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Untote Weihnachtsgänse und ein Nikolaus auf Abwegen

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Unser Bild zeigt die Mitwirkenden des ersten Abends der Theaterweihnacht im Studio 16 in Traunstein. (Foto: M. Heel)

Bereits zum dritten Mal in Folge haben sich auch heuer das Traunsteiner Salztheater und das Fabriktheater der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS zusammengetan, um im Traunsteiner Studio 16 an zwei Abenden eine Theater-Weihnacht aufzuführen.


Den ersten Teil des Programms bestritten dabei Mitglieder des Salztheaters, allen voran Michaela Lucke und Gerhard Brusche, die zunächst Szenen einer Ehe, inszeniert als Radiosendung, präsentierten. Im Mittelpunkt stand dabei ein verloren gegangener Schraubenzieher, der für allerhand Aufregung und Diskussionen über das Thema »Der Mann und sein Werkzeug« sorgte.

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Mit »Der Sekt vom Sepp« erzählte Gerhard Brusche dann von einer (verschenkten) Flasche Sekt, die auf Umwegen wieder bei ihrem ursprünglichen Besitzer eintrudelt, und beim »Der bayerischen Nikolaus« schlüpfte er in die Rolle eines zunehmend frustrierten Nikolaus, der unterwegs versackt und daraufhin den Arbeitgeber bzw. zu den Preußen wechselt.

Amüsant und spannend war auch, was Michaela Lucke anhand der »Döblinger Weihnachtsgans« servierte. Da bringen es zwei ältere Damen nämlich nicht übers Herz, ihre liebevoll in den Haushalt aufgenommene Gans zu schlachten. Also mischen sie ihr ein Schlafmittel ins Futter und rupfen die augenscheinlich tote Gans auch noch, verschieben das Ausnehmen aber auf den nächsten Tag. Was zweierlei zur Folge hat: der Weihnachtsbraten fällt aus und die wieder aufgewachte Gans bekommt von den zwei Damen rasch einen Pullover gestrickt!

Abschließend war noch mitzuerleben, wie zwei Christbaum-Verkäufer (Juliane und Martin Grünbauer) einer misstrauischen Dame (Sonja Grünbauer) einen garantiert biologischen Christbaum andrehten, eine angeblich mit Weißbier gedüngte und handgepflegte Südtiroler Riesenzwergtanne (importiert aus der Ukraine).

Nach der Pause fand sich das Publikum auf dem Traunsteiner Ordnungsamt wieder, wo ein gewisser Alois Biermeier, gespielt von Franz-Josef Fuchs, recht gemächlich seiner Arbeit nachging und den Nikolaus (Willi Schwenkmeier), der wegen einer Fahrerlaubnis für seinen Schlitten aufs Amt gekommen war, mit allerhand Vorschriften, Bestimmungen und Verordnungen traktierte. Weitere Mitwirkende bei diesem Sketch waren noch Christa Fuchs, die sich für einen weiblichen Nikolaus respektive eine »Nikola« stark machte, und Valentin Fuchs als Helfer im Hintergrund.

Für die sehr geglückte musikalische Untermalung sorgte Ralf Glück, der in Grabenstätt eine kleine Musikschule leitet. Begleitet von Magdalena Genghammer (Harfe), Lena Stampfl (Klarinette/Gesang) und Albert Gries (Akkordeon/Gesang), bot er neben einigen Instrumentalstücken auch Hubert von Goiserns »Wieder dahoam« sowie ein paar recht gelungene, schön swingende Eigenkompositionen wie »Haferlschua« und »Chiemsee Blues«.

Anzumerken wäre noch, dass sich diese Besprechung auf die von mir besuchte erste Aufführung bezieht, da die zweite Aufführung am Tag darauf teilweise inhaltlich abgeändert war. Wolfgang Schweiger