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UN berichten von Toten durch Hungersnot im Südsudan

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Jemen
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Seit Jahren herrscht im Jemen ein verheerender Bürgerkrieg. Alle zehn Minuten stirbt dort ein Kind an den Folgen von Mangelernährung. Foto: Yahya Arhab Foto: dpa
Flüchtlinge im Südsudan
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Etwa 3,4 Millionen der rund 12 Millionen Einwohner des Südsudans sind auf der Flucht. Foto: Beatrice Mategwa/UNMISS Foto: dpa
Ölfeld
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Der Südsudan zählt zu den erdölreichsten Ländern Afrikas. Die Bevölkerung profitiert davon nicht. Foto: Stringer Foto: dpa
Südsudan
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Ein Kind in einer Einrichtung von Ärzte ohne Grenzen in Bentiu im Südsudan. Foto: Kate Holt/UNICEF Foto: dpa
Dürre in Äthiopien
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UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien in Äthiopien: Wegen der Dürre benötigen rund 5,6 Millionen Menschen im Osten des Landes dringend Unterstützung. Foto: Mulugeta Ayene Foto: dpa
Flüchtlinge in Nigeria
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Seit mehr als sieben Jahren versetzt die Terrormiliz Boko Haram den Nordosten Nigerias in Angst und Schrecken. Millionen sind auf der Flucht, Felder liegen brach, es mangelt an sauberem Trinkwasser. Foto: Sam Olukoya Foto: dpa

Gezeichnet von einem Bürgerkrieg schlittert der Südsudan immer tiefer in eine humanitäre Katastrophe. Angesichts der Hungersnot kündigte die Regierung nun an, Helfern freien Zugang zu Betroffenen zu gewähren.


Juba (dpa) – Die verheerende Hungersnot im Bürgerkriegsland Südsudan kostet nach Angaben der Vereinten Nationen täglich Menschenleben.

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»Wir haben keine genauen Zahlen darüber, wie viele Menschen pro Tag sterben, aber wir wissen, dass Menschen an Hunger sterben«, sagte der Sprecher des UN-Kinderhilfswerks Unicef für Ostafrika, James Elder, am Dienstag.

Unicef hatte am Montag gemeinsam mit zwei weiteren UN-Organisationen erklärt, in Teilen des Nordens und des Zentrums des afrikanischen Landes herrsche eine akute Hungersnot: rund 100 000 Menschen schwebten in Lebensgefahr. Eine Million Einwohner seien von einer Hungersnot bedroht, insgesamt hätten knapp fünf Millionen Menschen nicht genug zu essen - das sind rund 40 Prozent der Bevölkerung.

Ein Vertreter der UN-Ernährungsorganisation, James Bwirani, berichtete von Dörfern, die wegen der anhaltenden Kämpfe seit Monaten von der Außenwelt abgeschnitten sind. Wer es geschafft habe rechtzeitig zu fliehen, lebe in der Wildnis und ernähre sich von Wurzeln und Palmengewächsen.

Die Regierung versprach angesichts der Notlage, internationalen Hilfsorganisationen künftig ungehinderten Zugang zu den Krisengebieten zu gewähren. Die UN hatten zuletzt immer wieder über Behinderungen durch Armeemitglieder geklagt. Auch die Sicherheit der Helfer sei nicht gewährleistet.

Präsident Salva Kiir kündigte zudem an, deutlich mehr Nahrungsmittel in die betroffenen Gegenden zu liefern. Außerdem sollen die Preise für Lebensmittel gesenkt werden.

Eine Hungersnot wird dann ausgerufen, wenn mindestens 30 Prozent der Bevölkerung akut unterernährt sind, pro Person weniger als vier Liter Wasser zur Verfügung stehen und mindestens zwei von 10 000 Menschen täglich aufgrund mangelnder Nahrung sterben. Zuletzt hatten die UN 2011 eine Hungersnot in Teilen Somalias ausgerufen.

Der Südsudan ist erst 2011 unabhängig geworden. Nach einem Machtkampf an der Staatsspitze brachen Ende 2013 blutige Kämpfe aus, Zehntausende Menschen wurden getötet. Mindestens 3,4 Millionen Einwohner wurden nach UN-Angaben aus ihrem Zuhause vertrieben, 1,5 Millionen von ihnen flohen ins Ausland.

Gründe für die Hungersnot im Südsudan