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»Unter deinem Schutz und Schirm«

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»Raum & Klang« – eine gelungene Kombination aus Text, Harfenmusik und Volksgesang. Dafür zeichneten (von links) Kirchenmusiker Richard Krekel, Pastoralreferent Georg Gruber, der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Manfred Hartl und die Harfenistin Vreni Meurers-Zeiser verantwortlich. (Foto: Burghartswieser)

Bereits zum zehnten Mal fand die Veranstaltungsreihe »Raum & Klang« in Ruhpolding statt. Pastoralreferent Georg Gruber freute sich über eine ganze Reihe von Zuhörern in der Schlosskapelle des ehemalig herzoglichen Jagdschlosses. Diesmal stand die Kombination aus kunsthistorischen sowie theologischen Betrachtungen und Harfenmusik unter dem Motto »Unter deinem Schutz und Schirm«. Den Volksgesang begleitete Kirchenmusiker Richard Krekel an der Orgel.


Der Kirchenraum und der Altar waren nur mäßig erleuchtet und so präsentierte sich das altehrwürdige Gotteshaus als sakraler Ort mit besonderem, künstlerischem Wert und vermittelte ein besonderes Ambiente. Nach der Begrüßung begann Gruber seine Betrachtungen mit der Kirche als Ganzes. Die Kapelle sei schon mit dem ursprünglichen Jagdschloss der Wittelsbacher im Jahre 1587 erbaut worden und wurde dann 1656 im Stil der Renaissance ausgebaut. »Es finden sich jedoch auch einige Anklänge an die Gotik«, sagte der Seelsorger. Am 23. Juli 1754 sei das Gotteshaus dann durch den Chiemseer Bischof geweiht worden. Bei der erneuten Renovierung 1952 seien dann barocke Gemälde entdeckt worden, die noch heute an der Decke und am Chorbogen zu finden seien. Das gemeinsame Lied »Nun Christen sind wir frohgemut« bildete den Einstieg in die musikalische Variante des Abends.

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»Richten wir unseren Blick zunächst auf den Hochaltar«. Mit diesen Worten führte Georg Gruber das Augenmerk in das Zentrum des Chores. Das Hochaltarbild zeige Maria als Himmelskönigin. Dann ging er auf die Figurengruppe der Dreifaltigkeit über dem Altarbild und die beiden Assistenzfiguren mit dem heiligen Stephanus und dem heiligen Laurentius ein. Als besonderes Schmuckstück hob er den Renaissancetabernakel hervor, der wohl das einzige Stück aus der alten Pfarrkirche auf dem Bergfriedhof sei. »Wenn wir dann den Blick nach oben an die Deckengemälde im Altarraum richten, dann dürfen wir einen Blick in den Himmel werfen«, fuhr der Pastoralreferent fort. Um das Zentrum der Dreifaltigkeit könne man auf den vielen Feldern des Rippengewölbes viele singende und musizierende Engel erkennen. »So soll deutlich werden, dass die Eucharistiegemeinschaft die Grenzen von Raum und Zeit überwindet und Himmel und Erde verbindet«, so der Pastoralreferent.

Bei den folgenden Betrachtungen ging es um die Deckengemälde im Kirchenschiff. »Es ist ein ganzer Gemäldezyklus, alles ist ausgemalt«, betonte Gruber. Die Darstellungen würden alle auf das Leben der Gottesmutter Bezug nehmen und die dargestellten Szenen weisen auf die Kindheitsgeschichte Jesu hin.

Schließlich zogen die Betrachtungen des Kreuzweges und der Gemälde in der Kapelle das Augenmerk auf sich. So seien die 14 Kreuzwegbilder, die 1780 der Ruhpoldinger Wirt stiften wollte, wegen der Befürchtung »es könnten eigennützige Beweggründe dahinterstecken«, abgelehnt worden. Jetzt schmückt die Langhausseiten der Kapelle ein Kreuzwegzyklus, der vom Krämer Johann Zeller mit »mehreren Guttätern« gestiftet wurde. Bei den Gemälden erwähnte er unter anderem eine große Votivtafel, die aus Dankbarkeit für erwiesene Hilfe angefertigt wurde. Sie stamme aus dem Jahr 1702 und zeige die Gottesmutter, die Dreifaltigkeit und die 14 Nothelfer. Den Abschluss der Entdeckungsreise bildete schließlich die Schutzmantelmadonna. So stand auch das Lied aus dem Gotteslob »Maria breit den Mantel aus« am Schluss von »Raum & Klang 2018«.

Die hervorragende Kombination aus Betrachtung, ausgezeichnet vorgetragener Harfenmusik zwischen den Betrachtungen und Volksgesang eröffnete den Besuchern der Veranstaltung die Möglichkeit, vor allem die alten Gemälde auf ganzheitliche Art neu zu entdecken. Vreni Meurers-Zeiser bewies, dass sie eine Meisterin an der Harfe ist und Kirchenmusiker Richard Krekel ließ gewohnt professionell die Orgel erklingen. Für die Beleuchtungstechnik der einzelnen Szenen sorgte wieder einmal Pfarrgemeinderatsvorsitzender Manfred Hartl. hab