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Umweltschützer werfen Wiesnchef Bio-Bremse vor

München (dpa/lby) - Mehr Wiesn-Hendl aus ökologischer Landwirtschaft - oder aus konventioneller Zucht, dafür aber aus der Region? Kurz vor dem Start des Oktoberfests streiten Umweltschützer mit Wiesnchef Josef Schmid (CSU) darum, wie Bio-Lebensmittel auf dem größten Volksfest der Welt gefördert werden können. Die Gruppierung Artgerechtes München wirft Schmid vor, er plane eine Bio-Bremse. «Die Vorwürfe sind völlig falsch», sagte Schmid dazu am Donnerstag.

Oktoberfest - Kellnerin
Eine Kellnerin bringt Hendl zu den Gästen. Foto: Frank Leonhardt/Archiv Foto: dpanitf3

Der Wiesnchef und Wirtschaftsreferent will nächste Woche eine Beschlussvorlage im Wirtschaftsausschuss einbringen, um das Bewertungssystem für Öko bei Bewerbungen für die Wiesn und andere Volksfeste zu ändern.

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Dabei will Schmid vor allem regionale Produkte aus Bayern besser bewerten, auch wenn sie nicht ökologisch hergestellt sind. Weite Transporte seien keineswegs ökologisch, argumentiert Schmid. Die Umweltschützer hingegen werfen ihm vor, damit werde die Verwendung konventioneller Produkte aus Bayern genauso belohnt wie Bioqualität aus überregionaler Produktion. «Wer Hendl aus bayerischer Massentierhaltung serviert, soll künftig Öko-Punkte kassieren», schimpften die Umweltschützer.

Beobachter berichten allerdings, dass Öko-Kost auf der Wiesn nicht bei allen gut ankommt. Denn Bio ist teuer - und wer mit Familie auf das Volksfest geht, muss ohnehin tief in die Tasche greifen. Deshalb bleibe ausgerechnet bei den teuren Biowaren auch viel liegen - und wandere am Ende in den Abfall.

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