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Unfallfrei hinauf und hinunter

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Für besonders viele unfallfreie Fahrten wurden unter anderem Claus Graßl, Bernhard Schübel, Jakob Datzmann, Markus Winkler, Bernhard Resch, Bernd Weinert-Reh und Andreas Kerschbaumer (v.l.) geehrt. (Foto: Berwanger)

Bischofswiesen – Sie haben heuer rund 385 000 Besucher wohlbehalten hinauf zum Kehlsteinhaus und wieder hinunter gefahren: Den Busfahrern galt beim Kehlsteinabschied von allen Seiten besonderer Dank. Am Freitagabend feierte die »Kehlsteinfamilie« im »Brenner Bräu« das Ende einer unfallfreien und in jeder Hinsicht »herausragenden Saison«. So bezeichnete Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp, Vorsitzender des Zweckverbandes Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK), die zurückliegenden Monate.


Diese begannen am 8. Mai mit der Eröffnungsfahrt, bei der zugleich sechs über den Winter eingefahrene neue Busse der vom Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) mit täglich bis zu 14 Fahrzeugen betriebenen Kehlsteinlinie eingeweiht wurden. Am vergangenen Montag endete der Fahrbetrieb. Er musste heuer an lediglich drei Tagen wegen Schneefalls eingestellt werden. Innerhalb dieses Zeitraumes brachten die Busfahrer – nicht zuletzt infolge des schönen, warmen Sommers – 385 000 Menschen sicher zum Kehlsteinhaus und zurück. Am 25. August konnten TRBK-Geschäftsführer Michael Wendl und RVO-Niederlassungsleiter Andreas Datz sogar den 15-millionsten Fahrgast begrüßen. »Wir hatten 2015 eine wirklich herausragende Saison«, stellte TRBK-Vorsitzender Franz Rasp fest. Nicht nur Busfahrer, sondern auch Betriebsleiter Hans Kogler und Team, Verwaltung, Aufzugpersonal und Wirtsleute hätten gewaltige logistische Aufgaben unfallfrei und gewohnt professionell gestemmt.

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Arbeiten an der Infrastruktur

»Dieses gute Ergebnis brauchen wir aber auch«, betonte Rasp. Er erklärte, dass heuer an der Infrastruktur gearbeitet worden war, Straßen und Zäune waren auf Vordermann gebracht worden. »Im nächsten Jahr müssen wir Sanierungsmaßnahmen mit Kosten im siebenstelligen Bereich angehen, um die Sicherheit, die bei uns immer an oberster Stelle steht, weiter gewährleisten zu können.« Diese Herausforderung könne wie die Arbeit der »Kehlstein-Familie« gemeinsam bewältigt werden, so Rasp.

Auch Frank Westermann, Geschäftsführer der Oberbayernbus beim RVO, zollte seinen Männern hinter dem Steuer »Respekt und Anerkennung.« Sein Kollege Veit Bodenschatz nannte für die 63. Saison noch einige »ganz tolle Zahlen.« An 36 Betriebstagen hätten die Busfahrer über 3 000 Fahrgäste sicher befördert, an einem Tag seien es sogar exakt »4 319 glückliche Fahrgäste« gewesen. Viereinhalb Mal seien die Busfahrer in dieser Saison – rein rechnerisch – um den Erdball gefahren.

»Das war ein außergewöhnlicher Sommer« mit 130 Schönwettertagen von insgesamt 167 Betriebstagen, stellte Veit Bodenschatz fest. Zu stemmen gewesen sei er nur »in absoluter Teamarbeit«. Die Busfahrer seien auch in diesem Jahr »äußerst besonnen und vorausschauend gefahren. Sie haben eine absolut richtige Fahrweise an den Tag gelegt, sowohl bergauf als auch bergab«, lobte Bodenschatz. Dass das Einhalten vorgegebener Geschwindigkeiten und höchste Konzentration hinter dem Steuer das Geheimnis einer sicheren Fahrweise sind, sagte am Rande der Feier auch Schorsch Winkler.

Der »Kehlstein-König«

Der »Kehlstein-König« mit rund 15 000 Fahrten fährt seit 37 Jahren die Busse auf der Kehlsteinlinie. Er habe gut eine halbe Million Fahrgäste gehabt »und keine Beschwerde«, so Winkler, der an diesem langen Abend für Kurzweil sorgte mit dem »Häusler Hias und seinen Musikanten« aus Piding und Berchtesgaden.

Der Winkler-Schorsch, 67 Jahre alt, ist alles andere als auf den Mund gefallen, ihn kann wohl so schnell nix aus der Ruhe bringen. »Das sind schon gute Kerle, die viel Disziplin mitbringen, diese Arbeit kann nicht jeder machen«, lobte RVO-Niederlassungsleiter Michael Schmidt das aus zwanzig festen Mitarbeitern und einigen Aushilfen, darunter auch zwei Frauen, bestehende Busfahrerteam.

Sieben von ihnen wurden für besonders viele unfallfreie Fahrten zum krönenden Höhepunkt des Abends und Saisonendes von Franz Rasp, Frank Westermann und Andreas Datz geehrt: Jakob Datzmann (11 000 unfallfreie Fahrten), Andreas Kerschbaumer (9 000), Bernhard Schübel (8 000), Bernhard Resch (5 000), Claus Graßl (3 000), Bernd Weinert-Reh (2 000) und Markus Winkler (1 000). Der 25-jährige Sohn des »Kehlstein-Königs« hat die Leidenschaft des Vaters für das Kehlstein-Busfahren geerbt. Ina Berwanger