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Für ihr außerordentliches Engagement in Vereinen, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen in Traunstein zeichnete Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (links) acht Ehrenamtliche mit dem Verdienstabzeichen in Bronze, Silber und Gold aus (von links): Michaela Dreier, Beate Rutkowski, Martin Litwinschuh, Wolfgang Mayer, Johann Mannhardt, Herbert Enthofer, Albert Rieder und Martin Schweiger. (Foto: Effner)

Unermüdlicher Einsatz für die Gemeinschaft: Stadt zeichnete acht Ehrenamtliche bei Festakt mit Verdienstabzeichen aus

Traunstein – Die Stadt Traunstein hat acht Bürger für ihre Verdienste und ihr außergewöhnliches, ehrenamtliches Engagement in Vereinen, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen ausgezeichnet. Im Rahmen eines Festabends in der Klosterkirche erhielten sie vor großem Publikum Verdienstabzeichen in Bronze, Silber und Gold. Für musikalischen Schwung sorgte das Duo von Pianist und Sänger Michael Alf und Hans Baltin am Bass.


Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer hob die besondere Bedeutung der Auszeichnung hervor. Sie sei als Zeichen des großen Danks und der Wertschätzung dafür zu verstehen, dass die Geehrten im Ehrenamt über Jahre und Jahrzehnte »Verantwortung übernehmen, Vertrauen schaffen, helfen und unterstützen, sich für andere einsetzen und das gesellschaftliche Leben aktiv mitgestalten«. Gemeinschaftssinn, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft seien unverzichtbare Werte für ein funktionierendes Stadtleben mit 200 Vereinen. 70 Bürgerinnen und Bürger seien seit 2008 mit dem Verdienstabzeichen geehrt worden.

Zuwendung in schwieriger Lage

Für ihr 15-jähriges verdienstvolles Wirken im Ehrenamt zeichnete Hümmer Michaela Dreier und Johann Mannhardt aus. Dreier habe als Betroffene die »Selbsthilfe Brustkrebs Chiemgau« 2006 mitbegründet und war von 2013 bis zur Auflösung 2019 Vorsitzende dieser Anlauf- und Beratungsstelle für Frauen mit Brustkrebs. Seit 2019 sei sie als Vorstandsmitglied des neuen Vereins »Gemeinsam gegen den Krebs« für den Bereich Selbsthilfe zuständig, sagte der Rathauschef. Hunderte von Frauen konnte sie in Beratungsgesprächen die Angst nehmen, die Chancen der Früherkennung und die Möglichkeit zu einem eigenständig gestalteten Weg der Heilung aufzeigen.

In unterschiedlichen Funktionen habe sich Johann Mannhardt seit vielen Jahren engagiert, stellte der Oberbürgermeister heraus: Als Kassier seit 2007 für die Krieger- und Soldatenkameradschaft Haslach sowie tatkräftiger Unterstützer bei deren 120. Jubiläum im Jahr 2018, als Pfarrgemeinderat, Ansprechpartner der Caritas und Helfer bei der Traunsteiner Tafel. Gerade in Zeiten des Ukrainekriegs habe Mannhardt »ein wichtiges Zeichen der Friedensbewahrung« gesetzt.

Das Verdienstabzeichen in Silber verlieh der Rathaus-chef an Wolfgang Mayer und Martin Schweiger für ihr 20-jähriges verdienstvolles Wirken im Ehrenamt. Mayer habe wie kein Zweiter die Kolpingfamilie Traunstein mitgeprägt, die sich als christliche Weg-, Glaubens-, Bildungs- und Aktionsgemeinschaft verstehe. Deren Vorstandschaft gehörte er von 1999 bis 2021 in verschiedenen Funktionen an. Seit 1993 sei Mayer auch aktives Mitglied der Schäfflertanzgruppe der Kolpingfamilie und stehe als Taktgeber und Vortänzer an der Spitze.

Als zweiter Vorsitzender des Sankt-Georgs-Vereins plane und organisiere Martin Schweiger inzwischen seit 24 Jahren mit dem Georgiritt die größte und bedeutendste Brauchtumsveranstaltung des Chiemgaus mit, betonte Hümmer. Mit 600 Mitglieder leiste der Verein bereits seit 130 Jahren einen »großen Beitrag zur Regionalkultur und Pflege der kulturellen Identität«. Während der Erkrankung und nach dem Tod von Albert Schmied habe Schweiger den Verein »durch schwierige Zeiten geführt.« Als Mitglied im Lions Club, Wirtesprecher der Stadtfeste von 1994 bis 2002 und Kassier der Werbegemeinschaft erwarb Schweiger weitere Verdienste.

Natur- und Umweltschutz ist ihre Leidenschaft

Für ihre außerordentlichen und besonderen Leistungen zeichnete der Oberbürgermeister Beate Rutkowski, Herbert Enthofer und Albert Rieder sowie Martin Litwinschuh mit dem Verdienstabzeichen in Gold aus. Rutkowski sei seit 30 Jahren im Vorstand der Kreisgruppe Traunstein des Bunds Naturschutz und seit 20 Jahren im Vorstand des Landschaftspflegeverbands Traunstein tätig, hob Hümmer hervor. 2018 sei sie vom Umweltminister Marcel Huber für ihr herausragendes Engagement für den Umweltschutz mit dem »Grünen Engel« ausgezeichnet worden. In vielfältiger Weise engagiere sie sich zudem leidenschaftlich bei Projekten mit der Stadt für Natur- und Umweltschutz sowie Biodiversität.

Rund 35 Jahre lenkte Herbert Enthofer als zweiter Vorstand (1982 bis 1993) und erster Vorstand (1993 bis 2017) die Geschicke der Freiwilligen Feuerwehr in Traunstein. Er habe den Bürgern bei unzähligen Brandeinsätzen Sicherheit gebracht, lobte Hümmer.

Nicht nur dem Arbeiter- und Burschenverein Kammer fühlte sich Albert Rieder von 1989 bis 2019 als Schriftführer verbunden. Die Freiwillige Feuerwehr Kammer brachte er seit 1996 auch als Jugendwart, zweiter und zuletzt erster Kommandant (2012 bis 2021) voran. Als Kreis-brandmeister ist er für die fünf Feuerwehren in Traunstein und die in Chieming, Hart, Ising, Surberg und Nußdorf zuständig. Zusammengerechnet komme man auf 33 Jahre Arbeit im Ehrenamt, sagte Hümmer.

Einsatz für heitere Noten im Leben

Für lustige und heitere Noten im Leben brachte sich Martin Litwinschuh unermüdlich ein. Seit 30 Jahren regiere er als erster Präsident des Faschingsvereins Blau-Weiß Kammer mit heute 350 Mitgliedern und 100 Aktiven, so Hümmer. Viele Talente fänden im Verein zusammen, dessen Auftritte »mit Stil, tollen Kostümen und akrobatischen Showeinlagen« für das Faschingsleben unverzichtbar seien.

Mit Freude über die Auszeichnung betonten die Geehrten in ihren Dankesworten die Unterstützung ihrer Familien und die Bedeutung des Teamgedankens, der wertvollen Begegnungen und des Zusammenwirkens für »Aufgaben, die einer allein nicht schafft«.

eff