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Umstürzen oder aufrichten?

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Der Bildhauer Andreas Kuhnlein selbst führte die Besucher aus dem Achental durch die Seeoner Ausstellung. (Foto: Grabmüller)

Ein Höhepunkt im diesjährigen Veranstaltungsprogramm des Heimat- und Geschichtsvereins Achental bildete der Besuch der aktuellen Ausstellung des Unterwössner Holzbildhauers Andreas Kuhnlein im Kloster Seeon. Der Künstler selbst führte die Vereinsmitglieder durch seine Installationen zum Thema »Der Tisch ist ein Floß – eine Geschichte in Skulpturen«.


»Andreas Kuhnlein ist ein gastfreundlicher Mensch … Jeder Besucher ist eingeladen, mit seiner jeweils eigenen Biografie an diesen Tischen Platz zu nehmen …«, so schreibt Gerd Holzheimer im Ausstellungskatalog. Ganz erstaunlich, welche Fragen, aber auch Antworten sich hinter einem Alltagsgegenstand wie einem Tisch verbergen können, wenn man ihn auf der philosophischen Ebene betrachtet, hinterfragt und interpretiert.

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Kuhnlein beleuchtet das menschliche Miteinander aus den unterschiedlichsten Perspektiven: von der Funktion als Versammlungsort zum gemeinsamen Essen, Trinken oder Diskutieren bis hin zum »runden Tisch« als Problemlösungsort für streitende Parteien, vom »umgeworfenen Tisch« zwischen Streitpartnern bis hin zu Sisyphos, der diesen unermüdlich immer wieder aufrichtet und so den Dialog zwischen den Zerstrittenen aufrecht erhält. Die Zuhörer waren ausnahmslos beeindruckt, ja sogar berührt von der zutiefst menschlichen Sichtweise des Künstlers, der es schafft, seine Skulpturen in seinem Sinne »zum Sprechen zu bringen.«

Die Ausstellung ist noch bis zum Sonntag im Kloster Seeon zu besichtigen. ugr