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Unterwegs mit viel Musik

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ScheeCanto mit (v. l.) Stefan Starzer, Susanne Jobst, Johannes Stimmer und Franz Schuhegger. (Foto: Heel)

Eine Reise war angesagt. Eine musikalische Reise quer durch Europa und die Zeit. Und wenn am Anfang dieser Reise »Norwegian Wood« von den Beatles erklingt, ist nach einem Blick auf die Besetzung abzusehen, wohin wir vermutlich entführt werden: in die Welt gefälligen Gitarren-Pops mit griffigen Melodien und viel Gefühl in den Texten. Und genau das bot die Chiemgauer Band ScheeCanto bei ihrem Auftritt im ausverkauften Traunsteiner Studio 16.


Charmant moderiert von der Sängerin Susanne Jobst, die zwischendurch auch mal zur Gitarre griff, präsentierten sie einen abwechslungsreichen Mix aus einfühlsamen Liebesliedern aller Art, die sie als erfindungsreiche Geschichtenerzähler mit viel musikalischem Gespür auswiesen. Perfekt auch die Balance zwischen fröhlichen und eher nachdenklichen, melancholisch eingefärbten Songs, die nur manchmal ein wenig darunter litten, dass die Texte nicht immer ganz stilsicher wirkten. Aber dies wurde locker wettgemacht durch die Spielfreude und die Liebe zur Musik der sechziger Jahre, die Johannes Stimmer am Bass, Franz Schuhegger am Cajon sowie Co-Sänger und Gitarrist Stefan Starzer mit auf die Bühne brachten.

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Entsprechend ihrem »Routenplaner«, so der zweite Titel ihres Auftritts, stand mit »Inselbesuch« eine Hommage an Irland auf ihrem Programm, wobei Susanne Jobst ein paar Klischees über die Insel zurecht-rückte. Nach »When we two parted«, einer Referenz an Lord Byron, ging es weiter mit einer ebenso feinfühligen Vertonung des Gedichts »A red red Rose« (… träumt von ewiger Liebe) des schottischen Nationaldichters Robert Burns, ehe mit »Tagtraum« und dem Aufruf zur Umkehr in »Verkehrte Welt« wieder zwei selbst geschriebene Stücke zur Geltung kamen. Mit »Blackbird« und »The Fool on the Hill« drückten die vier Musiker erneut ihre Bewunderung für die Beatles aus, gefolgt von »100 Jahre Einsamkeit« (…überbrücken die Tage dazwischen) und »Was zu tun ist«, wenn sich ein Mann zwischen zwei Frauen wieder findet, inspiriert von dem Film »Two Lovers«. »Kehrtwende« regte an, neue Routen zu planen, und »Frühling in Rom« vermittelte schön beiläufig die Wärme und Leichtigkeit südlicher Gefilde. Ansprechend und amüsant auch ihre von den Werken Jane Austens angeregte Trilogie »Der Gentleman«, »Das Inserat« und »Vis à vis«, die leichtfüßig vom »echten« Mann, von medialem Liebeswerben und einem Rendezvous am Valentinstag erzählte. Stark auch ihre Coverversion des Cyndi Lauper-Hits »Time after Time«, und bei den Zugaben ragte noch das u. a. durch Van Morrison bekannt gewordene Stück »Crazy Love« heraus.

Ein überaus stimmungsvoller Abend also, der dem begeisterten Applaus nach seine Wirkung beim Publikum nicht verfehlt hatte. Wolfgang Schweiger