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Unruhige Zeiten in Leverkusen - Herrlich-Team gefordert

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Bayer-Führung
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Rudi Völler (l) in Diskussionen mit Trainer Heiko Herrlich (r). In der Mitte Co-Trainer Marcel Daum. Foto: Federico Gambarini Foto: dpa

Heiko Herrlichs Saisonziele mit dem jungen Team von Bayer Leverkusen sind schnell beschrieben: Verbesserung. Bislang gibt es aber keine grundlegend positive Entwicklung. Ansätze sind vorhanden, was fehlt, ist Kontinuität.


Leverkusen (dpa) - Bayer Leverkusen erlebt unruhige Zeiten. Der bisherige Verlauf der Spielzeit ist ein Auf und Ab. Tabellen-14. sind die Fußballer der Werkself in der Bundesliga - zu wenig bei den hohen Ansprüchen.

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Die in der Vorsaison knapp verpasste Champions League soll es 2019 sein, Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann hatte die Mannschaft seines Kollegen Heiko Herrlich sogar zum Meisterschaftsfavoriten erklärt. Zu viel des Lobes? Sport-Geschäftsführer Rudi Völler glaubt, dass die Bayer-Auswahl von einigen Experten möglicherweise zu hoch eingeschätzt worden ist. »Das ist halt einfach so«, sagte der 58-Jährige dem »Kölner Stadt-Anzeiger«. Völler ist aber von einem überzeugt: »Dass wir die Wucht und die Qualität haben, in die Spur zurück zu kommen.«

Nur wann und wie? Am besten schnell - und am allerbesten mit überzeugenden Siegen. In der Europa League bietet sich gegen Zyperns Pokalgewinner AEK Larnaka am Donnerstag (18.55 Uhr) eine erste Chance, der am Sonntag (13.30 Uhr) in der Bundesliga beim SC Freiburg die zweite folgt.

Der Blick zurück wirft Fragen auf. Warum kann das Herrlich-Team seine gewiss vorhandenen höheren Fähigkeiten nicht komplett abrufen? »Wir arbeiten daran, dass wir über neunzig Minuten hundertprozentig konzentriert sein wollen«, kündigte der Bayer-Coach vor dem Aufeinandertreffen mit Borussia Dortmund an. Indes: Es ging wieder schief, Bayer unterlag nach einer 2:0-Führung noch mit 2:4.

»Das war eine positive Drucksituation«, hielt der 46-jährige Herrlich anschließend fest. Er wollte das Geschehen sachlich aufarbeiten und an den Details feilen, die es zu verbessern gilt: die Torchancen verwerten, die Defensive stabilisieren. Die Trefferbilanz von 7:13 in der Bundesliga beweist, dass es aktuell noch an zu vielen Dingen hapert.

»Das Positive arbeiten wir raus, und das gibt Hoffnung«, bemerkte Herrlich nach der Niederlage gegen den BVB, bei der er »viel Gutes« gesehen hatte. »Am Donnerstag gewinnen und am Sonntag in Freiburg nachlegen« - das sind jetzt die Ziele. Denn dem Leverkusener Coach ist bewusst, dass ausschließlich Erfolge gegen Larnaka und im Breisgau für Ruhe sorgen. Und die hat Bayer dringend nötig.

Allerdings ist die personelle Lage angespannt: Charles Aránguiz, Julian Baumgartlinger, Panagiotis Retsos und Joel Pohjanpalo sind Langzeitausfälle. Rotieren ohne Qualitätsverlust kann Herrlich da kaum, ihm fehlen schlicht die Alternativen.