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Unterwössen in feierlichem Bann

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Wie die Wössner Weisenbläser ist auch das Wössner Erntedank-Ensemble (im Vordergrund) fester Bestandteil des Wössner Adventssingens in der Pfarrkirche St. Martin. Im Hintergrund der Kirchenchor unter der Leitung von Wolfgang Kurfer. (Foto: Flug)

Unterwössen – Ein fester Termin im Kirchenjahr des Achentals ist das Wössner Adventssingen. Der Liedtitel »Nacht’n spat …« stand heuer über der Veranstaltung in der vollen Pfarrkirche St. Martin. Bei eineinhalb Stunden feinster Musik, wunderbarem Gesang und Spiel kamen die Besucher voll auf ihre Kosten.


Mit Spannung hatten die Besucher die diesjährige Aufführung erwartet. Gesamtleiter Otto Dufter hatte im letzten Jahr angekündigt: »Das war das letzte Wössner Adventssingen in dieser Art.« Es brauche neue Leute mit neuen Ideen, war sein Appell. Und was war jetzt? Das Publikum war begeistert. Langer Beifall und stehende Ovationen am Ende bewiesen das nachdrücklich. Dabei fehlten die abwechslungsreichen Texte der Vorjahre, gesellschaftskritische Themen, die sich der Weihnachtserzählung gegenüberstellten. Dieses Jahr begeisterte die Urfassung des Wössner Adventssingens, wie Mitbegründerin Annette Thoma sie geschrieben hatte. Auch ihre Lieder und Musikstücke lebten auf, allerdings liebevoll ergänzt um weitere Stücke, sodass die anderthalbstündige Veranstaltung vor allem musikalisch besonderen Eindruck machte.

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Dazu trugen bei das Wössner Erntedank-Ensemble, verstärkt mit Violinen und Flöte, der vierköpfige Männergesang der Starnberger Fischerbuam, die Wössner Weisenbläser und der Kirchenchor St. Martin mit Leiter Wolfgang Kurfer. Dazu kamen Sprecher Andreas Steiner und die Darsteller Margit Schlaipfer, Toni Entfellner, Michaela Weingartner und Franz Auer.

Wunderbar ging es los mit einem Vorspiel des Wössner Erntedank-Ensembles. Die Darsteller streuten zwei Prologszenen zwischen die Volksmusikstücke. Im Anschluss beeindruckten die Starnberger Fischerbuam, ebenso klar im Glanz ihrer Instrumente die Wössner Weisenbläser. Wunderbar, wie sich wechselnde Mitglieder des Wössner Erntedank-Ensembles in feiner Instrumentalbegleitung zurückhielten und so die Leistungen der Sänger hervorhoben. Margit Schlaipfer glänzte im Solo. Als Maria und Josef sangen Michaela Weingartner und Toni Entfellner im Duett. Aufrüttelnd der Bass von Franz Auer.

Munter wechselten sich die Beteiligten in ihren Beiträgen ab, fein abgestimmt in Text, Gesang und Melodie. An einem roten Faden baute sich eine Spannung auf bis zum »Gloria« in einer Version aus dem Salzkammergut. Das trug zunächst das Wössner Erntedank-Ensemble vor, im zweiten Teil stießen Chor, Geigen und Flöten hinzu, ehe es mit Chor und Weisenbläsern im Zusammenspiel gipfelte.

Jetzt kamen die Kinder und Jugendlichen, die als Hirten und Hirtenmusi auftraten. Grandioser Abschluss eines wunderbaren Adventssingens ist traditionell der Andachtsjodler. Zur Ziach des jungen Hirten Bene Schlaipfer stimmten zuerst die vier Hauptdarsteller an, ehe dann das Licht den ganzen Altarraum füllte und der Chor einstimmte. Im dritten Teil fielen die Bläser ein, die Zuschauer erhoben sich und die ganze Kirche sang.

Es dauerte dann, ehe sich der feierliche Bann aller Beteiligten löste und der kräftige Schlussapplaus aufbrandete. Der hielt bei stehenden Ovationen minutenlang an. lukk

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