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Union setzt auf Randale-Videos - verletzte Polizisten

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Die Auseinandersetzungen in Schweden endeten mit Verletzten. Foto: Erik Martensson Foto: dpa

Berlin (dpa) - An eine Rückkehr zum Alltag ist an der »Alten Försterei« nicht zu denken, die Nachwirkungen der Randale von Stockholm sind in vollem Maße noch nicht absehbar.


»Was dort passiert ist, ist eine Katastrophe. Das hat mit Fußball nichts zu tun und ich hoffe, dass es den beiden Vereinen gelingt, die Täter zu ermitteln«, erklärte Kapitän Torsten Mattuschka für die noch immer geschockte Mannschaft des 1. FC Union. Der Verein und die Ermittler setzten auf Randale-Videos, die bei den Ausschreitungen aufgenommen wurden.

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Die aus Stockholm übermittelte Bilanz sorgte beim 1. FC Union für neue Ratlosigkeit. Bei den gewalttätigen Tumulten beim Testspiel zwischen dem schwedischen Fußball-Erstligisten Djurgården IF und dem Berliner Zweiligisten wurden zwölf Polizisten verletzt. Nach Angaben der Stockholmer Polizei bekam ein Polizist eine Flasche ins Gesicht, neun Beamte erlitten Hörschäden durch Knallkörper. Auch ein deutscher Fan sei verletzt worden.

Das Spiel war in der 73. Minute beim Stand von 1:1 (1:0) abgebrochen worden, nachdem Anhänger beider Clubs wiederholt Pyrotechnik gezündet hatten und auf den Platz gestürmt waren. Am späten Abend hatten sich die Tumulte im Zentrum von Stockholm fortgesetzt. Hunderte Menschen lieferten sich vor einer Kneipe eine Schlägerei. Zu Festnahmen kam es nach Angaben der Polizei aber nicht.

»Dass ein Spiel auf diese Weise abgebrochen werden muss, ist, gelinde gesagt, äußerst tragisch. Djurgarden wird niemals Gewalttaten im Zusammenhang mit seinen Spielen akzeptieren«, hieß es auf der Webseite des Erstligisten. Der Verein wolle den Vorfall gründlich analysieren. Auch beim 1. FC Union sollte die Randale erneut ein Thema sein. Das Präsidium werde zusammentreten, kündigte Pressesprecher Christian Arbeit an.

»Es ist nur eine Frage der Zeit, bis jemand bei einem Fußballspiel schwer verletzt wird oder stirbt. Der Krawall muss aufhören«, schrieb die Zeitung »Svenska Dagbladet«. Es müsse sofort einen kräftigen Rundumschlag geben, »an dem sich die gesamte Fußballbewegung mit der Polizei und den Behörden beteiligt, um die Probleme in den Griff zu bekommen«.

Nach einem Bericht der schwedischen Tageszeitung »Aftonbladet« verfügt die Tele2 Arena, in der das Spiel stattfand, über 475 Überwachungskameras. Mit Hilfe der Aufnahmen versucht die Polizei nun, die Akteure zu identifizieren. Das Landeskriminalamt bemüht sich darum, Videomaterial von den schwedischen Kollegen zu bekommen und dieses zu sichten, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Zwei szenekundige deutsche Beamte seien in Stockholm mit im Einsatz gewesen.

Djurgården

Svenska Dagbladet

Aftonbladet