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"Booksmart"
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Beanie Feldstein (l) als Molly und Kaitlyn Dever als Amy in eine Szene der Komödie "Booksmart". Foto: Annapurna Pictures/Universum/Sky/dpa Foto: dpa

Fernsehen und digitale Angebote haben in der Corona-Krise eine ganz neue Bedeutung bekommen. Ein paar Tipps für die kommenden Tage


DIGITAL: Was für ein toller, überraschender Debütfilm! Der US-Amerikanerin Olivia Wilde gelang mit der Komödie »Booksmart« auf Anhieb ein Kinohit: Molly und Amy sind beste Freundinnen, die dank harter Arbeit an ihrer High School an Elite-Unis kommen wollen. Kurz vorm letzten Schultag aber stellen sie fest: Die Dauer-Paukerei war unnötig, viele ihrer Mitschüler wurden ebenfalls an Top-Colleges angenommen - obwohl sie ständig Partys feiern. Die Mädchen haben nur noch einen Abend, um wenigstens einmal zu einer Schulparty zu gehen.

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Auf höchst unterhaltsame Weise spricht »Booksmart« ernste Themen wie Zukunftsängste, das Buhlen um Anerkennung und die Angst vor dem Neubeginn an. Überhaupt gelingt es der Regisseurin, ihre beiden ungewöhnlichen Heldinnen mit viel Herz und Witz zu porträtieren. Es sind selbstbewusste, clevere junge Frauen, die eigene Ideen haben und nicht unbedingt den gesellschaftlichen Konventionen folgen wollen. Unbedingt anschauen! Wo? Ab sofort zu sehen bei Sky.

FÜR KINDER UND FAMILIE: Bei Disney+ wird es weihnachtlich - mitten im Juli. Ab Freitag zeigt der Streamingdienst seine Neuauflage einer Erzählung von E.T.A. Hoffmann. In »Der Nussknacker und die vier Reiche« will die junge Clara einen Schlüssel finden. Auf ihrer Suche landet sie in einer geheimnisvollen Parallelwelt mit Blumenland, Schneeflockenland und Naschwerkland. Doch das Vierte Reich wird von der tyrannischen Mutter Ingwer (Helen Mirren) regiert. Gemeinsam mit der Zuckerfee (Keira Knightley) will Clara die Herrscherin vom Thron stoßen und lässt sich auf ein gefährliches Abenteuer ein. Der Film ist opulent, mit Darbietungen des berühmten Pianisten Lang Lang und dem italienischen Tenor Andrea Bocelli. Und es gibt viele Tanzszenen, etwa mit Misty Copeland vom American Ballet Theatre und dem ukrainischen Ballettstar Sergei Polunin.

DER KLASSIKER: Mal wieder Lust auf so einen richtig schön schlechten Schundfilm? Dann schauen Sie doch einmal zu, wie »Denver-Clan-Biest« Joan Collins kreischend durch Floridas Sümpfe flüchtet - während mutierte Insekten ihr auf den Fersen sind. »In der Gewalt der Riesenameisen« aus dem Jahr 1977 gehört zu den schlimmsten Machwerken eines Kino-Jahrzehnts voller Monsterfilme. Nuklearmüll macht aus friedlichen Ameisen mehrere Meter hohe Monster. Die erbärmlichen Effekte haben aus heutiger Sicht immerhin gewissen Vintage-Charme.

Science-Fiction-Autor H.G. Wells, den die Produzenten schamlos als Inspiration für den Film anpriesen, hat sich aber vermutlich im Grab umgedreht. »Cinema« urteilte erbarmungslos: »Ein klarer Fall für den Ameisenbär.« Der Film läuft am Sonntag (26. Juli) um 21.50 Uhr auf Tele 5. Wer zu dem Thema Ameisen gegen Menschen übrigens einen herausragend guten Horrorfilm sehen will, kann bei Amazon Prime Video und iTunes den Klassiker »Phase IV« (1974) von Saul Bass streamen.

© dpa-infocom, dpa:200724-99-911964/4