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Umweltfreundlich unterwegs

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BGLT-Geschäftsführer Stephan Köhl nutzte die Gelegenheit, ein Elektroauto zu testen. Fotos: Anzeiger/Bittner
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Auch das Schülerforschungszentrum Berchtesgaden informierte über seine Arbeiten zum Thema Elektromobilität.

Bad Reichenhall – »Das ist unsere Zukunft«, weiß Landrat Georg Grabner. Die Elektromobilität hält immer mehr im Berchtesgadener Land Einzug. Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche, die im Landkreis mit zwei umfangreichen Programmtagen von Laufen bis Bad Reichenhall gewürdigt wurden, informierten Landratsamt und Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Samstag die Öffentlichkeit: Am Rathausplatz fand ein Infotag zur Förderung der umweltfreundlichen Mobilität im Landkreis statt. Die Bürger durften eine Vielzahl an E-Fahrzeugen – Autos, E-Bikes, Fahrräder und sogar Rollstühle – nicht nur bestaunen, sondern auch gleich ausprobieren.


Sechs Stunden lang boten die beteiligten Firmen und Unternehmen feine Möglichkeiten des Probierens an, nachdem am Tag zuvor die erste freie E-Tankstelle am Landratsamt eröffnet worden war (wir berichteten) sowie zahlreiche Vorträge und Foren stattgefunden hatten.

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Leise Elektrofahrzeuge

Viele Bürger zeigten sich erstaunt, dass E-Fahrzeuge teilweise überhaupt keine Geräusche von sich geben. Nicht ganz ungefährlich, weil der Mensch gewohnt ist, nahende Autos oder Motorräder akustisch wahrzunehmen. Deshalb gibt es schon seit langem Überlegungen, künstliche Motorengeräusche in die E-Fahrzeuge einzubauen. Die Vertreter der Autohäuser würden jedoch eher ein leises »Rattern« dem mitunter angedachten Motorenbrummen vorziehen. Übrigens: Ab 40 km/h sind die Fahrzeuge durch die natürlichen Roll- und Luftwiderstände zu hören.

Auf dem Rathausplatz wurden auch die in der Kurstadt regen Absatz findenden Elektrovierräder für ältere Menschen präsentiert. Sechs bis sieben km/h schaffen die »Cityliner«, informierte Andreas Beutel vom Sanitätshaus Pohlig. Und 20 bis 35 Kilometer schaffen die Fahrzeuge, die keinen Führerschein erfordern, mit einer geladenen Batterie, aufzuladen in einer Nacht. Die seit jeher elektrisch betriebenen und damit umweltfreundlichen Vierräder dürfen auf der Straße bewegt werden und sind mit allem ausgestattet, was wichtig ist: Scheinwerfer, Blinker und Schirmhalter.

Kostenlos Busfahren

Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche im Landkreis fanden weitere zahlreiche Aktionen statt: Unter anderem durften die Bürger in Laufen und Freilassing kostenfrei in den Stadtbussen mitfahren, in der Salzachstadt gab es zudem einen »Autofreien Sonntag«, in Bad Reichenhall wurden Interessierte durch das sonst für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Saalach-Kraftwerk Kirchberg geführt, in Freilassing durch die Lokwelt mit besonderem Blick auf die ausgestellten historischen Elektrolokomotiven. Die Laufener durften obendrein ohne Ticketgebühr in der Salzburger Lokalbahn mitfahren. Schulungen an den diversen Fahrkartenautomaten rundeten die Infotage ab.

Bilaterale Gespräche und Diskussionsrunden gab es bei der ersten »JamBite«-Vernetzungsveranstaltung: ein Treffen von Unternehmen im Alpenraum zum Thema »Fortschrittliche Technologien für den Energiebereich«. Ziel ist es, kleine und mittelständische Unternehmen, die sich mit Innovationen und Technologien für eine nachhaltigere und effizientere Energienutzung einsetzen, zusammenzuführen und zu stärken.

Das Projekt »AlpEnMAT« und die Mobilitätswoche werden vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Alpenraumprogramms gefördert. »AlpEnMAT« ist ein Projekt, das im Rahmen eines EU-Programms durchgeführt wird und auf die bisherigen Ergebnisse aufbaut. Das Projekt fördert kleine und mittelständische Unternehmen bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Energieeffizienz.

Ehrgeizige Klimaschutzprogramme

»Die Elektromobilität ist ein Baustein zum Erreichen der ehrgeizigen Klimaschutzprogramme, die sich auch der Landkreis zum Ziel gesetzt hat. Denn neben der Energieeinsparung und den erneuerbaren Energien ist auch die Mobilität ein wesentliches Handlungsfeld«, so Landrat Georg Grabner. Der Kreistag verabschiedete 2013 sein Klimaschutzkonzept. Der öffentliche Nah- und Radverkehr sind wie die Elektromobilität Themenfelder für die Umsetzung des Schemas. Der Klimaschutzmanager des Landkreises, Manuel Münch, betont: »Mit der Eröffnung der Ladesäule am Landratsamt, des JamBite-Treffens sowie des Infotages haben wir die ersten Schritte zur Etablierung der Elektromobilität im Berchtesgadener Land bestritten.«

Landrat Georg Grabner sieht alle Elektromobilitätsaktionen der vergangenen Woche auch als Auftrag für weitere Anstrengungen: »Bei uns im Landratsamt herrscht eine regelrechte Aufbruchsstimmung. Die Etablierung der umweltfreundlichen Mobilität ist unser Ziel«. Hans Bittner

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