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Untersteiner lenkt Bob in die Oberliga

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Hans Lochner (l.) und Hans Lochner sen. (r.) waren sichtlich stolz auf die Leistung ihres Sohnes beziehungsweise Enkels Johannes (M.). (Fotos: Wechslinger)
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Johannes Lochner (l.) durfte auch die Gratulation von Ex-Weltmeister Manuel Machata entgegennehmen.
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Im Playboy-Bob an die Spitze: Johannes Lochner und Gino Gerhardi.

Schönau am Königssee – Ein Untersteiner ist auf dem Weg nach oben. Johannes Lochner, Neffe von Ex-Bobweltmeister Rudi Lochner, wurde gestern auf der Kunsteisbahn am Königssee seiner Favoritenrolle gerecht und holte zusammen mit Anschieber Gino Gerhardi den Sieg beim Zweierbob-Europacup. Der 24-jährige Pilot vom BC Solitude Stuttgart ließ im Feld von 34 Schlitten aus 18 Nationen auch Ex-Weltmeister Manuel Machata aus der Ramsau hinter sich, der Zweiter wurde.


»Der Sieg ist schön, aber noch schöner ist es, den Weltmeister vom Königssee 2011, Manuel Machata, besiegt zu haben«, freute sich der Bob-Youngster, dem eine große Zukunft im Eisenschlitten prophezeit wird. Die entsprechenden Gene dürfte er im Körper tragen, zumal Onkel Rudi Lochner einst Weltmeister und olympischer Silbermedaillengewinner war. Auch Vater Hans saß einige Zeit zusammen mit Rudi im Bob, zuvor waren beide erfolgreiche Skirennläufer. Eine ähnliche Sportlerkarriere bahnt sich nun auch bei Johannes an, der ebenfalls vom Skirennsport in den Bob wechselte.

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Experten hatten Johannes Lochner für den Europacup am Königssee bereits als großen Favoriten gehandelt, und tatsächlich behielt der junge Pilot beim ersten von vier Rennen (Zweier- und Viererbob) die Nerven und zog zwei blitzsaubere Läufe durch den Königsseer Eiskanal. »Der Johannes hat Nerven wie Drahtseile«, bekundete Vater Hans Lochner schon nach dem ersten Lauf, als sein Sohn die Rangfolge vor Manuel Machata mit fünf und vor dem Italiener Simone Bertazzo mit acht Hundertstelsekunden Vorsprung anführte. Das weitere Feld ab Platz vier war schon zu weit vom führenden Trio entfernt.

Bertazzo lag im zweiten Lauf zunächst vorne, ehe ihn Machata nach einer nicht fehlerfreien Fahrt noch an der Spitze ablöste. So war die Fangemeinde von Johannes Lochner natürlich gespannt, was der junge Mann im Finallauf in die Bahn zaubern würde. »Ich möchte immer noch schneller am Start werden«, so der spätere Sieger, der mit der Startzeit in Lauf zwei nicht ganz zufrieden war. Doch muss man wissen, dass Lochner fast täglich mit neuen Anschiebern zurecht kommen muss. Auch heute wird wohl wieder ein neuer Mann den Lochner-Schlitten in Schwung bringen.

Johannes Lochner behielt auch im zweiten Lauf die Nerven, in dem er eine fehlerfreie Fahrt zeigte und die Konkurrenz gehörig abhängte. »Ich freue mich für den Johannes Lochner ebenso wie mir Manuel Machata leid tut«, bekundete Franz Wimmer aus Wolkersdorf bei Traunstein, der seit vielen Jahren international im Bob- und Schlittenbau tätig ist. Gleichwohl prophezeite der Experte, dass Lochner die Zukunft gehöre.

Mit an der Bahn war auch der Europacup-Koordinator des Internationalen Bobverbandes (FIBT), Peter Hell. Bei dem ehemaligen Piloten hatte einst die Bobkarriere von Rudi Lochner begonnen. Zusammen mit Bruder Hans war er damals mit Peter Hell im Viererbob unterwegs und sie wurden deutsche Vizemeister.

Ergebnis Europacup Zweierbob: 1. Johannes Lochner/Gino Gerhardi (BC Solitude Stuttgart/SC Potsdam) 1:40,92, 2. Manuel Machata/Eric Franke (SC Potsdam/SC Oberbärenburg) 1:41,20, 3. Simone Bertazzo/Costantino Ughi (Italien) 1:41,22, 4. Edwin van Calker/Sybren Jansma (Niederlande) 1:41,64, 5. Christoph Hafer/Felix Krieg (BC Bad Feilnbach) 1:41,71, 6. Richard Oelsner/Felix Skibbe (BSC Riesa/SC Potsdam) 1:41,91, 7. Loic Costerg/Roamin Heinrich (Frankreich) und Juriiaan Wesselink/Yannick Greiner (Niederlande) 1:41,97, 9. Maxim Andrianov/Vladimir Zaitsev (Russland) und Ugis Zalims/Intars Dambis (Lettland) 1:42,00. Christian Wechslinger