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Schäuble: Schulz wie Trump

Umfrage: Zwei Drittel wollen Wechsel im Kanzleramt

Martin Schulz ist beliebt, die SPD legt zu - Wahlumfragen rütteln die deutsche Politik gerade ordentlich durch. Wie groß ist die Wechselstimmung nach zwölf Jahren Merkel wirklich? Die Union schaltet schon mal auf Angriff.

Merkel und Schulz
Sehr vergnügt: Herausforderer Martin Schulz, hier noch als EU-Parlamentspräsident, trifft Angela Merkel in Brüssel. Foto: Olivier Hoslet Foto: dpa
Schäuble und Schulz
Wolfgang Schäuble und der damalige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz in Brüssel - jetzt vergleicht Schäuble Schulz mit Donald Trump. Foto: Julien Warnand Foto: dpa

Berlin (dpa) - Zwei Drittel der Deutschen wollen einer Umfrage zufolge Angela Merkel (CDU) nicht mehr als Bundeskanzlerin.

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Auf die Frage des Instituts YouGov im Auftrag der «Huffington Post», ob es nach zwölf Jahren «Zeit für einen Wechsel» an dieser Position sei, antworteten 42 Prozent der Befragten mit «auf jeden Fall», weitere 22 Prozent mit «eher ja». Nur acht Prozent wollen demnach «auf keinen Fall» einen neuen Kanzler oder eine neue Kanzlerin. Welche Partei die Befragten wählen würden, wenn diesen Sonntag Bundestagswahl wäre, fragten die Meinungsforscher nicht.

Fast die Hälfte (47 Prozent) der Deutschen glaubt der Umfrage zufolge, dass der große Zuspruch für SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz bis zur Bundestagswahl am 24. September anhalten wird. 38 Prozent sind der Meinung, dass der Schulz-Hype abflauen wird.

Die SPD ist seit der Nominierung Schulz' zum Kanzlerkandidaten in den Umfragen auf 29 bis 31 Prozent geklettert und liegt damit so nah an der Union wie seit Jahren nicht. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der von YouGov befragten glauben, dass die CDU mit Angela Merkel als Kanzlerkandidatin schlechtere Chancen hat als mit einem anderen Kandidaten.

In der Union mehren sich seit einigen Tagen die Angriffe auf Schulz. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zog in einem am Freitag veröffentlichten Interview Parallelen zwischen dem früheren EU-Parlamentspräsidenten und US-Präsident Donald Trump. «Wenn Schulz seine Unterstützer 'Make Europe great again' rufen lässt, dann ist das fast wortwörtlich Trump», sagte Schäuble dem «Spiegel». «In einer Zeit, in der weltweit die Versuchung durch den Populismus zugenommen hat, dürfen Politiker nicht so reden wie Herr Schulz.»

Führende SPD-Politiker griffen Schäuble daraufhin scharf an. «Schäuble sinkt auf Trump-Niveau: unsachlich und hysterisch. Peinlich!», schrieb Fraktionschef Thomas Oppermann im Kurznachrichtendienst Twitter. SPD-Generalsekretärin Katarina Barley verteidigte Schulz als «beherzten Verteidiger unserer Werte», der so spreche, dass jeder ihn verstehe. «Diese Angriffe der Union zeigen vor allem, dass die Union hochnervös ist», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

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