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Unfall von Vukcevic: Ursache nach wie vor unklar

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Andreas Beck (M) und seine Hoffenheimer Kollegen tragen nach dem Spiel ein Trikot mit Boris Vukcevics Nummer sieben. Foto: Uwe Anspach Foto: dpa

Sinsheim (dpa) - Die Polizei sucht noch nach den Ursachen des schweren Autounfalls von Bundesliga-Fußballprofi Boris Vukcevic. »Der Unfallhergang ist nach wie vor unklar«, sagte Norbert Schätzle, Sprecher der Heidelberger Polizei, nach dem 0:0 von 1899 Hoffenheim gegen den FC Augsburg.


Trainer Markus Babbel hatte vor dem Spiel in der Kabine nur zwei Worte zu seinen Spielern gesagt: »Für Boris!« Der Bundesligist aus dem Kraichgau, der weiter um Vukcevics Leben bangt, hat sich einen Tag nach dem schlimmen Autounfall seines Fußballprofis mühsam durch die Partie gegen den FC Augsburg gekämpft. Mit dem 0:0 gegen den Tabellenletzten verpasste die Mannschaft den dritten Sieg innerhalb einer Woche. Die Begegnung vor 22 000 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena stand ganz im Zeichen des verunglückten Vukcevic, der im künstlichen Koma liegt.

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Nach dem Abpfiff streiften die Hoffenheimer Spieler alle ein Trikot mit der »7« über - der Rückennummer von Vukcevic. Minutenlang riefen die Fans seinen Namen. Die Augsburger Spieler hatten sich in weißen T-Shirts mit der Aufschrift »Gute Besserung, Boris« warmgelaufen, im Hoffenheimer Fanblock hingen Plakate (»Alles für Boris« - »Halte durch!!!« - »Kämpfen, Boris«) und ein großes Foto des Offensivspielers. Im Stadion war die Stimmung hörbar gedämpft, beide Mannschaften wirkten gehemmt vor der Hoffenheimer Minus-Kulisse im fünften Erstliga-Jahr.

Für Vukcevic spielte auf dem rechten Flügel Kevin Volland. Gegen die noch sieglosen Augsburger hatten die Gastgeber die besseren Chancen - aber auch die in der Schlussphase eingewechselten Sejad Salihovic und Eren Derdiyok konnten die drei Punkte nicht erzwingen. Routinier Salihovic sah nach einem üblen Tritt gegen Tobias Werner in der 88. Minute sogar die Rote Karte.

»Für uns war es kein normales Spiel. Es war heute nicht einfach für die Mannschaft bei diesem Ballast, den sie mitschleppte«, sagte Babbel. Dreieinhalb Stunden vor dem Anpfiff hatten Manager Andreas Müller und Clubsprecher Holger Tromp im Trainingszentrum in Zuzenhausen bei einer Pressekonferenz mitgeteilt, das Spiel werde auch auf Wunsch von Vukcevics Eltern und der Kollegen nicht abgesagt.

Der Zustand des 22-Jährigen nach seinem Autounfall ist »unverändert kritisch. Stabil kann man nicht wirklich sagen«, erklärte Tromp. Teampsychologe Jan Mayer war bei den Gesprächen vor der Begegnung bei der Mannschaft. »Bei den Spielern merkt man, dass sie das Prinzip Hoffnung übertragen wollen auf den Jungen«, sagte Müller.

Nach der Notoperation von Vukcevic am Freitagabend sei »wohl eine gewisse Stabilität eingetreten«, sagte Tromp, betonte aber auch: »Es gibt keine Prognose.« Müller ergänzte: »Der Gehirndruck ist einigermaßen stabil, der Herz-Kreislauf ist einigermaßen stabil.« Vukcevic war auf dem Weg zum Training mit seinem Auto frontal mit einem Lastwagen zusammengeprallt. Der Offensivspieler wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Heidelberger Krankenhaus geflogen, wo ihn die Ärzte nach einer Notoperation in ein künstliches Koma versetzten.

»Bei der Mannschaft ist eine Einstellung entstanden, in der wir in den Mittelpunkt die Hoffnung gestellt haben: dass wir heute hier spielen, für Boris spielen, für ihn kämpfen«, sagte Manager Müller. »Wichtig ist, dass wir eine Rückmeldung von den Eltern bekommen haben: 'Ja, spielt, kämpft für ihn.' Wir haben alle große Hoffnung, dass er wieder gesund wird.« Die Mannschaft kenne Vukcevic sehr gut und habe gesagt: »Der Boris hätte gewollt, dass wir spielen. Das ist die schwerste Situation, die die Mannschaft jemals hatte.«

Trainer Babbel erklärte vor Spielbeginn im »Sky«-Interview: »Das war ein großer Schock für uns alle. Das wollen wir heute auf dem Platz rüberbringen: dass wir kämpfen für Boris.« Kapitän Marvin Compper gestand nach der Partie: »Es war sehr schwer. Man versucht natürlich, sich auf das Spiel zu konzentrieren, aber letztendlich war es natürlich irgendwo im Hinterkopf.«

Die Polizei sucht noch nach den Ursachen des schweren Autounfalls. Nach Schätzles Angaben wurden beide Fahrzeuge beschlagnahmt, die Sachverständigen-Untersuchungen könnten jedoch »ein paar Wochen« dauern. Vukcevic sei auf nahezu gerader Strecke auf die Gegenfahrbahn gekommen. Der 22-jährige Vukcevic ist Diabetes-Patient, auch in diese Richtung werde ermittelt.