skandinavien deutlich, was bei einem Zimmerbrand passiert und wie sich das Brandszenario entwickelt.

Kann ein Zimmerbrand in seiner Entstehungsphase noch relativ leicht mit Wasser, Decken oder Feuerlöscher bekämpft werden, so ist das nach einer gewissen Zeit nicht mehr möglich. Ein Problem ist dabei auch, dass viele Brände in der Nacht entstehen und die Menschen nichts mitbekommen. Hier helfe nur ein ordentlicher Rauchmelder, erklärte Toni Brandner, der in seinem Haus selbst einige Rauchmelder installiert habe.

Doch Toni Brandner gab auch weitere wichtige Verhaltensregeln, was zu tun sei, wenn sich der Brand bereits ausgebreitet habe, mit auf den Weg. Ein Grundsatz lautet dabei, soweit möglich keine Türen mehr zu öffnen, denn dies gäbe dem Feuer den nötigen Sauerstoff zur weiteren Ausbreitung und einem späteren »Flashover«.

Vielmehr sei wichtig, den Brandort zu verlassen, sich in sicherer Lage aufzuhalten und nach Alarmierung mit genauer Ortsangabe auf die Feuerwehr zu warten.

»Hilfreich für uns ist dabei eine frühzeitige Einweisung, Hinweise auf die Haussituation und die Übergabe von Schlüsseln.

Auch eine Erklärung, wo sich die Hauptschalter befinden und ob eine Fotovoltaikanlage am Dach oder sonst wo angebracht ist, hilft uns weiter. Ganz wichtig ist auch die Meldung, ob sich noch Personen im Haus befinden«, so der Kommandant, der auch davon sprach, dass es spätestens 15 Minuten nach Brandausbruch gefährlich werde, im brennenden Gebäude zu überleben.

Statistisch werde ein Brand nach dreieinhalb Minuten entdeckt. Nach der Alarmierung vergehen rund eineinhalb Minuten, bis die Feuerwehrleute in durchschnittlich fünf Minuten zum Feuerwehrhaus anfahren.

Nach dreieinhalb Minuten Anfahrzeit der Einsatzfahrzeuge zum Brandobjekt vergehen noch einmal dreieinhalb Minuten von der Erkundung bis zum Löschangriff.

Weil in Berchtesgaden und auch anderswo nicht alle Häuser vom Feuerwehrhaus in dreieinhalb Minuten zu erreichen seien, liege es auch an den Bewohnern, für einen vorbeugenden Brandschutz zu sorgen. »Gehen Sie gerade jetzt in der Advents- und dann in der Weihnachtszeit einmal mit offenen Augen durch Ihre Häuser, dann entdecken Sie sicher manche gefährliche Stelle. Und falls Sie einen möglichen Brand selbst bekämpfen, dann seien Sie vorsichtig. Denn die meisten Opfer verbrennen nicht, sie sterben an Rauchvergiftungen. Kein Staatsanwalt wird Sie belangen, wenn Sie vorsichtig agiert haben«, erklärte Brandner weiter.

Es gebe bei einem Brand immer nur zwei Maßnahmen: Angriff oder Flucht. Wichtig sei dabei auch, stets zwei Möglichkeiten zur Flucht aus einem Zimmer zu haben: über das Treppenhaus oder durch ein Fenster.

Wenn jemand vergitterte Fenster habe, dann müsse er sich etwas überlegen, warnte Brandner, dessen grundsätzliche Empfehlung lautete, auf keinen Fall Türen zu öffnen, wenn der Brand schon fortgeschritten sei. Denn dann entstehe der sogenannte Kamineffekt.

»Lassen Sie die Finger von der eigenen Brandbekämpfung, wenn der Türgriff schon heiß ist«, klärte Minimax-Experte Edmund Antwerpen auf, der den Teilnehmern im Anschluss in einer praktischen Vorführung den richtigen Umgang mit dem Feuerlöscher vorführte. cw