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Unvergessene Stücke aus den fünfziger und sechziger Jahren

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Foto: Auf Einladung des Bayernbunds, Kreisverband Traunstein, spielten die »Münchner Schrammeln« unter der Leitung von Dr. Markus Singer in der Kupferschmiede in Arlaching zünftig auf.

Ein musikalisches Schmankerl der besonderen Art bot der Kreisverband Traunstein des Bayernbunds mit dem Konzert der »Münchner Schrammeln« unter der Leitung von Dr. Markus Singer im Gasthof Kupferschmiede in Arlaching. Der Kreisvorsitzende Heinz Wallner stellte die Musiker der Gruppe dem Publikum vor.


Die vier Erzmusikanten Dr. Markus Singer (Akkordeon), Christoph Schwarzer (Zither), Michael Brunnthaler (Gitarre) und Eugen Hösch (Kontrabass) boten den begeisterten Gästen anschließend eine Vielzahl fast vergessener Schrammel- und Unterhaltungsmusik aus den 1950er bis 1960er Jahren. Schwarzer war der letzte Schüler des 2001 verstorbenen, legendären Zithervirtuosen Rudi Knabl. Er führte durch das Programm und erzählte den Zuhörer aus dem Leben von Knabl.

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Die Begründer der Schrammelmusik waren die Gebrüder Johann und Josef Schrammel. Die Musik entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts und gilt bis heute als typische Wiener Volksmusik. Während die original Wiener Schrammelmusik vor allem mit zwei Geigen, einer G-Klarinette (später dann mit Akkordeon) und einer Kontragitarre praktiziert wird, haben sich in München und in bayerischen Landen von jeher die Zither und das Akkordeon etabliert. Vor allem Knabl und dem Akkordeonisten Heinz Kulzer war es zu verdanken, dass diese konzertante Unterhaltungsmusik auch nach dem Krieg in München populär blieb.

Es kann daher nicht verwundern, dass im ersten Konzertteil vor allem Werke von Knabl dargeboten wurden. Meisterhaft von Singer arrangiert begann die musikalische Reise mit den Knabl-Stücken »Musikantenkinder«, »Abendspazierung«, »Abendstern«, »Am Chiemsee«, »Auf nach Werdenfels« und »Auf nach Dornbirn«. Die zweite Konzerthälfte eröffneten die vier Musiker konzertant und gefühlvoll mit dem Stück »Destinee« von Sydney Baynes, den »Drei Seelen - ein Gedanke« sowie swingend mit »Kurz und bündig«. Gefolgt von der »Sterndl-Polka«, den »Bayerischen G’schichten« und dem »Gruß aus Meran« landeten die Musiker zum Abschluss wieder bei den Münchner Wurzeln. Mit der »Stachus-Polka« von Georg Schütz, dem »Münchner Kindl Walzer« von Karl Komzac und »Fideles München« von Georg Freundorfer ging ein musikalischer Kunstgenuss zu Ende.

Der verdiente Applaus entlockte den vier Vollblutmusikern noch zwei weitere Zugaben. Das berühmteste Musikstück des ehemaligen Münchners Georg Freundorfer »Der Weg zum Herzen« und »Der dritte Mann« aus dem gleichnamigen Film beendeten dann einen unvergesslichen Abend. Günter Buthke