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Umgehung bei Traunreut bereitet Bürgern Sorgen

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Wenn die geplante neue Ortsumfahrung für Traunreut fertig sein wird, dann müssen Autofahrer nicht mehr die kurvenreiche und schmale Staatsstraße mit den engen Ortsdurchfahrten von Oberwalchen und Pierling (unser Bild) benutzen.

Traunstein – Mit großer Skepsis sieht man in Kammer und Rettenbach, aber auch in der Stadt Traunstein, die Pläne der Nachbarkommune Traunreut, eine Umgehungsstraße zu bauen. Sie soll über Oberwalchen an die Staatsstraße Traunreut-Waging angebunden werden.


Befürchtet wird dadurch eine massive Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Kreisstraße TS 1 zwischen Palling und Traunstein, von der aus man bequem die Traunsteiner Nordumfahrung im Zuge der Bundesstraße 304 erreichen kann. Bei der Bürgerversammlung der Stadt Traunstein im Gasthaus Jobst in Rettenbach sprach Georg Niederbuchner das Thema an.

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Er ist direkter Anlieger und bekommt deshalb seit Jahren mit, wie der Schwerverkehr zunimmt. »Wenn die Traunreuter Umfahrung gebaut und die Engstellen in Oberwalchen und Pierling umfahren werden, dann bringt uns das den Verkehr auf die TS 1«, warnte Niederbuchner. Die Stadt Traunreut will die Planung, den Bau und die Finanzierung der neuen Umfahrung als sogenannte kommunale Sonderbaulast verwirklichen. Man wird also nicht darauf warten, bis Staat oder Landkreis das Vorhaben verwirklichen. Traunreut finanziert den Bau der Ostumfahrung aus eigener Tasche vor und erhält später rund 80 Prozent der Kosten vom Staat zurück.

Zuerst soll 300 Meter nördlich des Kreisverkehrs bei Frühling ein weiterer Kreisel am Frühlinger Spitz entstehen. Von dort aus wird es nach Osten zur Kreisstraße TS 49 in Richtung Pierling gehen, womit Frühling umfahren wird. Die knapp zwei Kilometer lange Trasse soll dann östlich der Schrebergärten nach Norden führen und mit einem weiteren Kreisel bei Oberwalchen an die Staatsstraße nach Waging angebunden werden. Damit werden auch Pierling und Oberwalchen umfahren. Dieses Projekt würde auch eine entscheidende Entlastung für Traunwalchen bedeuten.

Angesichts dieser Pläne forderte Georg Niederbuchner in der Bürgerversammlung: »Wir müssen reagieren.« Er sehe schwarz und befürchtet, dass »wir Zustände bekommen wie in Altenmarkt oder Chieming«. Das Problem sei akut und ernst, warnte Niederbuchner, denn die Verhandlungen seien schon in vollem Gange. In zwei Jahren solle alles gelaufen sein.

»Werden die Traunreuter Pläne verfolgen«

Oberbürgermeister Christian Kegel räumte die Gefahr ein, dass durch die neue Traunreuter Umfahrung der Schwerverkehr auf die Kreisstraße verlagert werden könnte. »Wir werden sehr hellhörig und die Traunreuter Pläne verfolgen«, versprach er den Kammerer und Rettenbacher Bürgern. Der Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung bei der Stadt Traunstein, Manfred Bulka, schwächte ab: Das Staatliche Bauamt sehe keine Gefahr, dass der Verkehr auf die Kreisstraße umgelenkt werde. Er sagte aber auch, dass man in der Traunsteiner Stadtverwaltung das Problem erkannt habe. Auf die Zwischenfrage, was man zu tun gedenke, räumte Bulka allerdings ein, »wir haben keine Macht.« Die Stadt habe keine Möglichkeit, das Vorhaben zu verhindern. So etwas könne nur auf politischem Weg gelingen.

Unmittelbar betroffen, so hieß es weiter, seien ja nicht nur die Kammerer und Rettenbacher, sondern weiter nördlich auch die Bürger in Zweckham und letztlich auch die Traunsteiner, die noch mehr Verkehr auf die Blaue-Wand-Straße verlagert bekommen. Oberbürgermeister Christian Kegel versprach abschließend: »Wir werden uns einspreizen.«

Weitere Themen der Bürgeranfragen betrafen den alten Kanal in Kammer und die neue Regelung bei den Abwassergebühren in der Stadt. Benno Jobst kritisierte, man habe 25 Jahre für den alten Kanal ohne Gegenleistung bezahlt und jetzt solle man wieder zahlen, wenn etwas fehlt. Damit sei er nicht einverstanden.

Josef Wolkersdorfer berichtete, dass beim Bankterminal bei der ehemaligen Raiffeisenbank nun ein Parkplatz zur Verfügung stehe, auf dem man sein Auto abstellen kann, wenn man Geld abheben will. Der neue Besitzer habe ihm zugesagt, einen Stellplatz für Bankkunden zur Verfügung zu stellen. Eine weitere Anfrage betraf die alten Haus- und Hofnamen in Kammer. Wolfgang Petsch meinte, diese gerieten langsam in Vergessenheit. Dazu sagte Oberbürgermeister Christian Kegel, dass dies sicher ein interessantes Thema für den neuen Dorfentwicklungsverein sein könnte.

Oberbürgermeister stellte Haushalt vor

Im ersten Teil der Bürgerversammlung war Oberbürgermeister Christian Kegel auf stadtpolitische Themen eingegangen. Er befasste sich ausführlich mit dem Städtischen Haushalt und legte den Bürgern dar, woher die Einnahmen kommen und wofür das Geld ausgegeben wird. Der Stadthaushalt hat heuer ein Volumen von fast 80 Millionen Euro gegenüber 76,6 Millionen im vergangenen Jahr und 65  Millionen im Jahr 2016.

Die nächste Bürgerversammlung beginnt am morgigen Donnerstag um 19 Uhr im Pfarrsaal in Haslach; die letzte ist am kommenden Mittwoch, 14. März, um 19 Uhr im Gasthaus Sailer-Keller. -K.O.-

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