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Unentschieden an der Schießstätte

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Andreas Pflug mühte sich wie seine Mannschaftskameraden im Spiel gegen den EHC München redlich. Doch mehr als ein 4:4 kam für den EVB gegen den Drittletzten nicht heraus. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Berchtesgaden – Offensichtlich nahm die ersatzgeschwächte Eishockeymannschaft des EV Berchtesgaden ihren Gegner vom EHC München etwas zu leicht, was auch leicht hätte ins Auge gehen können. So aber kam der EVB mit einem »blauen Auge« davon und erreichte wenigstens ein 4:4 (1:1/0:1/3:2).


»Ein gutes Drittel reicht halt nicht, um zu gewinnen«, meinte der sportliche Leiter Rupert Kellerbauer nach dem Spiel. Denn der EVB spielte nur im dritten Drittel recht gut, vergab da aber Chancen zur Führung, sodass es am Ende nichts mit dem erwarteten Sieg wurde.

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Berchtesgaden begann vor 150 Zuschauern druckvoll und selbstbewusst, wenngleich Mannschaftskapitän Andreas Bräuer wegen einer Sperre und Andreas Irlinger sowie Tobias Schäfer wegen einer Verletzung gefehlt hatten. Dafür war wieder Richard Kroll an der Scheibe, der seine Sperre abgesessen und sogar die Kapitänsbinde bekommen hatte.

Nach Chancen hüben wie drüben und unerwartet spielstarken Landeshauptstädtern ging der EHC München in der siebten Minute überraschend in Führung. Unbeeindruckt davon glichen die Berchtesgadener in der 15. Minute aus. Bis zum Drittelende passierte auf beiden Seiten nichts Nennenswertes und so war noch alles offen für die beiden weiteren Spielabschnitte.

Der EVB fand auch im Mitteldrittel nicht zu dem Spiel, das nötig ist, um einen Gegner zu besiegen. So mischten die Münchener, die nur über eine gute Reihe verfügten, immer kräftig mit. Mit Manuela Hebel spielte eine Frau bei den Münchnern als Verteidigerin mit.

Beim EVB vermisste man im zweiten Drittel auch weiterhin geordnete Aktionen, einen Plan im Spielaufbau und vor allem Passgenauigkeit und das Vermögen, Pässe auch anzunehmen. So blieb auch weiterhin vieles Stückwerk und man merkte das Fehlen der drei wichtigen Stammspieler ganz besonders.

»Eishockey ist ein Mannschaftsspiel, das vermisse ich immer wieder«, bemerkte der ehemalige Klassespieler Barthi Zauner später. So erzielten nur die Münchner im zweiten Drittel ein Tor, denn im Torabschluss fehlt es beim EVB ebenfalls noch.

Dennoch sollte ein fulminanter Schlussabschnitt die Zuschauer etwas versöhnen. Es dauerte jedoch bis zur Mitte des letzten Drittels, ehe Verteidiger Stefan Giritzer auf 2:2 ausglich. Doch nur eine Minute später lag der EVB schon wieder 2:3 im Hintertreffen. Positiv zu erwähnen ist jedoch, dass der EVB die Rückstände immer wieder wegsteckte und danach besonders engagiert zu Werke ging. Und so glich Stefan Fegg in der 54. Minute wiederum aus. Bezeichnenderweise erzielten alle drei Treffer des EVB bis dahin Verteidiger, was den Stürmern zu denken geben müsste. Als die Münchner zwei Minuten vor dem Ende des Spiels zum vierten Mal die Führung erzielten, schien die Begegnung endgültig für den EHC zu laufen. Doch wiederum rafften sich die Berchtesgadener auf.

Bernhard Bindig setzte zu einem Verzweiflungsschuss an, der den Gästetorhüter, der bis dahin eine prächtige Leistung gezeigt hatte, am falschen Fuß erwischte. Als knapp eine Minute vor Schluss ein Münchner eine Zweiminuten-Strafe bekam, eröffnete sich dem EVB die große Chance, das Spiel in den letzten Sekunden doch noch zu gewinnen. Doch in diesen 44 Sekunden kamen die Pässe aus der Verteidigung überhaupt nicht mehr an. Ein letzter Schuss wiederum von Verteidiger Giritzer abgefeuert, fand auch nicht mehr den Weg ins Tor und so stand es am Ende 4:4. So kennzeichnete auch dieses Spiel die Situation beim EVB: Die junge Mannschaft braucht noch einige Zeit, um zu einer erfolgreichen Einheit zusammenzuwachsen. Vor allem aber müssen sich die Spieler schon im Sommer gezielt auf die Wintersaison vorbereiten. Einigen fehlt ganz einfach die zum Eishockey nötige Kondition, dies war auch im Match gegen den EHC München zu erkennen.

Skore: 0:1 (7.), 1:1 (15.) Zauner/C. Fegg; 1:2 (29.); 2:2 (50.) Giritzer/Kroll, 2:3 (51.), 3:3 (54.) S. Fegg/ Zauner/C. Fegg, 3:4 (58.), 4:4 (59.) Bindig/C. Fegg.

Strafen: EV Berchtesgaden 10, EHC München 6 Minuten.

EV Berchtesgaden: T. Schäfer; Zauner, F. Fegg, Giritzer, Rumpl, S. Kohl, B. Bindig, Gadringer, Berreiter, Brandner, Wildmann, Kroll, Heim, C. Fegg, Pflug. Christian Wechslinger