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Die Stadt plant, neben dem Schulhaus in Kammer eine Turnhalle zu bauen. Das Vorhaben hängt weiter an einem seidenen Faden, hat die Stadt doch nach wie vor noch keine Förderzusage der Regierung bekommen.

Turnhalle in Kammer: Entscheidung über Förderung fällt Mitte des Jahres

Traunstein – Ein Projekt, das die Stadt Traunstein plant, hängt nach wie vor an einem seidenen Faden: Es ist weiterhin offen, ob sie staatliche Zuschüsse für den beabsichtigten Bau der Turnhalle in Kammer bekommt. Den Förderantrag an die Regierung von Oberbayern hat sie gestellt, doch ein Antwortschreiben ist noch nicht im Rathaus eingegangen. Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts hat Wolfgang Rupp, Pressesprecher der Regierung von Oberbayern, mitgeteilt, dass die Entscheidung über eine Bezuschussung »voraussichtlich bis Mitte des Jahres« falle. 


Nach der Sanierung der Schule verfolgt die Stadt nun ein zweites Projekt in Kammer: den Neubau einer Turnhalle, die einerseits den Grundschülern und andererseits den Vereinen zugute kommt. Schon seit geraumer Zeit laufen die Planungen. Die Halle wird – wie man den Entwürfen entnehmen kann, die der Stadtrat schon gebilligt hat – in den Boden gesenkt. Sie kann geteilt werden, damit zwei Gruppen unabhängig voneinander in der Lage sind, gleichzeitig Sport zu treiben.

Die Stadt Traunstein muss tief in ihre Kasse greifen. Die Baukosten betragen – so die aktuellen, groben Schätzungen im Rathaus – circa 4,5 Millionen Euro. Ob die Stadt diesen Ansatz halten kann, ist offen, unterliegen die Baupreise doch schon seit geraumer Zeit einer Steigerung. Je weiter sich der Baubeginn für die Turnhalle nach hinten verschiebt, desto größer ist die Gefahr, dass die Kosten noch einmal steigen.

Kein Anspruch auf Förderung

Die Stadt wünscht sich eine Bezuschussung durch den Freistaat Bayern über den »Investitionspakt Sportstätten«. Ob ihr Wunsch in Erfüllung geht, ist unterdessen offen. Sie ist auf guten Willen in München angewiesen. So macht Eva Schneider, Pressereferentin im Rathaus, kein Hehl daraus, dass die Stadt sich eine Förderung erhoffe – »allerdings besteht darauf kein Anspruch«. Bisher habe die Verwaltung im Rathaus weder eine Zu- noch eine Absage erhalten.

Sollte die Stadt keine Förderung erhalten, würde ein gewichtiger Baustein aus dem großen Mosaik der Finanzierung herausbrechen. Und ob sie dann trotzdem an eine Verwirklichung des Projekts gehen würde, wäre dann – wie Schneider zu verstehen gibt – »zu gegebener Zeit eine politische Entscheidung«.

Die Regierung tut sich mit dem Vorhaben der Stadt Traunstein schwer. So verweist sie darauf – wie Reinhold Dendorfer, der Kämmerer der Stadtverwaltung im Rathaus, Anfang des Jahres auf Anfrage mitgeteilt hatte –, dass die Mädchen und Buben der Grundschule Kammer doch in der Ludwig-Thoma-Grundschule in Traunstein genügend Möglichkeiten vorfinden würden, um Sport treiben zu können. Die einen könnten doch zu den anderen fahren. Der Hintergrund: Die Grundschule in Kammer ist ein Teil der Grundschule in Traunstein.

Die Regierung von Oberbayern jedoch hält sich bedeckt. Mit dem Verweis auf das laufende Verfahren will sie selbst ihre Position, die sie in der Diskussion einnimmt, nicht preisgeben – sie möchte sich nicht in die Karten schauen lassen.

»Keine Prognose möglich«

»Uns ist derzeit keine Prognose möglich, ob und in welchem Umfang der Bau einer Turnhalle im Traunsteiner Ortsteil Kammer gegebenenfalls gefördert werden kann«, sagt Rupp. Und weiter teilt der Pressesprecher der Regierung von Oberbayern mit: »Da die im 'Investitionspakt Sportstätten' verfügbare Gesamtsumme an Fördermitteln begrenzt ist, müssen – neben der Prüfung des möglichen Förderumfangs – alle eingegangenen Anträge aus dem gesamten Regierungsbezirk Oberbayern untereinander verglichen werden, um die Fördergelder bestmöglich im Sinne der Städtebauförderung einsetzen und verteilen zu können.« Dem Ergebnis könne die Regierung nicht vorgreifen. »Mit einem Abschluss der Prüfung ist voraussichtlich bis Mitte des Jahres zu rechnen« – womit dann auch entschieden sein wird, ob die Stadt Traunstein einen Zuschuss für die Turnhalle in Kammer bekommt.