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UN-Syrienvermittler trifft Assad

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Brahimi in Damaskus
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Der UN-Sondergesandte Brahimi während seines Besuchs in Damaskus. Neben ihm ein Bild von Präsident Assad. Foto: Youssef Badawi Foto: dpa

Damaskus/Istanbul (dpa) - Bei seiner ersten Syrienreise hat der neue UN-Sondervermittler vor einem Ausgreifen des blutigen Konflikts gewarnt. Nach einem Treffen mit Präsident Baschar al-Assad bezeichnete der algerische Diplomat Lakhdar Brahimi die Krise als Bedrohung für die Region und die Welt.


Den Ernst der Lage kenne auch Assad, betonte Brahimi. Die Kämpfe gingen derweil weiter. Aktivisten berichteten von Dutzenden Toten.

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Der Konflikt sei gefährlich und verschlimmere sich noch, sagte Brahimi am Samstag in Damaskus. Das wisse Assad noch besser als er selbst, fügte der UN-Vermittler hinzu.

Der Präsident zeigte sich seinerseits kooperationsbereit, wie es in einer vom Präsidentenpalast verbreiteten Mitteilung hieß. Allerdings habe er zugleich betont, dass die politischen Maßnahmen nur dann Erfolg haben könnten, wenn auf Länder Druck ausgeübt werde, die «Terroristen» mit Waffen versorgten. Syrien wirft arabischen Golfstaaten und den USA vor, die als «Terroristen» bezeichneten Aufständischen mit Waffen zu versorgen.

Brahimi hatte bereits am Donnerstag Außenminister Walid al-Muallim zum Gespräch getroffen. Am Freitag kam er mit Oppositionellen, die von der syrischen Regierung toleriert werden, zusammen.

Der Algerier hatte sein Amt als Syrienbeauftragter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga als Nachfolger des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan am 1. September angetreten. Nachdem er mit allen betroffenen Parteien gesprochen hat, will der Diplomat seinen Plan zur Beilegung des seit 18 Monaten andauernden Konflikts vorlegen.

Die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen forderten derweil weitere Todesopfer. Nach Angaben von Oppositionellen kamen dabei mindestens 35 Menschen in den Provinzen Aleppo und Idlib ums Leben. Berichte aus Syrien sind von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen, da der Zugang zu den umkämpften Gebieten von der Regierung eingeschränkt wird.