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Umfrage: CSU weiter ohne absolute Mehrheit, Grüne vor SPD

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CSU Fahnen in München
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Fahnen mit dem CSU-Logo wehen vor der Parteizentrale in München. Foto: Peter Kneffel/Archiv Foto: dpa

Auf diese Umfrage dürfte Markus Söder mit besonderer Spannung gewartet haben: Auch im neuen »Bayerntrend« des Bayerischen Rundfunks geht es für ihn nach oben - doch die absolute Mehrheit wäre demnach weiter Geschichte. Spannend ist auch das Rennen um Platz zwei.


München (dpa/lby) - Auch eineinhalb Monate nach der Wahl von Markus Söder zum neuen bayerischen Ministerpräsidenten muss die CSU einer neuen Umfrage zufolge um die absolute Mehrheit im Landtag bangen. Die SPD rutscht demnach erstmals seit langem hinter die Grünen und würde nur noch drittstärkste Kraft werden. Nach der Infratest-dimap-Umfrage im Auftrag des Politikmagazins »Kontrovers« des Bayerischen Rundfunks (BR), die am Mittwoch veröffentlicht wurde, ist außerdem eine Mehrheit der Bayern für Söders viel kritisierte Initiative, dass im Eingangsbereich jeder Landesbehörde künftig ein Kreuz hängen soll.

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Wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl, käme die CSU auf 41 Prozent der Wählerstimmen - das ist ein Prozentpunkt mehr als beim BR-»Bayerntrend« vom Januar. Zweitstärkste Partei würden die Grünen mit unverändert 14 Prozent. Die SPD rutscht in der Umfrage mit nur noch 12 Prozent (minus 4 Prozentpunkte) auf den dritten Rang. Die Sozialdemokraten liegen damit gleichauf mit der AfD, die um 2 Punkte auf nun 12 Prozent zulegt. Für die Freien Wähler würden sich wie im Januar 7 Prozent der Wähler entscheiden. Die Liberalen legen einen Prozentpunkt zu und könnten mit 6 Prozent den Einzug in den Landtag schaffen. Die Linke verharrt bei 3 Prozent. Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 5 Prozent der Stimmen. Bei diesen Werten wären erstmals seit 1946 sechs Parteien im Maximilianeum vertreten. Der neue bayerische Landtag wird am 14. Oktober gewählt.

Den größten Zuspruch findet laut Umfrage derzeit ein mögliches schwarz-grünes Regierungsbündnis: 45 Prozent äußerten sich dazu wohlwollend. Eine Neuauflage der CSU-Alleinregierung wird demnach von 42 Prozent der Bayern positiv gesehen, gefolgt von einem Bündnis aus CSU und Freien Wählern (40 Prozent). Danach folgen Koalitionen der CSU mit der SPD (34 Prozent) oder mit der FDP (35 Prozent).

Söder sagte zu den neuen Zahlen: »Die Umfrage ist ein Rückhalt für die Politik der Staatsregierung. Wir erfahren sehr großen Zuspruch auch aus der Bevölkerung.« Er freue sich über die verbesserte Bewertung der Staatsregierung. Es sei aber »ein langer Weg bis zum Herbst«. Bayerns SPD-Generalsekretär Uli Grötsch betonte: »Wir haben politisch bewegte Zeiten.« Die Stimmung verändere sich schneller als früher. »Deshalb darf man Umfragen nicht überbewerten«, mahnte er. Grünen-Landeschefin Sigi Hagl sprach von starkem Rückenwind. »Wir wissen aber auch, dass am Ende die Stimmen am 14. Oktober zählen.«

Mit der Arbeit der Staatsregierung sind laut Umfrage mehr Bayern zufrieden als noch im Januar. Insgesamt mehr als zwei Drittel der Befragten äußerten sich sehr zufrieden (6 Prozent) beziehungsweise zufrieden (64 Prozent); 24 Prozent gaben an, sie seien weniger oder gar nicht zufrieden. 56 Prozent urteilten, Söder sei ein guter Ministerpräsident, 20 Prozent äußerten die gegenteilige Meinung. Keine Veränderung gab es bei Söders Politikerbenotung: Er kam auch in der neuen Umfrage auf die Note 2,8 - das ist der gleiche Wert wie im Januar. SPD-Landeschefin Natascha Kohnen erhielt diesmal eine 3,2, ebenso Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger und die beiden Grünen-Spitzenkandidaten Katharina Schulze und Ludwig Hartmann.

Söders Kruzifix-Initiative stößt der Umfrage zufolge bei 56 Prozent der Wahlberechtigten in Bayern auf Zustimmung. Demgegenüber lehnen 38 Prozent es ab, dass im Eingangsbereich jeder Landesbehörde künftig ein Kreuz aufgehängt werden soll, wie es das Kabinett beschlossen hat. Mehrheitlich dafür sind demnach die Anhänger der AfD (77 zu 19 Prozent), der CSU (71 zu 24) und der Freien Wähler (56 zu 32). Die SPD-Anhänger sind eher gespalten (52 zu 46 Prozent), die Anhänger von FDP (29 zu 67) und Grünen (26 zu 74) sind mehrheitlich dagegen. Auffällig: In kleinen Gemeinden mit bis zu 5000 Einwohnern sind zwei Drittel (66 Prozent) für die Initiative, in großen Städten mit mehr als 100 000 Einwohnern ist es nicht einmal jeder Zweite (45 Prozent).

Größter Kritikpunkt an der Staatsregierung ist der Umfrage zufolge, dass sie sich nicht ausreichend für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums einsetze: Nur 13 Prozent äußerten sich demnach mit der Wohnungspolitik der Regierung zufrieden, 82 Prozent sind es nicht.