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Und am siebten Tag erschuf er den Witz

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Sigi Zimmerschied in Traunstein. (Foto: Dr. Christian Pacher)

Wenn das Urgestein des bayerischen Kabaretts, Sigi Zimmerschied ein neues Programm ankündigt, dann wartet man in ganz Bayern drauf. Auch Traunstein ist da keine Ausnahme und so war die Vorpremiere von »Der siebte Tag – Ein Schöpfungsbericht« in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS komplett ausverkauft.


Der Passauer hat seine Fans nicht enttäuscht: er lieferte wie gewohnt ein Feuerwerk ab und das ganz ohne Hilfsmittel, nur mit einem Tisch und einem Stuhl auf der Bühne. Als Engelbert Erz, »der Schöpfungszausel«, erzählte er, wie alles begann: Sein Chef und er erschufen innerhalb von sechs Tagen ein komplexes Gebilde, einen Baukasten aus Landschaften, Elementen, Lichtwechsel, Kreaturen, Emotionen.

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Am sechsten Tag erschuf der Chef dann noch ein Wesen nach seinem Ebenbilde und wollte sich am siebten Tag ausruhen und mit Freude sein Werk betrachten. Aber je länger er es betrachtete, umso trauriger wurde er. Dann kam der Zorn dazu und der Chef wollte wieder alles zerstören: Fluchend hat er festgestellt, dass das nicht die Krone der Schöpfung war, nein, »nur fressen und saufen tun´s«.

Engelbert Erz klärte die Zuhörer auch darüber auf, dass wir uns nicht fragen dürfen: Wie kann Gott bestimmte Dinge zulassen? Nein, man müsse sich vielmehr fragen, wie kann es sein, dass bisher nur Katastrophen passiert sind, aber wir noch da sind? Das haben wir IHM zu verdanken, weil er uns Menschen mag – im Gegensatz zum Chef: Der hasst die Menschen, er nennt sie Neurologenfutter.

Aber dann hatte Engelbert Erz die große, rettende Idee. Er beruhigte seinen Chef und überredete ihn zu einem weiteren Arbeitstag und sie erschufen den Witz. Der Chef war erst einmal besänftigt, aber er stellte eine Bedingung an seinen Assistenten: Dieses Gebilde werde nur solange Bestand haben, als ihre nun mit Humor ausgestattete Schöpfung in der Lage sei, ihn mindestens einmal pro Woche zum Lachen zu bringen. Ansonsten werde er es zerstören. Und jetzt war es fast soweit: Er hat diese Woche noch nicht ein einziges Mal gelacht.

In dieser Weltuntergangsstimmung trifft das Publikum den Kabarettisten und erlebt einen grandiosen Streifzug durch die Weltgeschichte: Unter anderem philosophiert er, was passiert wäre, wenn Napoleon nicht so kriegswütig gewesen und sich mit General Wellington vor Waterloo geeinigt hätte: Die Schlacht wäre ausgefallen und uns wären zwei schreckliche Dinge erspart geblieben: ABBA und das Filet Wellington. fuve