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»Zu zweit« – Liesbeth Wohrizek und Hermann Wagner zeigen ihre Bilder bis Freitag in Seebruck

Unterschiedliche Bilder, die sich wunderbar ergänzen

Der Künstler Hermann Wagner bei der Vernissage in der neuen Chiemseebruckgalerie zwischen einem Gemälde von Liesbeth Wohrizek (links) und ihm selbst. (Foto: Giesen)

Mit der Ausstellung »Zu zweit« mit Bildern von Liesbeth Wohrizek und Hermann Wagner hat die neue »Chiemseebruckgalerie« einen beeindruckenden Einstieg von hoher Qualität geschafft. Es wurde sowohl die neue Galerie für zeitgenössische Kunst in Seebruck (wir berichteten) eröffnet als auch die Ausstellung zweier Künstler, deren Bilder ganz unterschiedlich sind, sich aber dennoch wunderbar ergänzen.


Der Bürgermeister von Seeon-Seebruck, Bernd Ruth, freute sich über die neue Ausstellungsmöglichkeit im Ort. Sie sei auf jeden Fall eine Bereicherung für die Gemeinde. Er war sich sicher, die neue Galerie werde »von Erfolg gekrönt« sein und überreichte der Initiatorin und Organisatorin der Galerie, Monika Rackl-Schreiner, einen Blumenstrauß im Namen der Gemeinde. Blumen gab es auch von Ulrich Rackl, der sein ehemaliges Architekturbüro in dem großen Bürogebäude für diesen Zweck zur Verfügung gestellt hatte.

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Eine fundierte, einfühlsame Einführung in die ausgestellten, meist großformatigen Werke gab Herbert Stahl, Vorsitzender des Kunstvereins Traunstein. »Bei beiden Künstlern klingen und schwingen die Farben, bei Liesbeth Wohrizek oft fein ziseliert, sphärisch aufbereitet und gestisch strukturiert, bei Hermann Wagner großflächig, sofort Weite versprechend, Raum Ruhe, atmosphärische Dimensionalität«, beschrieb Stahl treffend die Werke der beiden Künstler. Der Titel »Zu zweit« trifft auf beide in mehrfacher Weise zu – beide gehen seit sieben Jahren ihren gemeinsamen Lebensweg wie auch ihren künstlerischen Weg, auf dem sich beide gegenseitig inspirieren und voranbringen.

Liesbeth Wohrizek, 1936 geboren, absolvierte ein Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München, hatte ein einjähriges Stipendium an der Royal Academy in London und heiratete 1963 den Bildhauer Walter Wohrizek. Seit 1972 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Stockham bei Obing. Sie gestaltete unzählige Kreuzgänge, Kreuzwege, Kirchenfenster, Altäre, Glas- und Mosaikarbeiten in den verschiedensten Kirchen, zuletzt 2014 ein großes Glaskreuz auf dem Friedhof in Fridolfing.

Wie die 12 in Gouachetechnik entstandenen Bilder der Ausstellung und sechs kleinere Kaltnadelradierungen zeigen, sind ihre Bilder mal bewegt, mal große Ruhe ausstrahlend – der Betrachter wird immer wieder Neues entdecken. In allen Malereien von Liesbeth Wohrizek, auch in der Grafik, entstehen räumliche Tiefenwirkungen, die manchmal geheime, kosmische Welten zu offenbaren scheinen.

Für Hermann Wagner, Jahrgang 1928, war nach dem Krieg aus Existenzgründen ein Kunststudium nicht möglich. Er studierte Landwirtschaft und war dann im Staatsdienst tätig. Aber er malte viel in seiner Freizeit und wurde in den sechziger Jahren Mitglied des Berufsverbandes »Bildender Künstler«. Während er zuerst gegenständlich, expressiv malte, wurde er in den 1990er Jahren immer bekannter für seine großformatigen Farbfeldbilder, deren neueste Ergebnisse in der Ausstellung gezeigt werden. Es sind meditative Bilder, deren flirrende Farbintensität eine große spirituelle Kraft ausstrahlen.

Die Bilder der beiden Altmeister der modernen Malerei aus unserer Region, Liesbeth Wohrizek und Hermann Wagner, passen hervorragend in die schönen Räume der neuen Galerie, Pullacher Straße 10, gegenüber den Musterhäusern der Firma Regnauer. Die Ausstellung ist bis Freitag täglich von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Christiane Giesen