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Ungebrochene Lust am gemeinsamen Musizieren

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Auf hohem Niveau musizierten die Schülerinnen und Schüler des Annette-Kolb-Gymnasiums bei ihrem Adventskonzert. Die Fotos zeigen die Stubnmusi (links) und den Großen Chor mit einem Teil der Big Band. (Fotos: Barbara Heigl)
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Die Lust am Musizieren scheint allen Unkenrufen zum Trotz auch im digitalen Zeitalter weiterhin – oder vielleicht auch wieder – einen großen Stellenwert zu haben. Diesen Eindruck konnte man jedenfalls beim Adventskonzert im Traunsteiner Annette-Kolb- Gymnasiums gewinnen, bei dem sechs verschiedene Ensembles die musische Seite des Schullebens aufs Erfreulichste dokumentierten. Trotz der viel kritisierten Einführung des G8, das die Schulzeit der Kinder erheblich verkürzt, fand man hier einen Weg, miteinander zu musizieren. Eine ganze Woche lang, so Oberstudienrat Bernd Amschler, habe man sich intensiv auf das erste Konzert des Schuljahres vorbereitet, indem man miteinander fernab vom Schulbetrieb in Klausur gegangen ist. Dass dies zusammenschweißt und Freude macht, konnte man sehen und hören.


Mit »Kommet ihr Hirten« brachte das AKG-Kammerensemble unter der Leitung von Isabel v. Jakubowski den ersten adventlichen Glanz in die vollbesetzte Aula. Es folgten weitere anspruchsvolle Stücke, wie »Air« aus der Orchestersuite D-Dur von Johann Sebastian Bach und der Ungarische Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms, die vom Publikum mit Wohlgefallen aufgenommen wurden.

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Anschließend gab der Unterstufenchor unter der Leitung von Leitung Christine Mairinger mit den herzerfrischend gesungenen Gospel-Traditionals »Shine, Jesus shine« und »This little Light of mine« die unverfälschte Lebensfreude dieser Musik zum Besten, die sich besonders in den kleinen solistischen Einlagen der Sänger auf das Publikum übertrug. Das darauf folgende Vokalensemble unter der selben Leiterin entlockte dem Publikum ebenfalls stürmischen Applaus, und nach dem gelungenen »White Christmas« von Irving Berlin ging man schon mit Vorfreude auf den zweiten Teil des Konzerts in die Pause.

Mit einem »Dantz« und einem Marsch eröffnete ein Blechbläserquartett unter der Leitung von Felix Hagenauer unsichtbar für die Zuhörer, da hinter einer Wand spielend, mit feierlichem Ausdruck und geschmeidiger Phrasierung den zweiten Teil des Abends. Überraschendes gab es bei der Stubnmusi (Leitung Isabella Schiller-Dienstbier) zu bestaunen. Nicht nur, dass das Ensemble in feinster Kammermusikmanier aufspielte, es kam neben Kontrabass, Akkordeon, Geigen, Harfe und Hackbrett auch noch eine Zither zum Einsatz, die man ja leider auch in der Stubenmusi mittlerweile viel zu selten hört. Mit dem Weihnachtsboarischen und der Grainbacher Weis wurde ein schönes Beispiel unserer alpenländischen kulturellen Identität musiziert. Selbstsicher und in sich ruhend, war das Ensemble Ohrenschmaus und schöner Anblick zugleich.

Obwohl die Bühne in der geschmackvollen, festlichen Aula nun ja wirklich nicht gerade klein ist, füllte sie der Große Chor bis in den letzten Winkel. Felix Hagenauer, der den Kindern offensichtlich die Freude an der Musik gut zu vermitteln weiß, brachte nicht nur die jungen Stimmen eindrucksvoll zum Klingen, man sang auch, wie schon der Gospelchor zuvor, auswendig. Die Ausstrahlung der Sänger ist durch diese Herausforderung – man kann sich nicht hinter dem Notenblatt verstecken – natürlich viel stärker und eben viel lebendiger. »Ich steh an deiner Krippen hier«, »Ain't no Sunshine«, und »Little Lion Man« von Marcus Mumford, das Hagenau auf das Drängen der jungen Sänger für Chorgesang extra neu arrangiert hat und bei dem er sogar das Publikum zum Singen brachte, waren weitere Höhepunkte des Abends.

Unglaublich, dass Kinder und Jugendliche es an ihren Instrumenten schon so swingen lassen können, wie man es an diesem Abend hören konnte. Ihr Lehrer, Felix Hagenauer hat es ihnen offensichtlich gut beigebracht.

Denn die Big Band, die mit neun Saxofonisten, anderem Blech, wechselnden Klavierbegleitungen, Gitarren, Klarinetten und Percussion den Groove bei »Good Times« und »Satin Doll« ordentlich beförderte, konnte sich wirklich hören lassen und setzte einen gelungenen Glanzpunkt zum Ende des festlichen Ereignisses. Mit dem letzten Song des Abends, »Can you feel the Love tonight« von Elton John, stellte sie eine nicht uninteressante Frage, die der Applaus des begeisterten Publikums mit einem eindeutigen Ja beantwortet hat. Eine wirklich gute Einstimmung auf das Weihnachtsfest, das Fest der Liebe. Barbara Heigl