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Turnhalle für »Oid und Jung«

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Alle zogen an einem Strang. Ein Seil, zum Schlüssel geknüpft, übergab Architekt Nico Magg (von rechts) an Hans Mayer, Karl Lanzinger und Hans Steinmaßl. (Foto: Höfer)

Petting – Gebaut 1973, war die Pettinger Turnhalle in die Jahre gekommen. Die Frage, ob Sanierung oder Neubau, und wenn Neubau, wo, spaltete vor sieben Jahren die Gemeinde – bis zum Bürgerentscheid mit relativ knappem Ausgang.


Nun wurde die generalsanierte Turnhalle offiziell eingeweiht. Für TSV-Vorstand Hans Mayer ist der Zwist überwunden – das Ergebnis zeige, »welche Kraft in der Gemeinde steckt.«

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Zwei Millionen Euro hat Petting hier investiert, 545 000 Euro kommen als Zuschuss für den Schulsport zurück. Besonders freute Bürgermeister Karl Lanzinger, dass hier, wie bei der Grundschule, Zeit- und Kostenplan eingehalten wurden. Dafür würdigte er Planer Niko Magg. Der wiederum bezeichnete die Entscheidung, die Halle zu sanieren, als absolut richtig. Nicht zuletzt werde mit dem Erhalt der Bausubstanz wertvolle Energie gespart.

Sparsamste Technik eingebaut

Gespart wird künftig auch durch eine neue Fassade und mit Hilfe moderner Technik: Niedertemperaturfußbodenheizung in Halle, Duschen und Umkleiden, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Beleuchtung mit energieeffizienter LED-Technik. Das Ergebnis sei eindeutig »Neubaustandard«.

Durch den Anbau konnte man Umkleiden barrierefrei vom Keller ins Erdgeschoß verlegen. Ein Geräteraum schafft Platz für Bedürfnisse von Schule und Sportverein. Von der Galerie im Obergeschoß kann der Zuschauer das Geschehen verfolgen. Schulleiter Hans Steinmaßl attestierte der Halle ein angenehmes Raumklima, die Turngeräte seien einfach und schnell aufzubauen und für die Kinder sehr attraktiv. »Wow, ist die schön«, hätten seine Schüler beim ersten Mal gerufen.

Freilich hatte sich die Schule ein Dreivierteljahr lang anderweitig behelfen müssen. Bei Schlechtwetter turnte man im Mehrzweckraum. »Als Mehrzweckhalle haben wir die Halle bewusst nicht ausgebaut«, informierte Lanzinger, sie habe jedoch die nötigen Einrichtungen und Fluchtwege für einzelne Veranstaltungen. Der Vorplatz werde noch zum Dorfplatz einschließlich Parkplätzen.

Wie einst bei Fendrich: »Es lebe der Sport«

»Es lebe der Sport«, hatte Architekt Niko Magg begonnen, und genau diesen Fendrich-Hit sangen die Schüler mit Lehrerin Lissi Hanauer – inklusive Tanzen, Klatschen, Springen. »Er ist beliebt bei Oid und Jung«, heißt es im Refrain. Dieses Angebot für »Jung und Alt«, hob Lanzinger besonders hervor. Der Vereinsvorsitzende ergänzte: »Was wir uns gewünscht haben, haben wir bekommen – für Sport vom Allerfeinsten«. Hans Mayer kündigte an, der TSV wolle sein Angebot erweitern, denn nun sei Basketball ebenso möglich wie Badminton.

Gisela Sengl sitzt für die Grünen auch im Bildungsausschuss. In dieser Funktion würdigte sie die Investition: »Das muss es uns als Gesellschaft wert sein.« Auf Sengls Frage an die Schüler, ob ihnen die neue Halle gefalle, folgte ein lautes »ja«. Die Abgeordnete warb für mehr Sport in der Grundschule, denn »Bewegung ist gesund und gut für die Entwicklung des Gehirns.«

Für einen gesunden Geist in einem gesunden Körper, kommentierte Hans Steinmaßl. Kondition bewies Matthias Dausch an seiner Trompete. Der Schüler blies einerseits zum »fröhlichen Jagen«, fragte aber auch musikalisch: »Wer hat an der Uhr gedreht?«

Auf seine sportliche Schulzeit blickte Pfarrer Alois Holzner zurück. Für »Leibesübungen« diente anfangs der Pausenhof. Der Ruhestandspfarrer gestand augenzwinkernd, dass seine guten Sportnoten dem Zeugnis gutgetan hätten. Was Holzner mit Anspruch, Ansporn, Fähigkeiten und Grenzen umschrieb, zeigten die Kinder sinnbildlich in Form menschlicher Pyramiden. »Aber was wäre alles Menschenwerk, wenn Gott nicht seinen Segen dazu gäbe?«

Investition in die Zukunft des Dorfes

Was Pfarrer Holzer als »weiteren Mittelpunkt im Ort« beschrieb, präzisierte Lanzinger so: »Direkt an die Schule angebaut, kommen die Kinder trockenen Fußes in die Halle. Pettinger Sportler können sie fußläufig erreichen.« Für den Schulleiter ist der Bau eine Investition in die Zukunft des Dorfes. Eine Investition, bei der alle Beteiligten an einem Strang gezogen hatten, wie Nico Magg abschließend hervorhob. Diesen Strang symbolisierte ein Kletterseil, geflochten zu einem überdimensionalen Schlüssel, den der Planer dem Bürgermeister, dem Schulleiter und dem Vereinsvorsitzenden überreichte.

Am Nachmittag hatten die Pettinger Bürger Gelegenheit die neue Halle inklusive der ebenfalls noch ziemlich neuen Grundschule in Augenschein zu nehmen. Dazwischen gab es Führungen und Sportvorführungen, und von der Bürgerhilfe Kaffee und Kuchen. höf

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